Umfrage
Merkel beliebter als Steinmeier

Eigentlich hatte sich die SPD von der Nominierung Frank-Walter Steinmeiers zum SPD-Kanzlerkandidaten mehr erhofft. Nach einer aktuellen Umfrage bleibt er zwar angesehen, aber Kanzlerin Merkel überholt den Außenminister auf der Beliebtheitsskala. Wer Kanzler werden soll, ist für die Mehrheit ebenfalls klar.

HB KÖLN/BERLIN. Fast einen Monat nach der Nominierung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum SPD-Kanzlerkandidaten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Vergleich zu ihm an Ansehen gewonnen. Laut ARD -"Deutschlandtrend" würden sich 32 Prozent der Bürger für den Außenminister und 53 Prozent für die Amtsinhaberin entscheiden, wenn sie den Kanzler direkt wählen könnten und sich zwischen beiden entscheiden müssten. Merkel verbesserte sich damit gegenüber dem Vormonat um fünf Punkte, Steinmeiers Wert blieb unverändert.

Auf der Liste der beliebtesten Politiker löste Merkel Steinmeier sogar an der Spitze ab, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap weiter ergab. 69 Prozent (plus 6) sind mit ihrer Arbeit zufrieden, 68 Prozent (plus 1) mit seiner. Auf dem dritten Platz folgt der designierte SPD-Vorsitzende Franz Müntefering mit 54 Prozent Zustimmung - er büßte aber acht Punkte im Vergleich zum Vormonat ein.

Auch beim Profilvergleich liegt die CDU-Chefin im Vergleich zum Vizekanzler in den meisten Punkten klar vorn. Die Bürger sind demnach der Ansicht, Merkel sei "die stärkere Führungspersönlichkeit" (57:25), "besser mit den Problemen der Bürger vertraut" (45:19), habe "den größeren wirtschaftspolitischen Sachverstand (45:21) und gebe "in der Öffentlichkeit die bessere Figur ab" (42:37). Sie halten die Kanzlerin zudem für sympathischer (45:29), glaubwürdiger (43:21) und verlässlicher (41:19) als Steinmeier.

In der sogenannten Sonntagsfrage verlieren gegenüber September sowohl Union als auch SPD leicht. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die Union um einen Punkt auf 35 Prozent sinken, die SPD um ebenfalls einen Punkt auf 25 Prozent. Die FDP würde um zwei Punkte auf 13 Prozent zulegen. Die Grünen gewönnen einen Punkt und lägen bei elf Prozent. Die Linke verlöre einen Punkt und käme auf elf Prozent.

Auf dem Gebiet der Finanzpolitik trauen nur 24 Prozent der Bürger der SPD am ehesten zu, "für ein gerechtes Steuer- und Abgabensystem zu sorgen". Über die Union denken dies 21 Prozent, über die FDP 13, über die Linke fünf und über die Grünen drei Prozent. 21 Prozent trauen dies keiner Partei zu. Nur jeweils 17 Prozent trauen Union und SPD am ehesten zu, "sorgsam mit dem Geld des Steuerzahlers umzugehen", 40 Prozent trauen dies keiner Partei zu.

Infratest dimap befragte am 29. und 30. September 1 000 Wahlberechtigte, zur Sonntagsfrage vom 29. September bis 1. Oktober 1 500 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz beträgt bis zu 3,1 Prozentpunkte.

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