Umfragewerte
SPD vor Wahl in Brandenburg stärkste Kraft

Laut einer Umfrage liegt die SPD anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Brandenburg klar vorne. Mit 33 Prozent der Stimmen würden sie ihr Wahlergebnis von 2009 wiederholen. Die FDP firmiert nur noch unter „Sonstige“.
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BerlinEineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Brandenburg liegt die SPD einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des ZDF-„Politbarometer Extra“ zufolge vorn und könnte sich ihren Koalitionspartner aussuchen. Wenn bereits an diesem Sonntag gewählt werden würde, kämen die Sozialdemokraten demnach auf 33 Prozent der Stimmen und würden damit ihr Wahlergebnis von 2009 wiederholen.

Die CDU würde der Umfrage zufolge mit 25 Prozent zweitstärkste Kraft (2009: 19,8 Prozent) werden. Die Linke würde 21 Prozent erreichen, das wären 6,2 Prozentpunkte weniger als 2009. In dieser Konstellation könnte die SPD laut der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen wie bisher mit der Linken, aber auch mit der CDU koalieren.

Die Grünen kämen der Umfrage zufolge auf sechs Prozent (2009: 5,7 Prozent), die AfD auf acht Prozent (2009 noch nicht gegründet). Die FDP wurde in der Erhebung nur noch unter „sonstige Parteien“ erfasst. 2009 hatten die Brandenburger Liberalen 7,2 Prozent der Stimmen erreicht.

Wie das ZDF betonte, handelt es sich bei der Umfrage nicht um eine Prognose des Wahlergebnisses, sondern um eine Momentaufnahme der Wählerstimmung. Es sei bekannt, dass aufgrund der in den neuen Bundesländer nur schwach ausgeprägten Bindungen an Parteien auch kurzfristig noch „deutliche Veränderungen“ möglich seien.

Für die Umfrage wurden von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1012 zufällig ausgewählte Brandenburger Wahlberechtigte befragt. Sie ist damit laut der Forschungsgruppe Wahlen repräsentativ.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will im Falle eines Siegs bei der Landtagswahl am 14. September sowohl mit der derzeit mitregierenden Linken als auch mit der CDU Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung führen. Dies kündigte Woidke im Interview mit der „Berliner Morgenpost“ (Donnerstagsausgabe) an. Woidke beantwortete die Frage, ob er mit beiden Parteien sondieren wolle, mit einem „klaren Ja“. Es gebe mit beiden Parteien große Schnittmengen.

Woidke warnte zugleich vor einem Einzug der eurokritischen AfD in den Potsdamer Landtag. Er warf der Partei unter ihrem Brandenburger Spitzenkandidaten Alexander Gauland vor, „in der Diskussion um Flüchtlingsheime die Menschen aufzuhetzen“. Das zeige, „welcher Rechtspopulismus hinter der AfD wirklich steckt“.

Mit Blick auf den geplanten Hauptstadtflughafen BER wies der Ministerpräsident die Forderung von Flughafenchef Harmut Mehdorn nach einer „Entpolitisierung“ des BER-Aufsichtsrates zurück. „Bei diesem Flughafen handelt es sich um ein staatliches Projekt von Bund, Berlin und Brandenburg“, sagte Woidke. „Wir haben es mit immensen Erwartungen der Menschen und erheblichen Mehrkosten zu tun. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass diejenigen, die das gegenüber dem Steuerzahler zu vertreten haben, nicht ihre Macht und Stimme abgeben.“


afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Die FDP unter "...ferner liefen...". Das ist eine logische Folge vom Verhalten Lindners. Ich fragte (per Email) vor der Bundestagswahl in Berlin die damals wichtigsten Kandidaten 4 Fragen. Jeder antwortete, nur Lindner/FDP hatte nichts nötig. Was ich auch auf meiner Webseite veröffentlichte. Diesen Einfluß will ich nicht überbewerten. Seine Bürgerferne, Entfernung vom freiheitlichen Gedankengut (wofür die FDP stehen sollte) und die verwerfliche Hinwendung der FDP zum Lobbyismus haben wohl das verdiente Wählerecho gefunden. Auch die anderen Volksparteien dürfen lernen: Lobbyismus finanziert sicher gut. Die Stimmen vergibt aber der Bürger. Und da gibt es immer Alternativen, im wahrsten Sinn des Wortes.

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