Umfrage: Jeder fünfte Top-Manager zweifelt an Rente mit 67

Umfrage
Jeder fünfte Top-Manager zweifelt an Rente mit 67

Eine bemerkenswert große Minderheit von 21 Prozent der Topmanager wünscht sich, dass der Start der Rente mit 67 verschoben wird. Vor allem kleinere Firmen machen sich laut Handelsblatt-Business-Monitor Sorgen. Sie befürchten, dass sich die Arbeitsbedingungen nicht schnell genug an die Anforderungen älterer Arbeitnehmer anpassen lassen.
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BERLIN. Das zeigt der Handelsblatt-Business-Monitor, eine Repräsentativumfrage im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp.

Die Gewerkschaften wollen im Herbst kräftig gegen die geplante Anhebung des Rentenalters protestieren. Bei der Bundesregierung und bei den Wirtschaftsverbänden finden sie damit zwar wenig Verständnis - in den Führungsetagen deutscher Unternehmen indes schon mehr:

Vor allem bei kleineren Unternehmen gibt es offenbar Sorgen, dass sich die Arbeitsbedingungen nicht schnell genug an die Anforderungen älterer Arbeitnehmer anpassen lassen: Dort tritt sogar fast ein Viertel der Führungskräfte dafür ein, mit dem Einstieg in ein höheres Rentenalter später zu starten. Für den Handelsblatt-Business-Monitor wurden insgesamt rund 800 Topmanager befragt; gut 500 von ihnen sind Führungskräfte kleinerer Firmen.

Nach aktueller Gesetzeslage, wie sie Union und SPD vor vier Jahren beschlossen hatten, soll die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre 2012 starten. 2029 wäre das Ziel dann erreicht - und zugleich der Beitragssatz zur Rentenversicherung bei maximal 22 Prozent stabilisiert, so die Kalkulation. Anders als die heutige schwarz-gelbe Regierung hat sich die SPD allerdings von dem Projekt bereits wieder distanziert: Weil die Beschäftigungschancen für Ältere noch ungenügend seien, will sie mit der Erhöhung des Rentenalters nun frühestens 2015 beginnen.

Dass die Bedingungen am Arbeitsplatz ein wesentlicher Faktor sind, zeigt bei der Führungskräftebefragung auch der Branchenvergleich: Im Dienstleistungssektor haben nur 19 Prozent der Topmanager Vorbehalte gegen einen pünktlichen Start der Rente mit 67. Im Baugewerbe, wo körperlich harte Arbeit eine große Rolle spielt, ist der Anteil der Skeptiker indes mit 29 Prozent erheblich höher.

Dass die Baubranche größere Bedenken hat, älteren Arbeitnehmern geeignete Jobs bieten zu können, wirkt zwar auf Anhieb nicht überraschend. Trotzdem korrigieren die Ergebnisse der Umfrage das gängige Bild zumindest teilweise: Schon bisher ist am Bau ein hoher Anteil der Beschäftigten älter als 55 Jahre - 60 Prozent der Bau-Manager gaben an, dass mehr als ein Zehntel ihrer Belegschaft in diese Altersgruppe fällt. Im Gesamtdurchschnitt können das nur 50 Prozent der Führungskräfte von ihren Belegschaften sagen.

Dass die Daten für das Baugewerbe kein Zufallsergebnis sind, bestätigen auch offizielle Statistiken der Branchenverbände. Ein Grund für den hohen Anteil älterer Arbeitnehmer sei zunehmender Fachkräftemangel, heißt es dort - insbesondere bei den Bauingenieuren.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

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  • normaler durchschnittsbürger,wiviel kennt ihr aus euren bekanntenkreis die nicht mehr in lohn und brot stehen so ab 45 ig mit guter Ausbildung.Nun zu unserer Lumpenelite die versorgen sich ihr Klientel,und wie nun weiter,sozialterrorismus aller Sarrazin,was bringts,was bleibt die Schere die klafft weiter einfach so weiter,begleitet von der welle im hinterkopf Leistung muss sich wieder lohnen,lösungen von einer Lobbykanzlerin fehlanzeige der Rössler weiss nun von garnichts,Koch hat ausgesorgt los kohle her mit den namen der Verstorbenen Mitbürger.das grosse ausmisten steht an der dreck in den hintertesten eccken mus raus,Landesbanken system steuber HRE und so weiter Atommüll wo hin soll ich den kippen,Afganistan die Toten das wollten wir nicht.und schon innerhalb kurzer zeit stehen die bürger nach der wende wieder vor einen grossen haufen Müll.aber wir haben doch alles gemacht was ihr von uns verlangt habt Sklaverei,Dampinglöhne,Kopfpauschale,Lohnverzicht,bankenrettung.es hat alles nichts genutzt,oh,oh,Schröder die jugend ist optimistisch noch so ne pille.

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