Umfrageabsturz
Der erste SPD-Fürst wird nervös

Hamburgs SPD-Chef Ingo Egloff hat die Nase voll vom Umfragetief seiner Partei, die auf Bundesebene bei 20 Prozent dümpelt. Seine Forderung: Konsequenzen ziehen, Kanzlerfrage klären – am besten noch bis zum Sommer.

HB HAMBURG. 20 Prozent – in der Wählergunst ist die SPD bundesweit auf ein Rekordtief abgeschmiert – und ob die Genossen damit schon den Boden erreicht haben, oder gar weiter abstürzen, ist noch nicht abzusehen. Kein Wunder, dass die Partei nervös ist und Rufe nach Konsequenzen laut werden. Als einer der ersten SPD-Granden ist nun Hamburgs Partei-Chef Ingo Egloff aufgestanden. Er fordert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa vor allem eine Klärung der Kanzlerfrage.

„Wir werden dafür sorgen müssen, dass langsam mal Klarheit in den Laden kommt, in welche Richtung man marschiert“, sagte Egloff der Deutschen Presse-Agentur dpa. Deshalb müsse noch im Sommer klar sein, wer die SPD als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl 2009 führt. Außerdem dürfe die SPD Auseinandersetzungen mit der Union nicht mehr scheuen.

„Es wird völlig aus dem Blick verloren, dass die Kanzlerin (Angela Merkel) innenpolitisch überhaupt nichts tut“, kritisierte Egloff. Laut einer Forsa-Umfrage ist die SPD auf ein neues Rekordtief in der Wählergunst gefallen und nähert sich der immer stärker werdenden Linken an. In der Befragung des Instituts für das Magazin „Stern“ und den Sender RTL kamen die Sozialdemokraten nur noch auf 20 Prozent (minus 3 Punkte). Gleichzeitig habe sich die Linke um einen Punkt auf 15 Prozent verbessert.

„Natürlich hat der Parteivorsitzende das Prä“, sagte Egloff mit Blick auf eine Kanzlerkandidatur von SPD-Chef Kurt Beck. „Aber die Entscheidung muss fallen. Da dürfen wir uns keine Hängepartie bis Anfang 2009 erlauben“, sagte Egloff. Neben Beck gilt auch SPD-Vize und Außenminister Frank Walter Steinmeier als möglicher Kandidat. Egloff betonte, mit Steinmeier, Peer Steinbrück (Finanzen) und Olaf Scholz (Arbeit) habe die Partei die besseren Minister in Berlin. „Die machen einen sehr guten Job. Doch keiner redet darüber, weil wir uns immer nur mit der Frage beschäftigen, wie halten wir es mit der Linkspartei - und (Oskar) Lafontaine lacht sich tot im Hintergrund.“

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