Umfrage
Rot-Grün steht vor Wahlniederlage

Gut zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen liegen CDU und FDP dort in der Wählergunst weiter deutlich vorn. Die SPD legte einer Umfrage zufolge trotz Kapitalismuskritik nur leicht zu. Die Gefahr der Wahlniederlage rückt damit immer näher. Auch auf Bundesebene läuft es für die Koalition nicht besser.

HB BERLIN. Würde das Parlament in Nordrhein-Westfalen bereits am Sonntag gewählt, kämen CDU und FDP wie in der Vorwoche auf 45 beziehungsweise sieben Prozent, berichtete die ARD am Mittwochabend. Die SPD legte um einen Zähler auf 35 Prozent zu, während die Grünen einen Punkt auf acht Prozent verlören.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland hatte die ARD insgesamt 1010 Wahlberechtigte befragen lassen. Eine Wahlniederlage von Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen gilt auch als Gefahr für die rot-grüne Koalition im Bund.

Auch auf Bundesebene kann die SPD der Umfrage zufolge keinen Nutzen aus der von ihrem Vorsitzenden Franz Müntefering angestoßenen Kapitalismus-Debatte ziehen. Würde am Sonntag ein neuer Bundestag gewählt, kämen die Sozialdemokraten nur noch auf 29 Prozent und verlören damit gegenüber dem Deutschland-Trend vom 19. und 20. April einen Prozentpunkt.

Die Grünen könnten unverändert mit zehn Prozent rechnen. Dagegen würden sich Union und FDP um je einen Punkt auf 45 beziehungsweise sieben Prozent verbessern. Die um einen Punkt auf vier Prozent abgesackte PDS würde an der Fünf-Prozent-Klausel scheitern.

Der wegen der Visa-Affäre unter Druck stehende Außenminister Joschka Fischer hat auch in der ARD-Umfrage seine seit Jahren gehaltene Position als beliebtester deutscher Politiker verloren. Der Grünen-Politiker liegt nun hinter Innenminister Otto Schily (SPD) auf dem zweiten Platz.

Es folgen die Unions-Vorsitzenden Edmund Stoiber (CSU) und Angela Merkel (CDU) vor Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Müntefering. Mehr als zwei Drittel der Befragten hätten die Kritik Münteferings an Teilen der Wirtschaft als berechtigt bezeichnet, hieß es.

Allerdings glaubten nur 24 Prozent der Befragten, dass die Kritik dem Standort Deutschland nütze. 54 Prozent hielten sie für schädlich. Für den Deutschlandtrend hatte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Montag und Dienstag 1512 Wahlberechtigte in ganz Deutschland befragt.

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