Umfrage
Schwarz-Gelb hat nur noch hauchdünnen Vorsprung

Drei Monate nach der Bundestagswahl hat die schwarz-gelbe Koalition in der Wählergunst nur noch einen hauchdünnen Vorsprung vor der Opposition. Der Konflikt um die angekündigten Sparpläne geht derweil weiter.
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HB HAMBURG. Im „Stern-RTL-Wahltrend“ kommt die Union wie in der Vorwoche auf 35 Prozent, die FDP stagniert bei zwölf Prozent. Die SPD verbesserte sich dagegen um einen Punkt auf 22 Prozent. Auch die Linke konnte einen Punkt zulegen, sie erreicht zwölf Prozent. Die Grünen fallen um dagegen um einen Punkt auf ebenfalls zwölf Prozent. Für sonstige Parteien würden sich sieben Prozent der Wähler entscheiden (minus ein Prozent).

Gemeinsam ergeben sich für Schwarz-Gelb 47 Prozent, nur ein Punkt mehr als für Rot-Rot-Grün (zusammen 46 Prozent). Es ist der geringste Vorsprung für Union und FDP seit der Wahl am 27. September. Damals betrug er in der Umfrage von „Stern“ und RTL rund drei Punkte.

Befragt wurden 1.004 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus drei Prozentpunkte.

Die SPD kritisierte die Koalition scharf für eine „verantwortungslose Geheimniskrämerei“ um ihre Sparpläne. Die Regierung müsse kommende Belastungen der Bürger frühzeitig offen legen, sagte der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel den „Ruhr Nachrichten“. Die Koalition müsse jetzt erklären, „wie sie den Haushalt konsolidieren will und welche Mehrbelastungen auf die Bürger zukommen.“ Verschweige die Koalition ihre Pläne vor der NRW-Landtagswahl, bereitet sie einen Wahlbetrug vor, erklärte Gabriel erneut.

SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil rechnet damit, dass die Bürger sich auf Kürzungen bei den Freibeträgen für Feiertags- und Schichtarbeit einstellen müssen. Obwohl die schwarz-gelbe Regierung längst wisse, wo sie den Normalverdiener schröpfen wolle, treibe sie eine „verantwortungslose Geheimniskrämerei“ um ihre Sparpläne, sagte Heil der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Es geht nicht, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble mit ernster Miene Einsparungen ankündigt, dann aber nicht verrät, wo gespart werden soll“, sagte Heil. Das sei schlechter Stil.

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