Umfrage
Für Bürger ist Merkel geschwächt

Die Mehrheit der Deutschen sieht die CDU nicht voll hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel stehen. Dagegen wird der Koalitionspartner SPD zunehmend als geschlossen wahrgenommen. Diese Einschätzung wirkt sich prompt auf die Wählergunst aus.

HB BERLIN. Nach dem aktuellen ZDF-Politbarometer sind nur noch 24 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die CDU in wichtigen politischen Fragen voll hinter Merkel steht. Im August waren noch 30 Prozent dieser Auffassung. 69 Prozent der Befragten sagten, dass dies nicht der Fall sei.

Dagegen glauben 54 Prozent (August: 44), dass die SPD eindeutig hinter ihrem Vorsitzenden Kurt Beck steht. In den vergangenen Wochen hatten die Koalitionsparteien, aber auch CDU und CSU intern heftig um die Gesundheitsreform gestritten.

Angesichts dieses Streits nimmt die Öffentlichkeit vor allem das Verhältnis Merkels zu CSU-Chef Edmund Stoiber als belastet wahr. 67 Prozent sehen ein schlechtes und nur 24 Prozent ein gutes Verhältnis zwischen den Vorsitzenden der Schwesterparteien. Das Verhältnis zwischen Merkel und Beck wird dagegen von 43 Prozent der Befragten als gut und von 38 Prozent als schlecht eingeschätzt. Die Dauerkritik von Stoiber und anderen Unions-Ministerpräsidenten an den Gesundheitsplänen hatte eine Debatte über die Führungsrolle der Kanzlerin ausgelöst.

In der politischen Stimmung verharrt die Union auf einem Wert von 35 Prozent, während sich die SPD um einen Punkt auf 33 Prozent verbessert. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre und damit längerfristige Überzeugungen der Wähler zum Tragen kämen, bliebe die Union wie in der vorigen Umfrage mit 33 Prozent vor der SPD, die um einen Punkt auf 32 Prozent zulegt. Die FDP würde zwei Punkte auf elf Prozent abgeben. Die Grünen würden sich um einen Punkt auf zehn, die Linke ebenfalls um einen auf acht Prozent verbessern.

In mehreren anderen Umfragen hat die SPD die Union inzwischen überholt. Meinungsforscher haben dies unter anderem mit einem geschlosseneren Erscheinungsbild der SPD begründet.

Trotz der schlechten Umfragewerte für die Union ist die Kanzlerin vielen Bürgern offenbar weiter sympathisch. In der Liste der beliebtesten Politiker konnte sich Merkel laut Politbarometer verbessern. Sie liegt mit 1,1 Punkten (zuvor 1,0) jetzt auf Platz drei hinter Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Beck kommt mit ebenfalls 1,1 (1,4) nur noch auf Platz vier. Stoiber bildet mit einem einem Wert von minus 1,0 (minus 0,8) zusammen mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) das Schlusslicht dieser Liste.

Für das Politbarometer befragte Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen 1300 Wahlberechtigte.

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