Umfrage
Linke auf dem Weg zur Regionalpartei

Beinahe jeder zweite Deutsche sieht die Linkspartei nach der Bundestagswahl 2013 in der Zuschauerrolle. Daran können auch weder Oskar Lafontaine noch Sahra Wagenknecht etwas ändern, glauben die Teilnehmer einer Umfrage.
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BerlinFast die Hälfte der Deutschen traut der Linkspartei den Wiedereinzug in den Bundestag im kommenden Jahr nicht mehr zu. In einer Umfrage des Institutes YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa prognostizierten 44 Prozent, die in Flügelkämpfe verstrickte Linke werde bei der Wahl 2013 an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. 39 Prozent glauben dagegen, dass die Linke auch dem nächsten Bundestag angehören wird. Zwei Drittel trauen der Linken auch langfristig keine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene zu. Nur 20 Prozent halten die Partei perspektivisch für koalitionsfähig.

Die Linke hat seit Monaten mit Führungsquerelen zu kämpfen und stürzte seit der Bundestagswahl 2009 in den Umfragen von 11,9 auf derzeit 5 bis 6 Prozent ab. Am Wochenende will die Linke auf einem Bundesparteitag in Göttingen eine neue Führung wählen.

Nach Einschätzung von 59 Prozent der Befragten hätte auch ein Comeback von Oskar Lafontaine die Erfolgschancen der Partei bei Wahlen nicht verbessern können. Nur 21 Prozent glauben, dass der Gründungsvater der Partei für Stimmengewinne gesorgt hätte. Ähnlich gering wird der Effekt eines Aufstiegs der Lebensgefährtin Lafontaines, Sahra Wagenknecht, an die Parteispitze eingeschätzt. Nur jeder Fünfte traut ihr eine Verbesserung der Wahlchancen zu.

Angesichts der schlechten Ergebnisse bei den jüngsten Landtagswahlen in Westdeutschland glauben 44 Prozent der Befragten, dass die Linke auf dem Weg zurück zur ostdeutschen Regionalpartei ist. Nur 27 Prozent sehen für die Linke eine Zukunft als gesamtdeutsche Partei.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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