Umfrage
Toleranz gegenüber Muslimen sinkt

In Deutschland sinkt nach einer Umfrage die Toleranz gegenüber dem muslimischen Glauben. Demnach sind die Deutschen zunehmend der Ansicht, dass ein friedliches Zusammenleben mit der islamischen Welt auf Dauer unmöglich sein werde.

HB FRANKFURT. Das sei eine Folge des diffusen Gefühls der Bedrohung und der vermuteten Intoleranz des Islam, stellte das Allensbach-Institut in einer Umfrage für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) fest.

Auf die Frage, ob es in Zukunft zu Konflikten zwischen der westlichen und der arabisch-muslimischen Kultur kommen werde, antworteten 65 Prozent der Befragten mit ja. Stark gestiegen ist der Anteil der deutschen Bevölkerung, der davon ausgeht, dass es in Deutschland zu Spannungen mit den Muslimen kommt. Er ist von 30 Prozent im Jahr 2002 auf 58 Prozent im Mai dieses Jahres gewachsen.

Indes hat die Debatte um die Integration von Muslimen auch Österreich erreicht. Dort sorgt eine Studie vom vom österreichischen Innenministerium für Aufregung. Demnach ist nicht einmal jeder zweite im Land lebende Muslim integrationswillig. Der konservative Bundeskanzler Wolfgang Schüssel betonte, Zuwanderer müssten die deutsche Sprache lernen und „österreichische Traditionen respektieren“. An der Studie haben unter anderem Experten der Universität Erlangen (Bayern) mitgearbeitet.

In Österreich leben etwa 400 000 Muslime, rund fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Islam wurde bereits unter Kaiser Franz Josef als Religion anerkannt. Anlass für die Untersuchung seien die Terroranschläge in London gewesen, die von integrierten Einwanderern der zweiten und dritten Generation verübt wurden, sagte Innenministerin Liese Prokop. Sie sei überzeugt, dass es „wirklich Probleme“ bei der Integration gebe: „Probleme wie in Frankreich oder in Berlin sollen vermieden werden“, sagte sie. „Wer hier leben und wohnen will, muss auch die Bereitschaft zur Integration haben.“

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