Umfrage: Image der Gewerkschaften eingebrochen
SPD-Vize Beck kritisiert Gewerkschaften

Angesichts ihrer ablehnenden Haltung zur Reformpolitik hat SPD-Vize Beck einige Gewerkschafter als Nein-Sager kritisiert. Eine Umfrage sieht indes das Image der Gewerkschaften schwer beschädigt.

HB BERLIN. Die deutschen Gewerkschaften stehen nicht nur immer häufiger in der Kritik, auch ihr Ansehen hat schwer gelitten. Seitens der Politik wird den Arbeitnehmerorganisationen vor allem angelastet, dass sie die Zeichen der Zeit nicht sehen wollen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) warf den Gewerkschaften eine «verheerende Fehleinschätzung der gesellschaftlichen Lage» vor.

Besonders drastisch habe sich dies bei der Diskussion um den Ausbildungspakt gezeigt, sagte der SPD-Politiker der «Leipziger Volkszeitung». Dabei hätten sich die Gewerkschaften selbst ausgegrenzt. Einige Funktionäre sagten lieber grundsätzlich Nein, als sich mit der Sache und damit den unverzichtbaren Reformen zu befassen, kritisierte Beck.

Auch die Gewerkschaftsmitglieder zweifeln offenbar an der Arbeit ihrer Organisationen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» unter Berufung auf eine vertrauliche Studie des Münchner Polis-Instituts. Danach hat sich das Ansehen der deutschen Gewerkschaften bei den Arbeitnehmern in den vergangenen zwei Jahren dramatisch verschlechtert.

Demnach halten mittlerweile nur noch 41 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder ihre Organisation für «unverzichtbar». Bei der letzten Erhebung dieser Art vor zwei Jahren seien es noch 51 Prozent gewesen. In der vom Deutschen Gewerkschaftsbund in Auftrag gegebenen Studie bescheinigten lediglich 45 Prozent der deutschen Arbeitnehmer den Gewerkschaften, sie seien «modern und zukunftsfähig». 57 Prozent halten diese hingegen für «veraltet und schwerfällig».

Mit Blick auf die aktuelle Reformpolitik erwartet den Angaben zufolge eine große Mehrheit der Arbeitnehmer (61 Prozent) von den Gewerkschaften, dass sie sich «aktiv in die Regierungspolitik einmischen, um Verbesserungen zu erreichen». Nur 35 Prozent raten dazu, «öffentlichen Druck zu machen, um die Regierung zu einer Änderung ihres Reformkurses zu zwingen».

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