Umfrage: Viel Zustimmung für Sarrazins Thesen

Umfrage
Viel Zustimmung für Sarrazins Thesen

Die Thesen von Thilo Sarrazin zum Thema Ausländer und Integration haben in den letzten Wochen die öffentliche Diskussion geprägt. Während dem Noch-Bundesbankvorstand aus der Politik ein heftiger Gegenwind entgegen bließ, unterstützen viele Bürger in Deutschland seine Positionen.
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HB BERLIN. 56 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Thilo Sarrazin mit seiner Kritik Recht habe, 28 Prozent verneinen das (weiß nicht 16 Prozent). Diese Einschätzung wird in fast allen Parteianhängergruppen mehrheitlich geteilt, lediglich bei den Anhängern der Grünen halten sich Zustimmung und Ablehnung die Waage.

Unabhängig von der politischen Couleur beklagt die Mehrheit ein schlechtes Miteinander von Deutschen und Ausländern: Für insgesamt 57 Prozent funktioniert das Zusammenleben von Deutschen und Zuwanderern bei uns weniger gut (47 Prozent) oder gar nicht gut (10 Prozent), für zusammen 40 Prozent jedoch gut (38 Prozent) oder sehr gut (2 Prozent). Dabei meinen 38 Prozent, dass für die Integration von ausländischen Mitbürgern bei uns zu wenig getan werde, 34 Prozent halten es für gerade richtig, und 21 Prozent glauben, es werde zu viel getan (weiß nicht: sieben Prozent).

Von einem mangelnden Integrationswillen der in Deutschland lebenden Ausländer gehen 68 Prozent der Befragten aus, lediglich 24 Prozent glauben, dass die meisten Ausländer genug für ihre Eingliederung tun (weiß nicht: acht Prozent).

Der umstrittene Bundesbankvorstand Sarrazin ist inzwischen einer drohenden Entlassung zuvorgekommen und erklärte seinen Rücktritt. Sarrazin habe Bundespräsident Christian Wulff um die Entbindung von seinem Amt gebeten, teilte die Bundesbank am Donnerstag mit. Das Geldhaus will den bei Wulff gestellten Antrag auf Entlassung Sarrazins zurückziehen.

Dem Bundespräsidenten bleibt somit eine heikle Entscheidung erspart: Juristen hatten bezweifelt, ob die Abberufung im Falle einer Klage Sarrazins einer gerichtlichen Prüfung standhalten würde. Auch für Bundesbankchef Axel Weber dürfte die Einigung eine große Erleichterung sein, da der Aufruhr um Sarrazin seine Chancen schmälerte, den im nächsten Jahr erhofften Aufstieg an die Spitze der EZB zu schaffen. Der 65-jährige Berliner Ex-Finanzsenator steht auch in der SPD vor dem Rauswurf.

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  • Sarrazin legt seinen Finger in eine offene Wunde, wie die große Zustimmung zeigt. Nun kann man zwar trefflich darüber streiten, ob Stil und Wortwahl gerechtfertigt sind. Doch wer das Thema gefühl- und rücksichtsvoller angeht findet weder in unserer Gesellschaft, noch Politik Gehör. Politiker versuchen mit billiger Polemik Kritiker mundtot zu machen - eine Schande in einem demokratischen Rechtsstaat. Wahrheiten dürfen nicht mehr ausgesprochen werden, siehe Erika Steinbach. Eine Politikerclique, die keine schon lange keine Mehrheit mehr besitzt, spielt sich zu Moralaposteln und Gutmenschen auf. Pfui! Da es an Alternativen fehlt, kann man sich nur noch angewidert abwenden.

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