Umfragetief: Wie Schulz den Grünen zu schaffen macht

Umfragetief
Wie Schulz den Grünen zu schaffen macht

Das Spitzenduo der Grünen hat einen schweren Start. Seit die SPD ihren Kandidaten Martin Schulz aufgestellt hat, sacken die Umfragewerte ab. Ein Konzept, um den Abwärtstrend zu stoppen, wird verzweifelt gesucht.
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BerlinDer designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz setzt die grünen Chefwahlkämpfer Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir unter Druck: Während Schulz seiner Partei ein Umfragehoch beschert, rutschen die Grünen ab. In einer Insa-Umfrage verbuchten sie zuletzt mit sieben Prozent einen Negativrekord. Auch bei anderen Instituten liegen die Grünen unter dem Bundestagswahlergebnis 2013 von 8,4 Prozent, das ohnehin als Niederlage gewertet wird. Dabei sollte die Kür von Fraktionschefin Göring-Eckardt und dem Parteivorsitzenden Özdemir zu Spitzenkandidaten den Aufbruch zu zweistelligen Umfragewerten markieren.

„Der SPD ist ein Coup gelungen“, räumt Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner ein. Der Wahlkampfmanager will mit einer Öffentlichkeitsoffensive verlorenes Terrain zurückgewinnen: „Wir werden den Dialog mit den Menschen suchen. Rein in die Fußgängerzonen, ran an die Haustüren, raus aus der Berliner Blase. Das ist jetzt die Aufgabe in den nächsten Wochen und Monaten.“ Thematisch wolle man sich auf die grüne Kernkompetenz Umweltschutz, den Kampf um eine weltoffene Gesellschaft und den Verdruss an der großen Koalition konzentrieren.

Ob dieses Konzept zünden wird, bezweifelt der Berliner Politologe Gero Neugebauer. „Unter den ersten zehn Themen, die die Deutschen bewegen, liegt der Klimaschutz ganz weit hinten.“ Er glaubt zudem nicht an die Zugkraft des Duos Göring-Eckardt/Özdemir. „Sie repräsentieren die alte Garde, von ihnen sind keine Überraschungen zu erwarten.“ Er meint, mit dem bei der Kandidatenkür knapp unterlegenen Umweltminister aus Schleswig-Holstein, Robert Habeck, wären die Grünen besser gefahren. Wie Schulz hätte auch Habeck frischen Wind bringen können.

Für Forsa-Chef Manfred Güllner ist die Abwanderung von Teilen der Grünen-Wähler zur SPD nur folgerichtig. Denn es handele sich eigentlich um SPD-Wähler, die vor dem glücklosen SPD-Chef Sigmar Gabriel zu den Grünen geflohen seien und nun in ihre politische Heimat zurückehrten. Die Grünen seien wieder bei ihrer Stammwählerschaft gelandet, die Güllner zwischen sieben bis acht Prozent oder zehn bis elf Prozent ansetzt - je nach Wahlbeteiligung, denn je größer diese sei, umso mehr schrumpfe das Ergebnis der Grünen.

Der Meinungsforscher sieht zudem ein weiteres Handicap der Grünen. Im Gegensatz zu Kellner glaubt er nicht an eine Wechselstimmung. „Ich sehe das im Augenblick noch nicht.“ Zudem komme die große Koalition in Umfragen nicht so schlecht weg, während die Wunschkoalition vieler Grüner - Rot-Rot-Grün - auf große Vorbehalte stoße.

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„Ich brenne auf den Wahlkampf“

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