Umfrage unter Dax-30-Firmen: Personalchefs suchen Strategien gegen Überalterung
Unternehmen wollen mehr qualifizierte Frauen einstellen

Um den drohenden Fachkräftemangel in Deutschland abzuwenden, wollen knapp 80 Prozent der Personalchefs deutscher Großunternehmen in Zukunft mehr gut ausgebildete Frauen durch Teilzeitangebote anwerben. Für Betriebskindergärten oder Heimarbeitsplätze machen sich allerdings nur jeweils 28 Prozent stark. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter den Personalchefs der Dax-30-Unternehmen hervor. Das Handelsblatt hat sie Anfang Juni mit einem standardisierten Fragebogen schriftlich befragt. Parallel dazu wurden rund 800 börsennotierte Aktiengesellschaften befragt.

DÜSSELDORF. Aktuell sind Frauen in deutschen Großunternehmen noch unterrepräsentiert: Gerade einmal ein Drittel der Belegschaft der Dax-30-Unternehmen ist weiblich, davon arbeiten im Durchschnitt knapp 20 Prozent in Teilzeit. Damit sich das ändert, sollte das Interesse von Frauen an technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen geweckt werden, fordert Thomas Sattelberger, Vorstandsmitglied bei Continental, der sich an der Umfrage beteiligt hat.

Zwar wird das Schrumpfen der Bevölkerung erst in zwanzig Jahren deutliche Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen, prognostiziert das Statistische Bundesamt. Die Angst vor den Folgen – überalterte Belegschaften in den Betrieben und Nachwuchsmangel – ist in deutschen Großunternehmen aber schon heute präsent: 75 Prozent der befragten Personalchefs befürchten, dass die Überalterung der Gesellschaft einen Fachkräftemangel auslösen wird. Aktuell ist die Lage allerdings noch entspannt: Nur 18 Prozent der deutschen Großunternehmen berichten schon jetzt über einen Mangel an Hochspezialisierten.

Dennoch steht für viele die Vorbereitung auf die Folgen der demografischen Entwicklung bereits jetzt auf der Tagesordnung. Für insgesamt 68 Prozent der Befragten ist die Ausbildung von mehr Nachwuchs im eigenen Betrieb die zweite wichtige Säule, um dem Mangel an Hochqualifizierten zu begegnen. Die „Intensivierung der internen Personalentwicklungs- und Personalbindungspolitik im eigenen Haus“ ist für den Personalchef von Continental eine wichtige Strategie, um den Fachkräftemangel in Zukunft zu mildern.

Gleichzeitig versuchen nahezu alle Unternehmen, ihre Mitarbeiter durch betriebsinterne Fortbildung weiterzuqualifizieren – um der Veraltung von Wissen entgegenzuwirken. Im Durchschnitt reservieren die Dax-30-Unternehmen dazu drei Arbeitstage im Jahr. Bei Continental müssen die Arbeitnehmer allerdings ihre Freizeit für die Fortbildung opfern. Pro Arbeitnehmer steht im Durchschnitt ein Betrag von 1 590 Euro zur Verfügung, zeigt die Umfrage.

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