Umfrage-Hoch hält an
Grüne überholen SPD in Berlin

Sechs Monate vor den Wahlen in der Hauptstadt haben die Grünen die regierende SPD erneut hinter sich gelassen. Als Oberbürgermeister liegt aber Klaus Wowereit weiterhin vor seiner Herausforderin Renate Künast.
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Berlin Die Atomkatastrophe in Japan beschert auch den Grünen in Berlin ein neues Umfragehoch: Ein halbes Jahr vor der Abgeordnetenhauswahl überflügeln sie erneut die regierende SPD. Mit 28 Prozent und einem deutlichen Plus von fünf Punkten im Vergleich zum Februar liegen die Grünen vor der SPD mit 26 Prozent (minus 2), ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der RBB-„Abendschau“ und der „Berliner Morgenpost“. Im direkten Duell der Spitzenkandidaten ist allerdings der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) klar beliebter als seine Grünen-Herausforderin Renate Künast.

Die CDU landete in der Umfrage bei 21 Prozent (minus 2), die Linken rutschten auf 15 Prozent (minus 1). Die FDP würde mit drei Prozent unverändert aus dem Landesparlament fallen. Damit gäbe es derzeit eine grün-rote Mehrheit von 54 Prozent unter einer Regierenden Bürgermeisterin Künast.

Der Politologe Nils Diederich wertete das Grünen-Hoch mehr als aktuelle Stimmung denn als langfristigen Trend. „Die Grünen sind eindeutig zu früh auf einem Umfragehoch, um daraus jetzt schon ein sicheres Ergebnis ableiten zu können“, sagte der Parteienforscher dem Radiosender 104.6 RTL.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das grüne Jobwunder ist nur ein Märchen
    Die Grünen zwischen Utopie und Wirklichkeit
    Das grüne Jobwunder ist nur ein Märchen
    Politiker verkaufen erneuerbare Energien als ''Jobmotor''. Dabei dürften Subventionen für Ökostrom mehr Arbeitsplätze vernichten als schaffen.
    Der designierte Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann (Grüne), hat immer auch die Wirtschaft und Arbeitsplätze seiner Heimat im Blick – selbst wenn es um so heikle Themen wie Atomkraft geht. „Was muss man da jetzt die alten Monopolisten stärken?'', fragte Kretschmann, nachdem sein Amtsvorgänger Stefan Mappus (CDU) für das Land Anteile am AKW-Betreiber EnBW gekauft hatte. „Die dynamischen Sektoren liegen ganz woanders'', kritisierte Kretschmann: „In dem Feld der erneuerbaren Energien liegen 300.000 Arbeitsplätze.''
    Mit seinem Glauben an das große Arbeitsmarktpotenzial der erneuerbaren Energien steht Kretschmann nicht allein. In dem an Landtagswahlen nicht armen Jahr 2011 vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Politiker das Lied vom „grünen Jobwunder'' anstimmt, das sich einstellen werde, wenn die Ökobranchen nur weiter genügend Fördergelder bekommen. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) etwa wird nicht müde, die erneuerbaren Energien zu einem „Jobmotor für Deutschland'' zu erklären.
    Klimaschutz und Versorgungssicherheit haben als Rechtfertigung für üppige Ökostrom-Subventionen ausgedient: Im Wahljahr 2011 mit seinen sieben Landtagswahlen kommen Politiker beim Bürger mit dem Arbeitsplatz-Argument offenbar besser an. Nur: Ist am grünen Jobwunder überhaupt etwas dran? ..........................

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13049402/Das-gruene-Jobwunder-ist-nur-e in-Maerchen.html

  • Ich bin schon fast überrascht, warum plötzlich alle die Grünen wählen wollen. Ihre Kompentenzen sind leider zu sehr auf Atomkraft-und Kohlekraftwerk-Ablehnung. Aus Umweltaspekten auch sehr lobenswert. Allerdings werden auch die anderen Parteien diesen Weg einschlagen, bwz. machen es ja auch schon.
    Zu einer Volkspartei reicht es aber noch lange nicht bei den Grünen, da sie aus ihrer Oppositionshaltung heraus gegen alles ist, mit dem man irgendwie Stimmung machen kann. Bahnhöfe, Leitungen, Banken, Energieversorger, Autos, sogar E10. Allerdings vergessen sie dabei, dass zu jedem Thema auch Unternehmen und Menschen betroffen sind. Wenn sie regieren, dann müssen sie sich auch diesen Konflikten stellen. Dann kommt das böse erwachen und die Grünen müssen von ihren Positionen abweiche.
    In Berlin wird es nicht für Fr. Künast nicht reichen. Selbst die eisernen CDU-Wähler, würden lieber SPD wählen, als das Fr. Künast OB wird. Wir haben hier seit zu vielen Jahre eine rot-rote Regierung, die wird jetzt endlich vorbei sein, aber nur mit einer stärkeren SPD.
    Auch wenn es zur Zeit unpopulär ist, gegen die Grünen zu sein, aber in Breite der Politik ist diese Partei noch schwächer aufgestellt als die FDP.

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