Umfrage-Höhenflug: Grüne erreichen erstmals Niveau der Volkspartei SPD

Umfrage-Höhenflug
Grüne erreichen erstmals Niveau der Volkspartei SPD

Knapp ein Jahr nach der Bundestagswahl hat sich die Zustimmung der Wähler zu den Parteien dramatisch verschoben. Im wöchentlichen "Stern"-RTL-Wahltrend liegen SPD und Grüne mit je 24 Prozent erstmals Kopf an Kopf. Wäre jetzt Wahl, könnten beide Parteien gemeinsam mit der absoluten Mehrheit der Mandate rechnen.
  • 11

HB HAMBURG. Die regierende Koalition dagegen kommt zusammen nur auf 34 Prozent.

Die Grünen kletterten im Vergleich zur Vorwoche um weitere zwei Prozentpunkte auf ein neues Rekordhoch von 24 Prozent. Seit der Wahl vor einem Jahr, als sie 10,7 Prozent errangen, hat sich ihr Wert damit mehr als verdoppelt. Die SPD erhält wie in der Vorwoche 24 Prozent und liegt damit in etwa auf dem Niveau ihres Wahlergebnisses von 23 Prozent vor einem Jahr. Für die Linke würden sich zehn Prozent der Wähler entscheiden, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. 2009 hatte sie 11,9 Prozent geholt.

Die Regierungsparteien haben seit ihrem Wahlsieg vor einem Jahr in der Bevölkerung großes Vertrauen verspielt. Für die Union wollen aktuell 29 Prozent der Wähler stimmen, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Sie liegt fast fünf Punkte unter ihrem mageren Resultat von 33,8 Prozent vor einem Jahr. Am stärksten aber ist im Vergleich mit der Bundestagswahl die FDP abgestürzt: Zum dritten Mal in Folge kommt sie im stern-RTL-Wahltrend nur auf fünf Prozent. Seit der Wahl vor einem Jahr, als sie mit einem Rekordergebnis von 14,6 Prozent triumphierte, hat sie zwei Drittel ihrer Wähler verloren. Bei sonstigen Parteien würden acht Prozent der Wähler ihr Kreuzchen machen.

Mit zusammen 48 Prozent liegen SPD und Grüne 14 Punkte vor Union und FDP (gemeinsam 34 Prozent). Insgesamt hat die Opposition aus SPD, Grünen und Linken mit 58 Prozent sogar einen Vorsprung von 24 Prozentpunkten vor dem Regierungslager.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", SPD-Chef Sigmar Gabriel würde mit seinem strikten Anti-Atom-Kurs Wähler zu den Grünen zu treiben. Güllner: „Er verbrüdert sich mit ihnen gegen Atomenergie. Da gehen viele derjenigen SPD-Anhänger, die gegen Kernkraft sind, lieber gleich zum Original.“ Die „wirklichen Probleme“ der SPD-Wähler seien sichere Arbeitsplätze und Renten, vernünftige Bildungspolitik, Abbau der Staatsverschuldung, Bekämpfung der Armut, Angehen der Ausländerproblematik. Der Forsa-Chef zum stern: „Das alles ist auch den zehn Mio. Wählern, die seit 1998 von der SPD abwandert sind, viel wichtiger als die Kernenergie.“

Kommentare zu " Umfrage-Höhenflug: Grüne erreichen erstmals Niveau der Volkspartei SPD"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wohlstandsstreben und Geldgier haben das Land ausgehöhlt. Kinder waren Nebensache. Und nun kommt, was kommen muß:
    "Macht kaputt, was euch kaputt macht." ist ein Spruch aus den 60er Jahren. Keiner wollte es hören.

    Wer es sich leisten kann, wandert aus. Der Rest bekommt Arbeit auf Maos Rote-Rüben-Felder.

    Wer interessiert sich denn hier noch für Zukunft und arbeitet gemachte Fehler auf?

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • ......... so langsam pendeln sich alle bei 20 % ein ..... jetzt noch eine "Neue Rechte" bei 18 %, dann's wird's interessant!

  • Wie eine Partei, die mittels EEG den bürgern Milliarden Euro aus der Tasche zieht für ein paar Tonnen CO2 (Photovoltaik hat an der Stromerzeugung einen Anteil von 1.1 %), eine derartige Zustimmung findet, werde ich nie verstehen können. Liegt vielleicht auch an dem aktuellen bildungsnotstand in Deutschland, regelmässig zu besichtigen bei WWM (G. Jauch), wenn eine ingenieurstudentin nicht erkennt, dass es von 300 auf 500 eine Steigerung um 67% ist.

    Und wenn ein Arbeitsplatz, der (in der Solarindustie) jährlich mit 170000 € subventioniert wird, für eine tolle Errungenschaft gehalten wird, kann man den Deutschen nicht mehr helfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%