Umfrage Lehrer in Deutschland genießen wenig Ansehen

Im Wahlkampf ist die Bildung ein zentrales Thema. Auf Lehrer scheint diese hohe Bedeutung aber kaum abzufärben. Einer Studie zufolge sind sie in Deutschland schlecht angesehen. Ganz anders sieht es dagegen in China aus.
48 Kommentare
Ein Lehrer wischt während des Mathematik-Unterrichts die Tafel sauber. Quelle: dpa

Ein Lehrer wischt während des Mathematik-Unterrichts die Tafel sauber.

(Foto: dpa)

LondonDas Ansehen der Lehrer in Deutschland ist einer internationalen Studie zufolge schlecht. Im Vergleich mit 20 weiteren Ländern liege die Anerkennung des Berufsstandes im letzten Drittel auf Platz 16 - nur Lehrer aus Israel, Brasilien, Tschechien, Italien und Japan schnitten noch schlechter ab, teilte die Varkey GEMS Stiftung am Donnerstag in London mit.

Mit einem Index von 21,6 liegt die Bundesrepublik weit hinter Spitzenreiter China und seinem Referenzwert von 100. Auch Griechenland, Großbritannien oder die USA bekommen bessere Werte als Deutschland. Für die repräsentative Erhebung wurden jeweils 1000 Menschen aus 21 Ländern befragt. Neben der generellen Meinung zu Lehrern fragte die Stiftung vor dem Welt-Lehrertag am 5. Oktober unter anderem danach, welche Berufe am ehesten dem Status der Pädagogen entsprächen.

In Deutschland ist der Lehrer demnach am ehesten mit einem Sozialarbeiter zu vergleichen. Deutlich unter fünf Prozent der Menschen sehen ihn dagegen auf einer Stufe mit dem Arzt - ein ähnlicher Wert wie in den meisten anderen europäischen Ländern. Lehrer weiterführender Schulen wurden dabei deutlich besser bewertet als Grundschul-Lehrkräfte.

In deutschen Klassenzimmern scheint die Ehrfurcht vor den Erziehern ebenfalls gering zu sein. Mehr als 40 Prozent der Befragten schätzen, dass Schüler ihre Lehrer nicht respektieren - weniger als jeder fünfte Befragte in Deutschland dagegen geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche die Pädagogen eher achten. Das gesellschaftliche Vertrauen in den Berufsstand ist ebenfalls unterdurchschnittlich. Zudem würden keine 20 Prozent ihre Kinder ermutigen, später Lehrer zu werden, heißt es in der Studie.

Global betrachtet ist das Lehrer-Ansehen in China mit Abstand das höchste. EU-Staaten finden sich - mit Ausnahme Griechenlands, das auf dem zweiten Platz des Rankings steht - eher im Mittelfeld und darunter. Internationales Schlusslicht ist Israel mit einem Index von 2, gefolgt von Brasilien (2,4). Die Varkey GEMS Stiftung betonte, dass ihre Erhebung keine Rückschlüsse auf die Qualität der Ausbildung in den jeweiligen Ländern zulasse.

  • dpa
Startseite

48 Kommentare zu "Umfrage: Lehrer in Deutschland genießen wenig Ansehen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich bin wirklich entsetzt was hier über Lehrer geschrieben wird. Ich habe Mathe (nicht auf Lehramt) studiert und in der Industrie gearbeitet. Da ich dort aber den ganzen Tag programmiert habe wollte ich meinem Leben einen neuen Schwung geben und bin noch mal an die Uni. Da ich schon immer gerne Wissen vermittelt habe und Kinder mag, habe ich mich für das Lehramt entschieden. Also habe ich dann Lehramt für Mathematik und Informatik studiert und bin nun im Referendariat.
    1. Von wegen die Lehramtsstudenten bekommen alles geschenkt. Als ich Lehramt studiert habe, haben ne ganze Menge das Studium abgebrochen, weil es denen zu schwer war. In Informatik war ich am Ende die einzige und hatte Einzelvorlesungen und Prüfungen.
    2. Ich habe bisher noch nicht erlebt, dass ich mich in der Schule oder nachmittags gelangweilt habe. Aber da will ich mich auch nicht wiederholen. Das Leher Vor- sowie Nachbereiten müssen wurde ja schon öfters mal geschrieben. Also die Leute die sich hier erlauben solche Vorurteile zu verbreiten, obwohl sie noch nie Lehrer waren oder einen kennen, kann ich leider nicht ernst nehmen. Die, die schlechte Erfahrungen mit ihrem damaligen Lehrer gemacht haben o.ä. dann tut es mir Leid, aber ich hatte auch schon mal nen schlechten Anstreicher. Deswegen denke ich jetzt, dass alle Anstreicher nix können und ich mach das lieber selbst! Genauso wie faulen Bürokaufleute! Sitzen den ganzen Tag auf ihrem Hintern und trinken Kaffee! Tzzzz Leute! Bitte mehr Nachdenken!

  • Wenn man sich die Kommentare mancher Leute so anhört, dann wundert es mich nicht, dass ihre Kinder keinen Respekt mehr vor den Lehrern haben. Ich bin selbst Lehrerin und ich muss sagen, dass die Eltern die schlimmsten sind. Drohungen, Bestechungen ... nur damit ihr Kind aufs Gymnasium geht, nicht sitzen bleibt etc.

    Und dann muss man sich ständig anhören Lehrer wären faul etc., aber dann erwarten, dass wir die Kinderchen bestmöglich 'fördern', also ihnen am liebsten die 1er in den Hintern schieben. Also die einzigen Ferien, die ich wirklich als Ferien bezeichnen kann, dass sind die Sommerferien, der Rest ist eingedeckt mit Korrekturen. Und vielleicht sollte man sich als 'Lehrer-Beschimpfer' auch mal Gedanken machen, dass man als Lehrer keinen wirklichen Feierabend hat, denn, wenn der Unterricht beendet ist beginnt das Vorbereiten der nächsten Stunden, Erstellen von Klausuren ... Mein Wochenende besteht aus Samstag, denn Sonntag muss man sich wieder auf den Montag vorbereiten. Wenn ich beispielsweise von 8 Uhr bis 13 Uhr Unterricht habe, dann bin ich um 7 Uhr in der Schule und verlasse das Gebäude um ca. 14 Uhr.

    Eltern erwarten so viel von den Lehrern, bringen ihnen aber selbst keinen Respekt entgegen.

  • Die Lehrer die 30 Jahre und mehr Unterricht leisten, haben in dieser Zeit
    ihr eigenes Biotop geschaffen. Ob antiautoritäre Erziehung oder Racheakten an Kindern,nun haben die meist Grün angehauchten Pädagogen ihr geschaffenes Schlachtfeld jeden Morgen.

    Migranten meist in der Überzahl, so erzogen sich von Frauen nichts sagen zu lassen, bis zu Forderungen Muslimischer
    Regeln, die Lehrer gerne nachkommen um des eigenen Friedens wegen.

    Ab der 4 Klasse fliehen kluge Kinder auf das Gymnasium und entkommen dsmit kommenden Jahre der Gewalt und Unterdrückung. Der Rest muss in Zwangs-Ganztagsschulen
    ihre Rolle als Unterdrücker oder Opfer finden.

    Opfer die sich wehren, werden von bestimmten Lehrern als Rechtsradikal eingestuft.

    Bildung ist nicht mehr möglich ohne Beulen für Lehrer. Aber die Schulen der 100 Kulturen war schon immer Wunsch
    unserer Politiker, die aber heute nicht eine Stunde Unterricht durchstehen würden.

  • FALSCH . sie IMMER NOCH NICHT SINN VERSTANDEN .

  • Techniker
    Das klingt für mich überhaupt nicht kalt. Ich habe damit wenig Probleme. Große Projekte, von der Zeitabwicklung und Volumen her sind halt nicht einfach zu händeln. Es muss ja nicht jede Baustelle so enden wie wie der Berliner Flughafen, oder die Großbaustelle Schulen, und das dafür geeignete Personal.

  • @der_Techniker,
    in allen Großstrukturen haben sie natürlich das Problem, dass sich leistungsschwache Mitarbeiter zu bequem einrichten können. Teilweise hat das auch mit Vorstellung über die Art der Tätigkeit zu tun. Ich hatte das Glück in einer kleinen 30 Mann Firma zu arbeiten, da gab es so etwas nicht. Dafür war gar kein Druck notwendig, alle waren motiviert.
    Nach einer Belegschaftsvergrößerung mit Jungakademikern gab es für kurze Zeit Probleme, die wollten zwar alles verbessern, aber sich nicht mit den Problemen der Umsetzung abgeben, daran sie fast alle gescheitert. Das Ende vom Lied war, das sie sich alle weg beworben haben, bevor sie gekündigt wurden. Die arbeiteten anschließend bei Daimler und anderen großen Unternehmen, die ihre Wichtigkeit zu schätzen wussten.
    Später sind wir selbst gekauft worden, da gab es solange Druck, bis wir letztlich kaputt waren, weil es leichter ist die Konkurrenz zu ersticken, statt sich ihr zu stellen.
    Letztlich ist es auch eine Frage der Größe und Ausrichtung der Firma. Je kleiner und spezialisierter, desto seltener solche Probleme. Je systemrelevanter und mitbestimmter ein Unternehmen, desto größer die Probleme. Einfach weil in den extrem langkettigen Arbeitsteilungen der Bezug zum Markt und seinen Notwendigkeiten verloren geht.
    Das ist natürlich in der Verwaltung und bei Lehrern besonders extrem, einfach weil es keinen Markt gibt, der korrigierende Anpassungen erzwingt.

    H.

  • Ecke,
    hinter dem was ich mit "unfähig" bezeichnet habe, können sich in der Tat die verschiedensten Ausprägungen des "nicht auf die Kette kriegens" verbergen.
    Das reicht von schlichter Faulheit,Ignoranz/innerer Kündigung bis hin zu tätsächlicher Unfähigkeit im eigentlichen Sinne des Wortes. Ich kann in meinem Beruf nicht im Einzelfall analysieren warum gewisse Leute sich so verhalten, sondern muß Wege finden das gesamte Vorhaben weiterzuentwickeln. Das mag kalt klingen ist aber in größeren Organisationen (leider?) kaum anders zu machen.

    Meine berufliche Funktion in einem Satz?
    Gewisse technische Vorhaben innnerhalb eines gesteckten Zeit- und Kostenrahmens bei vom Kunden akzeptierter Qualität durch die eigene Organisiation zu bringen. Ich mache "irgendwas mit Projekt" ;).

  • Es gibt in allen Berufen Leistungsträger, Mitläufer und Versager - egal ob es sich Ärzte, Polzisten, Ingenieure, Maurer und eben auch Lehrer handelt. Die gibt es auch bei den Eltern - da verstecken sich die Mitläufer und Versager bezüglich der Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder hinter den Lehrern. Klappt das mit der geplanten Entwicklung der Kinder nicht, so sind die Lehrer schuld. Ich halte solche Umfragen für absoluten Blödsinn.

  • Sie machen mich neugierig, und ihre funktionale Tätigkeit wäre in etwa.
    Aber wie können Sie unfähigen Leuten dazu bringen ihren Qualitätsnachweis zu erbringen. Wenn sie doch unfähig sind.

    "unfähige Leute dazu zu bringen einfach mal die Arbeit zu tun für die sie bezahlt werden. Und diese Leute haben meistens ein Diplom, Master oder ähnliches aus dem technischen Bereich in der Tasche".

  • Toller Vergleich - ich operiere mich jetzt selbst. Und genau das machen Sie doch. Aber nach zehn Hauptschuljahren Schüler nicht einmal das kleine ein mal eins beherrschen. Und wenn Abiturienten in Berlin gerade mal das Volksschulniveau vergangener Jahre erreichen, dann ist da was oberfaul.
    Rein binärer Sachverhalt, entweder ist das Personal total unfähig, oder ein Großteil der Schüler ist nur bedingt lernfähig.
    Mich würde einmal interessieren wie Lehrer sich einschätzen würden wenn sie in einem Industrie/Handwerksbetrieb arbeiteten. Könnten sie das überhaupt.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%