Umfrage
Führungskäfte fürchten Klassengesellschaft

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei den Spitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung wieder deutlich an Ansehen gewonnen, heißt es in einer neuen Studie. Vor allem die guten Konjunkturdaten stimmten die Führungskräfte versöhnlich. Dafür sorgt sie derzeit eine andere Entwicklung.

HB BERLIN. Gute Nachrichten für die Kanzlerin: Nach der Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „Capital“ halten 59 Prozent der 646 Befragten Merkel aktuell für stark. Im Oktober war dieser Wert auf 38 Prozent gesunken. Begründet wird Merkels Aufschwung mit den guten Konjunkturdaten.

Das Ansehen der großen Koalition kann laut „Capital-Elite-Panel“ davon allerdings nicht profitieren. So seien trotz der guten Wirtschaftsdaten zwei Drittel der Entscheider von der Bundesregierung enttäuscht und mit 63 Prozent schätzten so viele wie nie zuvor die große Koalition in wesentlichen Fragen als uneinig ein. Fast genauso viel bezweifelten, dass die Regierung noch wichtige Reformen durchführen wird. „Kaum jemand liebt große Koalitionen, da sie zu permanenter Kompromisssuche zwingen“, erklärte Allensbach-Chefin Renate Köcher.

Trotz der höheren Mehrwertsteuer rechnet die Wirtschaft mit einem kräftigen, dauerhaften Aufschwung. Diese Einschätzung eint 56 Prozent der Führungsschicht, wie aus der Umfrage hervorgeht. Noch vor einem halben Jahr hätten mit 29 Prozent nicht einmal ein Drittel diesen Konjunktur-Optimismus geteilt. Entsprechend sei auch die Zufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik wieder gestiegen. Waren im Oktober 2006 nur 29 Prozent mit der Wirtschaftspolitik der Regierung zufrieden, sind es im März 47 Prozent.

Rückkehr zur Klassengesellschaft befürchtet

Die Führungskräfte befürchten allerdings eine Rückkehr zur Klassengesellschaft. 78 Prozent der Befragten gehen laut Umfrage davon aus, dass sich eine Unterschicht herausbildet, die sich sozial und wirtschaftlich vom Rest der Gesellschaft abkoppelt.

Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ nimmt seit 1987 drei Mal jährlich repräsentative Befragungen unter den Spitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung vor. Unter den Befragten befinden sich beispielsweise 42 Ministerpräsidenten und Minister sowie 62 Vorstände oder Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 20 000 Mitarbeitern. Die Befragung lief vom 14. Februar bis 6. März.

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