Umfrage
SPD-Anhänger uneins über Rauswurf Sarrazins

Die SPD-Anhänger sind laut einer Umfrage uneinig, ob der frühere Bundesbanker Thilo Sarrazin wegen seiner Äußerungen in der Integrationsdebatte aus der Partei ausgeschlossen werden soll. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel schloss derweil eine gütliche Einigung mit Sarrazin nicht völlig aus.
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HB BERLIN. 48 Prozent sind gegen einen Rauswurf des früheren Berliner Finanzsenators, 45 Prozent dafür, wie eine Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" ergab. Unter Berücksichtigung auch von Anhängern anderer Parteien unter den 1000 Befragten votierten 57 Prozent gegen den Rauswurf, 39 Prozent für ihn.

Die SPD in Bund und Berlin will ihr jahrzehntelanges Mitglied ausschließen, weil sie ihm nach der Veröffentlichung seines Buches "Deutschland schafft sich ab" parteischädigendes Verhalten vorwirft.

In dem Buch bescheinigt Sarrazin vor allem muslimischen Zuwanderern aus der Türkei und arabischen Ländern, sie seien unfähig und unwillig zu einer Integration. Zudem seien sie ungebildeter und vermehrten sich mehr als Deutsche, weshalb Deutschland immer dümmer werde. Auch seine teils zurückgenommene Behauptung, alle Juden teilten bestimmte Gene, löste Empörung aus.

Sarrazin bestätigte inzwischen, dass er Mitte November den schriftlichen SPD-Ausschlussantrag per Post bekommen habe. Der 65- Jährige hat danach bis Ende des Jahres Zeit, sich dazu zu äußern. Über den Ausschluss befindet eine unabhängige, dreiköpfige Schiedskommission seines Berliner SPD-Kreisverbandes Charlottenburg- Wilmersdorf.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel schloss indessen kurz nach Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens gegen Sarrazin eine gütliche Einigung nicht völlig aus. "Das muss das Schiedsgericht entscheiden. Ich habe ein aufgeklärtes und modernes Weltbild und hoffe immer auf die Einsicht von Menschen", sagte Gabriel der Zeitung "Bild am Sonntag".

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