Umfrage
SPD sackt auf schlechtesten Wert seit zwei Jahren

Es ist der schlechteste Wert für die Sozialdemokraten seit zwei Jahren: Die SPD hat in der Wählergunst weiter an Boden verloren. Auch bei der Kanzlerpräferenz kann Parteichef Beck Konkurrentin Angela Merkel (CDU) nicht das Wasser reichen.

HB KÖLN. In der bundesweiten Sonntagsfrage im Auftrag der "Tagesthemen" verliert die SPD im Vergleich zum Vormonat einen Punkt und erreicht 27 Prozent. Einen solchen Wert hatten die Demoskopen von Infratest dimap zuletzt im Juli 2005 ermittelt. Wenige Monate später, bei der Bundestagswahl im September 2005, erreichte die SPD dann allerdings 34,2 Prozent der Zweitstimmen.

Die Union legte dagegen einen Prozentpunkt zu und erreichte mit 39 Prozent das höchste Ergebnis in der bundesweiten Sonntagsfrage seit Anfang Mai. Auch mit ihrer Arbeit in der Regierungskoalition kommen CDU/CSU offensichtlich besser an: 41 Prozent gaben an, mit der Arbeit der Union zufrieden zu sein. Bei der SPD waren es den Angaben zufolge nur 27 Prozent.

Könnten die Bürger den Kanzler direkt wählen, würden sie sich weiterhin für Amtsinhaberin und CDU-Politikerin Angela Merkel entscheiden. 60 Prozent der Stimmen vereinigt die Kanzlerin in der aktuellen Umfrage auf sich. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Mai und der beste Wert, den Infratest dimap je für sie gemessen hat. Dagegen schneidet ihr möglicher Herausforderer Kurt Beck mit 19 Prozent so schlecht ab wie nie zuvor.

Die kleineren Parteien FDP und Grüne stabilisierten sich in der aktuellen Erhebung auf niedrigem Niveau: Die Grünen bleiben bei elf, die Liberalen bei neun Prozent. Trotz des Stimmengewinns bei der Union hätte ein schwarz-gelbes Bündnis damit weiterhin keine Mehrheit. Die Linkspartei gibt im Vergleich zum August einen Prozentpunkt ab und kommt auf zehn Prozent.

Auf ein positives Echo stößt laut aktuellem Deutschlandtrend der Vorschlag von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, sich mit einem Pflegefall in der Familie als Arbeitnehmer eine sechsmonatige unbezahlte Auszeit nehmen zu können. Rund 61 Prozent sind den Angaben zufolge der Ansicht, dass die so genannte „Pflegezeit“ in eine richtige Richtung gehe. 36 Prozent lehnten den Vorschlag ab.

Mehrheitlich zu niedrig finden die Bürger die Zahlungen an Hartz-IV-Empfänger. Insgesamt 51 Prozent votierten gegen die bestehende Regelung, 29 Prozent hielten sie für angemessen und sieben Prozent für zu hoch. Rund 41 Prozent glauben außerdem, dass den Betroffenen mit dem alten System der Sozialhilfe mehr geholfen sei.

Für die Umfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen befragte Infratest dimap am 3. und 4. September 1000 Bundesbürger. Für die Sonntagsfrage wurden 1500 Wahlberechtigte befragt.

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