Umfrage
Grüne in Rheinland-Pfalz auf Regierungs-Kurs

Nicht nur die Bundes-Grünen erleben derzeit einen noch nie dagewesenen Umfrage-Höhenflug. Auch auf Landesebene erfährt die Partei wachsenden Zuspruch: Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, wäre die SPD mit 36 Prozent der Stimmen stärkste Kraft im Land. Eine klare Mehrheit mit 52 Prozent gäbe es für eine Koalition von SPD und Grünen. Die Grünen würden deutlich zulegen auf 16 Prozent.
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HB MAINZ. Die CDU käme bei der Landtagswahl am 27. März 2011 auf 34 Prozent der Stimmen. Die FDP wäre nicht mehr im Landtag vertreten und läge damit hinter der Linken, die erneut fünf Prozent erreichen würde. Das ist das Ergebnis der aktuellen repräsentativen Umfrage „PoliTrend“ des landespolitischen Magazins „Ländersache“ im SWR Fernsehen. Die Grünen könnten um fünf Prozentpunkte zulegen. Sie würden mit 16 Prozent der Stimmen einen Rekordwert erreichen, obwohl die Grünen seit vier Jahren nicht mehr im Landtag vertreten sind.

Die FDP käme nur noch auf vier Prozent der Stimmen und verliert vier Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage. Sie läge damit nur 0,5 Prozent über dem schlechtesten Ergebnis ihrer Geschichte. Damit wäre sie zum ersten Mal seit 1983 nicht mehr im Landtag vertreten. Die CDU verliert im aktuellen „PoliTrend“ gegenüber der April-Umfrage drei Prozentpunkte. Damals erreichte sie 37 Prozent der Stimmen. Die SPD kann dagegen um einen Prozentpunkt zulegen und verbessert sich auf 36 Prozent der Stimmen. Eine klare Mehrheit mit 52 Prozent gäbe es für eine Koalition von SPD und Grünen. Die Linke wäre weiterhin gleichbleibend mit fünf Prozent im Parlament vertreten.

Bei der Koalitionspräferenz legt Rot-Grün weiter zu: Eine rot-grüne Regierung würde mit 24 Prozent den größten Zuspruch finden, das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der Befragung vor fünf Monaten. zwölf Prozent der Befragten wünschen sich eine SPD-Alleinregierung, das ist ein Prozentpunkt weniger als vormals. Eine schwarz-gelbe Regierung würden zehn Prozent der Befragten bevorzugen, vier Prozent weniger als zuvor. Die Option Rot-Gelb bekäme vier Prozent der Stimmen und verliert damit zwei Prozentpunkte.

Bei der Ministerpräsidentenpräferenz liegt Beck unverändert vor Klöckner: Wenn die Rheinland-Pfälzer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, bekäme Kurt Beck derzeit 54 Prozent der Stimmen, das ist 1 Prozentpunkt mehr als bei der Umfrage im April. Konkurrentin Julia Klöckner von der CDU bekäme hingegen 32 Prozent der Stimmen und verliert erneut, diesmal zwei Prozentpunkte. Bei den Sympathiewerten sehen die meisten Befragten Kurt Beck mit 43 Prozent vor Julia Klöckner mit 35 Prozent. Wenn es um Fragen wie wirtschaftlichen Sachverstand, Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Führungsstärke und Glaubwürdigkeit geht, liegt Kurt Beck ebenfalls vorn. Allerdings halten 55 Prozent der Befragten Julia Klöckner für modern, Kurt Beck schneidet da mit 17 Prozent schlechter ab.

Die Daten basieren auf einer repräsentativen telefonischen Umfrage des Wahlforschungsinstituts „Infratest dimap“ unter 1000 wahlberechtigten Rheinland-Pfälzern (Erhebungszeitraum: 17.09. bis 20.09 2010).

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