Umfragewerte
Kanzlerin hofft auf Wende durch Reformen

Die Umfragewerte für die Union waren schon einmal besser. Bundeskanzlerin Angela Merkel weiß das - und übt sich in Zweckoptimismus. Wenn erst einmal die Reformen greifen, dann wird alles besser, hofft Merkel. Hoffnungen auf die Grünen braucht sie sich für die Zukunft allerdings erst mal nicht zu machen.
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HB BERLIN. Die miserablen Umfragewerte für die Union werden sich nach Auffassung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bessern, wenn die eingeleiteten Reformen von Schwarz-Gelb ihre Wirkung entfalten. „Die Menschen prüfen gründlich, ob eine Entscheidung nachhaltig ist oder nicht“, sagte Merkel dem Magazin „Focus“. „Dazu muss ich als Bundeskanzlerin nicht das kurzfristig Populäre tun, sondern das langfristig Richtige und Notwendige.“ Merkel ergänzte: „Wenn diese Weichen aber gestellt sind und die Menschen die positiven Effekte spüren, dann werden wir sie überzeugen, und dann werden auch die Umfragen besser.“

Der Höhenflug der Grünen in den Umfragen hat aus Sicht der CDU- Vorsitzenden damit zu tun, dass „die Grünen den Eindruck erwecken, als gäbe es einfache Antworten“. Als Beispiel für unbequeme Reformen nannte die Kanzlerin die Gesundheitsreform, „die auch nicht nur populär ist“, und die Schuldenbremse, die in der Verantwortung für künftige Generationen geboten sei. „Trotzdem macht man sich mit solchen Maßnahmen zunächst auch nicht beliebt.“

Die Grünen-Spitze erteilte unterdessen einer Koalition mit CDU und CSU auf Bundesebene eine klare Absage. „Es gibt keine schwarz-grüne Option - die Union hat sie vom Platz genommen“, sagte der Grünen- Vorsitzende Cem Özdemir der „Bild am Sonntag“. „CDU und CSU haben sich radikalisiert, Frau Merkel will mit ihrem Atomkurs und der Laufzeitverlängerung die alten Lager reaktivieren.“

Die Grünen-Co- Vorsitzende Claudia Roth sagte der Zeitung: „Die Union ist auf Maximaldistanz gegangen. Die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ist der größtmögliche Anschlag auf uns Grüne.“ Außerdem spalte die Union mit ihrer Gesundheitspolitik und dem Sparpaket die Gesellschaft und betreibe beim Thema Zuwanderung Realitätsverweigerung und gefährlichen Populismus.

Özdemir ging auch auf Distanz zur Linkspartei: „Die Linkspartei ist die Dagegen-Partei. Sie will nur kritisieren, nicht regieren. Wir wollen die Republik modernisieren, die Linke lehnt das ab.“

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  • „Wenn erst einmal die Reformen greifen, dann wird alles besser, hofft Merkel.“
    Aber der Wind hat sich gedreht, Frau Merkel, die bürger haben es satt. Sie durchschauen unwahre Statistiken, Halbwahrheiten, bevormundung und Verdummung. Ebenso den voranschreitenden
    Ausverkauf von Moral und Werten, samt den Versprechungen die gemacht und nicht eingehalten
    werden. Da ist es nur allzu verständlich, dass die Verärgerung wächst. Und der Glauben an eine wirkliche „langfristig Richtige und Notwendige“ Politik, die man ihnen einreden will, fällt sehr schwer. Wenn Frau Merkel dann meint dass von ihrer Politik positive Effekte kommen müssten und sie damit überzeugen könne, so, dass sie sich sogar bessere Umfragen erhofft, ist das zu
    einfach. Die positiven Effekte müssten letztlich allen bürgern zugute kommen und das ist nicht der Fall. Das normalen Volk, die arbeitenden Menschen, bekommen nur eine Ausweitung der
    unsäglichen bürokratie und immer noch höhere belastungen zu spüren.
    Die Unmut, nicht nur, bei eigenen Wählern und Mitgliedern sitzt tief. Die Armut wächst, die stei-gende Zahl der Tafeln belegt das, Vielerorts kommen jetzt noch Sozialkaufhäuser hinzu.
    Wenn so die Weichen gestellt werden für unsere Zukunft, dann „Gute Nacht“ Deutschland.

  • @die letzte reform Koch weiss von nicht warum so viele harz 4 ler keinen job finden sind bestimmt migranten,die reform ist gelungen. uns gehen die arbeitslosen aus.wir brauchen eine armensteuer aller FDJ.

  • "...„Die Menschen prüfen gründlich, ob eine Entscheidung nachhaltig ist oder nicht“, sagte Merkel..."

    Die Menschen prüfen aber auch, wer von diesen Entscheidungen profitiert. Da es keine einzige Entscheidung gibt, die dem "Kleinen Mann" etwas bringt, wird es von der Seite auch keine besserung für die Popularität für Merkel und Konsorten geben. Das Kalkül was dahinter steckt ist klar. Möglichst viele negative Entscheidungen sofort und die Positiven aufheben bis kurz vor der Wahl. Wobei dann die positiven Entscheidungen natürlich nur im Wahlkampf an die große Glocke gehangen werden. Nach der Wahl bekommt der Wähler wie gewohnt die Quittung dafür, dass er mal wieder so dumm war, Politikergerede ala Merkel Glauben zu schenken. Wer Frau Merkel auch nur ein Wort glaubt, der soll von mir aus sein Kreuzchen bei ihr machen. Nur soll er hinterher nicht jammern, wenn er es wieder knüppeldick zwischen die Augen gedonnert bekommt. Frau Merkel dankt dem Wähler, dass er ihr freiwillig seine brieftasche für seine persönliche Ausbeutung öffnet. Politiker sind nun mal berufslügner. Gibt es noch jemanden der die Lüge mit dem Schuldenabbau für künftige Generationen glaubt? Dazu dürfte es nicht nur Steuererhöhungen geben, die nur die Staatseinnahmen erhöhen. Nein, dafür müsste auch auf der Ausgabenseite gespart werden. Da wird vielleicht gespart. Aber nur bei Ausgaben für den Otto-Normalverbraucher. banker, Energiekonzerne und Wirtschaftsbosse brauchen sich um angekündigte Sparmaßnahmen nicht zu kümmern. Zusatzsteuern können sie einfach auf den Endverbraucher abwälzen. Merkel ist eine Schande für Deutschland.

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