Umfrage zum öffentlichen Dienst
Die Lieblinge der Deutschen

Feuerwehrmänner und Müllabfuhr genießen hohes Ansehen unter den Deutschen. Insgesamt hat der öffentliche Dienst einer Studie zufolge an Ansehen gewonnen. Zugleich wünschen sich die Bundesbürger einen stärkeren Staat.

BerlinSollte ein Feuerwehrmann an eine fremde Tür klopfen, könnte er mit einem herzlichen Empfang rechnen. Keine andere Berufsgruppe genießt unter Deutschen ein höheres Ansehen. Das zeigt eine vom Beamtenbund (dbb) beauftragte und vom Forsa-Institut durchgeführte Studie, für die 2003 repräsentativ ausgewählte Bürger befragt wurden. 93 Prozent gaben in der „Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2016“ an, ein sehr positives Bild von Feuerwehrleuten zu haben.

Ein besseres Eigenmarketing hingegen könnten Versicherungsvertreter gebrauchen: Nur bei neun Prozent der Befragten genießen sie ein hohes Ansehen, wie die Studie ergibt. Generell zeigte sich: Der öffentliche Dienst und seine Mitarbeiter sind bei Bundesbürgern positiv besetzt. Ärzte, Erzieher, Polizisten, Richter, Lehrer und Müllmänner gehören zu den Berufsgruppen mit dem besten Image.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die meisten Bundesbürger wünschen sich eine stärkere politische Zentralisierung in Deutschland. Ob Polizei, Schulen oder Beamtenbesoldung – jeweils mehr als die Hälfte der Befragten sähe diese Kompetenzen gerne beim Bund, bisher sind die Länder zuständig. Dazu passt, dass 72 Prozent einen starken Staat zum Schutz vor ausufernden Entwicklungen der Globalisierung befürworten. 2007 waren das nur 66 Prozent.

Und wie bewerten die Deutschen ihren Staat? Das hängt von den Behörden ab. Waren 2015 für die Studienteilnehmer noch Schulen die wichtigste öffentliche Einrichtung, kommen dieses Jahr auch Krankenhäuser und Polizei auf einen Zuspruch von 99 Prozent – und wurden mit der Schulnote 2,2 im Schnitt auch etwas besser bewertet als die deutschen Schulen (2,4). Mit 1,9 bekam die Müllabfuhr die beste Bewertung aller öffentlichen Einrichtungen, die Arbeitsämter schnitten am schlechtesten ab (3,1). Insgesamt bewerten die Deutschen den öffentlichen Dienst etwas besser als noch im Vorjahr.

„Das ist auch ein Vertrauensbeweis für staatliches Handeln insgesamt!“, kommentierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Ergebnisse der dbb-Umfrage. Besonders freue ihn das hohe Ansehen öffentlich Bediensteter: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich diesen Respekt erarbeitet und sie haben ihn verdient, nicht nur in außergewöhnlichen Lagen, sondern auch im Alltäglichen, Tag für Tag, wenn sie Menschen in Not helfen, Kinder unterstützen, Streit schlichten, lehren oder Recht sprechen.“

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