Umfrage
Firmen knüpfen Investitionen an Reformtempo

Die deutschen Firmen mahnen ein schnelleres Reformtempo an. Einer DIHK-Umfrage zufolge geht die Mehrheit der Unternehmer davon aus, dass es schon bei der Ankündigung von Entlastungen zu mehr Inlands-Investitionen der Wirtschaft kommen kann.

HB BERLIN. "Die Politik hat es in der Hand: Wenn sie noch in diesem Jahr ein entlastendes Reformpaket schnürt, sind in den nächsten beiden Jahren Mehrinvestitionen der Unternehmen in Milliardenhöhe in Sicht", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, am Dienstag zu einer Umfrage unter mehr als 1100 Firmen.

"Sieben von zehn Unternehmen würden ihre Investitionsbudgets für das Inland aufstocken, wenn die Politik die Unternehmenssteuersätze senkt, die Sozialbeiträge reduziert und betriebliche Bündnisse für Arbeit rechtlich absichert", hieß es zur Detailauswertung der Umfrage von Anfang Juni.

Die Befragung zeigt nach Ansicht Brauns, dass der Standort Deutschland grundlegend erneuert werden müsse. "Wichtige wirtschaftspolitische Felder befinden sich aus Sicht der Wirtschaft in einem katastrophalen Zustand", erklärte der DIHK-Präsident. Besonders kritisiert hätten die Firmen die "aus dem Ruder gelaufenen öffentlichen Haushalte" und langwierige politische Prozesse in Deutschland.

"Den Unternehmen, die im Wettbewerb schnell reagieren müssen, bietet unser träger Föderalismus mit zum Teil nicht voraussehbaren Politikergebnissen denkbar schlechte Voraussetzungen für Investitionsentscheidungen." Am besten habe noch das Bildungssystem abschnitten, doch die Firmen hätten hier im Schnitt auch nur die Schulnote von 3,9 gegeben.

Der DIHK hatte bereits vor einer Woche erklärt, dass die Ankündigung geplanter Neuwahlen die Stimmung bei den Unternehmen insgesamt aufgehellt habe: Fast sechs von zehn Firmen versprechen sich hiervon einen Schub für ihre Geschäftsperspektiven.

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