Umfrage
Kapitalismuskritik lässt Wähler kalt

Die Rechnung der SPD scheint nicht aufzugehen: Trotz der Müntefering-Attacken gegen die Wirtschaft hat sich die Stimmung für die Sozialdemokraten einer Umfrage zufolge weiter verschlechtert. Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, hätte eine Koalition aus Union und FDP eine klare Mehrheit.

BERLIN. Die SPD liege in der politischen Stimmung nur noch bei 28 Prozent, drei Punkte weniger als vor zwei Wochen, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer. Union, FDP und Grüne legen dagegen jeweils um einen Punkt zu und kommen laut Forschungsgruppe Wahlen nun auf 48, 10 und 6 Prozent. Die PDS zählt unveränderte vier Prozent.

Die Stimmung für die SPD hat sich laut der Umfrage verschlechtert, obwohl grundsätzlich eine Zustimmung zur Kapitalismuskritik von Franz Müntefering festzustellen sei: So teilten 74 Prozent die Meinung, dass viele Unternehmen trotz hoher Gewinne in Deutschland Arbeitsplätze abbauen, lediglich 23 Prozent seien der Meinung, dass dies bei wenigen der Fall ist.

Diese Meinung sei mehrheitlich bei allen Parteianhängergruppen präsent, auch bei denen der CDU/CSU, wo 66 Prozent der Befragten vielen Unternehmen den Jobabbau vorwerfen. Der Befürchtung von Müntefering, dass die Profitgier von Unternehmen langfristig unsere Demokratie gefährdet, stimmten 58 Prozent zu. Dass diese Befürchtung nicht zutrifft, meinten 36 Prozent, sechs Prozent antworten "weiß nicht".

Die Umfrage zeigt auch, dass sich die Grünen trotz der Visa-Affäre stabilisieren konnten. Die Union verbesserte sich im Vergleich zu früheren Ergebnissen ebenfalls leicht.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen allerdings längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie taktische Überlegungen der Wähler etwas stärker zur Geltung. Die SPD käme danach auf 30 Prozent (minus ein Prozent), während sich die CDU/CSU auf 44 Prozent (plus ein Prozent) verbessert. Die Grünen erhielten neun Prozent, die FDP sechs Prozent, die PDS fünf Prozent und die sonstigen Parteien zusammen sechs Prozent (alle unverändert).

Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und FDP eine klare Mehrheit im Bundestag. Das Institut befragte vom 26. bis 28. April 1285 Wahlberechtigte.

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