Umfrage
Jeder Zweite lehnt Röslers Gesundheitsreform ab

Die Gesundheitsreform der schwarz-gelben Koalition steht massiv in der Kritik: In einer Umfrage lehnt jeder Zweite die aktuellen Pläne der Regierung ab. Auch die Opposition will ihren Protest ausbauen und wirft Gesundheitsminister Rösler Klientelpolitik vor.
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HB BERLIN. Bei den Vorbereitungen zur Gesundheitsreform gerät Minister Philipp Rösler zunehmend unter Druck. Nur knapp zwölf Prozent der Bürger finden seine Reformpläne gut, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage ergab. Auch die Akteure im Gesundheitswesen bauen Widerstand auf. Kliniken warnen vor dem Verlust von 20 000 Jobs. Rösler selbst schloss aber gravierende Änderungen an seinem Reformwerk aus.

Der FDP-Politiker hat derzeit zwei größere Vorhaben: Ein Arzneimittelspargesetz, das bereits im Bundestag beraten wird, und die Finanzierungsreform mit der Anhebung der Beitragssätze und der Ausweitung der Zusatzbeiträge, die am 22. September vom Kabinett beschlossen werden soll. Bei dem Arzneimittelgesetz geht es derzeit um Änderungsanträge.

Rösler musste sich am Freitag gegen Vorwürfe zur Wehr setzen, die Koalition habe dabei eine Vorlage der Pharmaindustrie direkt übernommen. Das sei falsch, erklärte sein Sprecher Christian Lipicki. Er betonte, dass sich Rösler wenn nötig gegen die Pharmaindustrie durchsetze, zum Beispiel beim Vorgehen gegen die sogenannte Preisschaukel.

Ins Kreuzfeuer sind aber auch die Pläne für die Umstellung der Finanzierung der Krankenkassen geraten. Nach einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) finden insgesamt 51,7 Prozent die Pläne für den Umbau der Krankenversicherung schlecht oder sehr schlecht. Nur 11,9 Prozent finden sie gut oder sehr gut. Für 35,2 Prozent sind sie teils gut, teils schlecht.

Die Krankenkassen beklagen, dass die darin geplante Erweiterung der Zusatzbeiträge und der vorgesehene Sozialausgleich erheblichen bürokratischen Aufwand bringen. Allerdings sind die Kassen trotzdem erpicht darauf, dass die eingeplante Anhebung des normalen Beitragssatzes von 14,9 auf 15,5 Prozent des Bruttolohns auch wirklich kommt. Dies sei unvermeidlich, sagte der Chef des AOK-Bundesverbands, Herbert Reichelt, der Nachrichtenagentur dapd. Denn trotz der guten Konjunktur befürchten die Kassen für 2011 immer noch ein Defizit von elf Mrd. Euro.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wirft Rösler vor, einseitig zulasten der Kliniken zu sparen und damit die Gesundheitsversorgung zu gefährden. „Im Ministerium wird sehr sensibel über Auswirkungen für Zahnärzte, die Pharmaindustrie, private Krankenversicherungen und Hausärzte nachgedacht“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum der „Berliner Zeitung“. Nur die Kliniken würden „richtig hart rangenommen“.

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  • ich hatte gerade das Vergnügen eine Woche im Klinikum zu liegen. 2 Minuten hat man, um seine Krankheitsgeschichte zu schildern, 90 Sekunden bei der Visite, Patienten rufen 30 Minuten lang nach der Schwester, ohne dass jemand kommt, Medikamente werden vertauscht, Untersuchungen im Eiltempo vorgenommen.......

    Dieses Gesundheitssystem ist längst AM ENDE. Alles dient nur noch dem Profit, die Gesundheit des Patienten wird eher gefährdet als gefördert!

    "Rösler"... wer ist denn "Rösler" ?? Ein Nobody, eine Schachfigur der Lobbyisten!

    Es wird Zeit, dass sich die betroffenen (Patienten, Ärzte, Hilfskräfte - also quasi die ganze bevölkerung) gegen den gierigen Griff der Konzerne wehren! Es wird Zeit auf die Straße zu gehen - und nicht nur wegen diesem Thema!

  • Jeder Zweite?

    Dann hat die Regierung und Lobby aber mit ihrer Volksverdummung hervorragende Arbeit geleistet, denn 90% der bevölkerung ist von der Reform auf negative Weise betroffen.

    Es wird kein cent gespart, nur die Kosten werden verschleiert damit die wenigen Profteure mehr und mehr einsacken können.

    Nur die dümmsten Kühe gehen selbst zu ihrem Schlachter.

    SPERRT DEN RÖSLER ENDLiCH EiN!

  • Rösler kann nicht reparieren was in der Vergangenheit verbockt wurde.

    Neuester bericht vom Tierarzt, eben frisch eingetrudelt:
    Ein Kater geht zur Tierärztin, wegen Nierenproblemen, er erhält Diätnahrung , Medikamente und infusionen. Der Kater magert ab total und ist verängstigt zur Ärztin zu gehen.
    Die Ärztin sagt nach langwieriger behandlung: Wir müssen ihren Kater einschläfern.

    Das Frauchen kommt nach Hause und der Kater begrüßt sie. Nein, sagt sie wir nehmen ab sofort wieder die normale Tiernahrung undsoweiterundsofort.

    Das Tier lebte wieder auf bei Absetzung der Diätnahrung, infusionen und ein Teil der Medikamente erhält er noch vom Halter bestimmt.

    Das Tier ist nun nicht mehr verängstigt und spielt wieder.
    Vorher hat es Medikamente erhalten und lief kurz danach rückwärts. Was ist das? Also das ist eine Nebenwirkung die auftreten kann bei diesem Medikamnet sagte die Ärztin die das Tier noch vor kurzem einschläfern wollte.

    Das Tier frisst nun wieder, spielt und ist gesund.

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