Deutschland
Umfragen: Linkspartei fällt zurück

Die Linkspartei wird nach Einschätzung führender Meinungsforscher bei der Bundestagswahl deutlich schlechter abschneiden als zurzeit allgemein erwartet.

HB BERLIN. Die Demoskopen von Emnid, Forsa, der Forschungsgruppe Wahlen und Infratest dimap rechnen laut "Bild am Sonntag" damit, dass das Linksbündnis unter Umständen nur rund sieben Prozent der Stimmen erhält. Vor allem die Diskussion um den aufwändigen Lebensstil des Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine und der Streit um die Höhe des Mindestlohns schmälere die Wahlchancen.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) soll nach dem Willen von 83 Prozent der Wahlberechtigten auch bei einem Wahlsieg der Union in München bleiben. Das ergab eine TNS-Infratest-Umfrage im Auftrag des "Spiegels". In der Wählergunst liegt Stoiber hinter dem Steuerexperten im Wahlkampfteam der Union, Paul Kirchhof (parteilos), und FDP-Chef Guido Westerwelle. 48 Prozent der Wahlberechtigten und drei Viertel der Unionsanhänger wollen Kirchhof als Finanzminister. Für Westerwelle wünschen sich 47 Prozent der Deutschen und immerhin 43 Prozent der Unionsanhänger eine wichtigere Rolle. Stoiber kommt nur auf entsprechende Werte von 25 und 38 Prozent. Das ermittelte Infratest dimap, wie der "Focus" berichtete.

Bei der so genannten Sonntagsfrage fiel das Bündnis von Linkspartei und WASG in einer N24-Emnid-Erhebung um einen Punkt auf 10 Prozent. Die SPD legte im gleichen Maße auf 30 Prozent zu. Die Union blieb mit weiterhin 42 Prozent stärkste Kraft. Wenn am kommenden Sonntag gewählt würde, erhielten die Grünen acht Prozent der Stimmen (plus eins). Die FDP verharrte bei sieben Prozent. Über das Linksbündnis sagte Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner: "Die anfängliche Euphorie ist verflogen, jetzt treten Ermüdungserscheinungen ein. Wenn die Diskussion um Lafontaine als Luxus-Linken weitergeht und seine Glaubwürdigkeit als Anwalt der kleinen Leute untergräbt, kann die Linkspartei noch unter sieben Prozent fallen." Ähnlich äußerten sich die Chefs von Infratest dimap, Forsa und der Forschungsgruppe Wahlen.

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