Umfrage Jeder zweite Deutsche befürwortet Griechen-Pleite

Griechenland retten oder fallen lassen? Die Deutschen sind in dieser Frage laut einer Umfrage unentschieden. Dagegen ist eine klare Mehrheit der Befragten gegen die geplante Ausweitung des Euro-Rettungsschirms.
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Die Nationalflagge von Griechenland. Quelle: dpa

Die Nationalflagge von Griechenland.

(Foto: dpa)

MainzIn jüngster Zeit ist vielfach über die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands spekuliert worden. Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF fänden es  50 Prozent der Bundesbürger nicht gut, wenn es die EU zuließe, dass Griechenland Bankrott geht. Lediglich 41 Prozent fänden das gut (weiß nicht: neun Prozent). Eine deutliche Mehrheit von 68 Prozent glaubt, dass ein Bankrott Griechenlands für Deutschland wirtschaftlich schlecht wäre, lediglich 15 Prozent erwarten davon positive Effekte (weiß nicht: 17 Prozent).

Ganz unabhängig von diesen Befürchtungen wird offensichtlich die in der kommenden Woche im Bundestag zur Abstimmung stehende Ausweitung des Euro-Rettungsschirms beurteilt: Eine unverändert deutliche Mehrheit von 75 Prozent lehnt diese Maßnahme ab, 19 Prozent unterstützen die vorgesehene Erhöhung der deutschen Bürgschaften für Kredite zur Rettung des Euro auf dann 211 Milliarden Euro (weiß nicht: sechs Prozent). Die Ablehnung geht dabei quer durch alle Parteianhängerschaften (Union: 70 Prozent; SPD: 73 Prozent; Linke: 71 Prozent; Grüne: 67 Prozent, Piraten: 82 Prozent).

Bei der Frage, welche Partei beim Thema Euro-Krise am ehesten eine Politik macht, die den Vorstellungen der Befragten entspricht, wird mit 29 Prozent am häufigsten die CDU/CSU genannt. Danach folgen die SPD mit 23 Prozent, die FDP mit drei Prozent, Linke mit 1 Prozent und die Grünen mit zwei Prozent. 14 Prozent sagen „keine Partei“, und 28 Prozent sehen sich nicht in der Lage, diese Frage zu beantworten.

Nicht nur über das weitere Vorgehen in der Euro-Krise ist in den vergangenen Wochen Streit in der schwarz-gelben Bundesregierung entstanden. Dabei sehen die meisten Bürger keinen eindeutigen Schuldigen für diese Uneinigkeit: 68 Prozent meinen, dass alle beteiligten Partner gleichermaßen am Streit Schuld haben, 16 Prozent halten die FDP für den Hauptschuldigen, fünf Prozent die CDU und nur zwei Prozent die CSU (weiß nicht: neun Prozent). Wenn es aufgrund dieses Streits in der Regierungskoalition zu vorgezogenen Neuwahlen käme, fänden das 47 Prozent gut und 46 Prozent nicht gut (weiß nicht: sieben Prozent).

  • dne
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5 Kommentare zu "Umfrage: Jeder zweite Deutsche befürwortet Griechen-Pleite"

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  • "Die konkreten ökonomischen Folgen eines Euro-Austritts Griechenlands sind kaum vorhersehbar...........,Viele Experten sind sich aber sicher, dass die Auswirkungen sowohl für Griechenland als auch für die anderen Länder des Währungsraums verheerend wären?(Zitat)"

    Warum - kann man da nur fragen. Es gibt viele EU Staaten , die sich nicht im Euro-Währungsraum befinden.

    "Für Griechenland würde ein Euro-Austritt vermutlich den wirtschaftlichen Zusammenbruch bedeuten. Ohne Euro müssten die Hellenen wieder ihre alte Währung Drachme einführen, ....(Zitat)"

    Dieses ist doch eine zu primitive Aussage und würde ja nur die folgende Schlußfolgerung zulassen:

    - Nur der Euro ist der Garant für die wirtschaftliche Beständigkeit eines Staates. Dem steht aber entgegen , dass es mehrere EU - Staaten gibt , die sich aber nicht im Euroraum bewegen.
    Man kann jetzt unendlich diskutieren, ob nun Griechenland austreten sollte oder nicht - aber die Rahmenbedingungen des Euro lassen nur eine Lösung zu - Griechenland muß
    erst seine "Schulaufgaben" nachholen. Schon in der Schule lernt man, wer "schummelt" sollte sich nicht erwischen lassen und darf sich auch nicht später über die Konsequenzen beklagen. So einfach ist das!

  • Retten oder Fallen lassen? Die Frage hat sich die Angie doch auch 2009 gestellt. Damals ging es auf Fallenlassen hinaus. Haben wir ja gesehen wie sich durch diese Entscheidung alles negativ verändert hat. 2011 die selbe Frage nochmal. Was denn jetzt? Soll der Eurokurs wieder auf 1,15 EUR gegenüber dem Dollar stehen? Bei Austritt wahrscheinlich 0,10 EUR gegenüber dem Dollar.

  • Man sieht da nur den Einfluß der Staatspropaganda, das wilde Getrommele in Goebbelscher Manier. So versucht man, den Deutschen machtvoll auszutreiben, dass sie letztlich alles bezahlen sollen. Die Grünen sagen es ja ganz deutlich: Deutschland soll für den Aufbau Europas bezahlen. Woher das Geld kommt, steht in den Sternen. So wie im Sozialimus. Gemeinsame Armut im Sozialismus ist ja auch spannender als persönliche Freiheit!

  • Aha, nur 2% meinen also, die Grünen machen eine Euro-Politik, die ihnen zusagt. Wie aber kommt diese Partei in Umfragen dann auf 20%-Stimmenanteil ?
    Interessiert den Grün-Wähler der Euro nebst Nebenwirkungen nicht?
    Fand diese Umfrage in Rottach-Egern statt?
    Und finden die Sonntagswahlumfragen in Kreuzberg und HH-Altona statt?
    Kann man offiziellen Wahlergebnissen noch glauben? Oder steht Steinbrück eh schon als nächster Kanzler fest?
    Man kann sich nur noch wundern...

  • Sagen Sie mal verehrte Redaktion, wo findet sich denn der Inhalt der Überschrift im Artikel wieder, danach kann ich max. 41% erkennen, die eine Pleite ausdrücklich befürworten. ich bitte um Klarstellung oder Erklärung

    "In jüngster Zeit ist vielfach über die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands spekuliert worden. Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF fänden es 50 Prozent der Bundesbürger nicht gut, wenn es die EU zuließe, dass Griechenland Bankrott geht. Lediglich 41 Prozent fänden das gut (weiß nicht: neun Prozent). Eine deutliche Mehrheit von 68 Prozent glaubt, dass ein Bankrott Griechenlands für Deutschland wirtschaftlich schlecht wäre, lediglich 15 Prozent erwarten davon positive Effekte (weiß nicht: 17 Prozent)."

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