Umfrage
Vertrauen in Aufschwung ist gedämpft

Die Deutschen werden skeptischer. Einer Umfrage zufolge sehen die Bundesbürger wieder Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen. Auch die Erwartungen zur eigenen wirtschaftlichen Situation sind nicht rosig. Entsprechend gut kommt der Beck-Vorstoß zu Korrekturen bei den Arbeitsmarktreformen an.

HB MAINZ/BERLIN. Waren im Mai dieses Jahres laut ZDF-Politbarometer noch 61 Prozent optimistisch, dass es mit der Konjunktur weiter aufwärts geht, so sind es jetzt nur noch 43 Prozent, zeigt Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. Ähnlich wie in den vergangenen Monaten glauben nur 17 Prozent, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in einem Jahr verbessert haben wird, 53 gehen davon aus, dass sie gleich bleiben wird. 69 Prozent können keinerlei Verbesserung ihrer persönlichen Wirtschaftslage durch den Aufschwung feststellen.

Die Überlegungen in der SPD, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I für Betroffene von 45 Jahren an wieder zu verlängern, werden von 82 Prozent unterstützt. Die Zustimmung war dabei nach Angaben der Meinungsforscher unter den Anhängern aller Parteien ähnlich hoch.

Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU auf 41 Prozent (plus 1 Prozentpunkt) kommen, die SPD würde 30 Prozent (plus 1) erreichen. Die FDP erhielte 7 Prozent (minus 1), die Linke unverändert 10 Prozent, die Grünen kämen auf 8 Prozent (minus 1).

In der von plus 5 bis minus 5 reichenden Beliebtheitsskala des Politbarometers haben die wichtigsten Politiker fast durchweg an Ansehen verloren. Weiterhin angeführt wird die Liste der Top Ten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem Durchschnittswert von 2,1 (September: 2,4). Platz zwei hält Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 1,6 (1,9). Auf Platz fünf liegt SPD-Chef Kurt Beck mit 0,7 (0,8) nach den Angaben ganz knapp vor Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mit fast identischen Werten.

Wenig Veränderung erwarten die Befragten durch den Wechsel im Amt des CSU-Vorsitzenden. Dass unter Erwin Huber der Einfluss der CSU auf die Bundespolitik eher zunehmen wird, meinen 10 Prozent, dass er eher abnehmen wird, 12 Prozent. 64 Prozent meinen, dass sich nicht viel ändern wird. Die besonders von der CSU vertretene Forderung, dass Eltern ab 2013 ein Betreuungsgeld erhalten, wenn sie ihre Kleinkinder zuhause selbst betreuen, wird von 67 Prozent unterstützt und von 30 Prozent abgelehnt.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen interviewte vom 1. bis 4. Oktober 1329 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.

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