Umschuldung
Deutscher Minister befeuert Griechenland-Debatte

Unbedachte Äußerungen von Politikern können manchmal ungeahnte Reaktionen nach sich ziehen: Außen-Staatsminister Hoyer schickte mit Aussagen zur Umschuldung Griechenlands den Euro auf Talfahrt.
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BerlinEine Umschuldung Griechenlands wäre dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, zufolge keine Katastrophe. Wenn Griechenlands Gläubiger Gespräche mit der griechischen Regierung als hilfreich erachteten für ein Restrukturierung der Schulden, dann würde Deutschland das unterstützten, sagte Hoyer im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Es sei offen, ob die bisherigen Maßnahmen Griechenlands ausreichend seien. "Wir schauen uns die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung an, und

wir sind besorgt", sagte Hoyer.

Die Aussagen Hoyers zogen sofort eine Marktreaktion nach sich. Der Euro fiel auf ein Tagestief von 1,4406 Dollar. Der Renditeaufschlag für zehnjährige griechische Staatsanleihen zur Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit erreichte ein Rekordhoch von 1036,9 Basispunkten.

An den Finanzmärkten wird zunehmend mit einer Umschuldung Griechenlands gerechnet. Auch in der Bundesregierung und in anderen europäischen Regierungen gibt es maßgebliche Stimmen, die eine Umschuldung des Euro-Landes über kurz oder lang für wahrscheinlich halten. Mit weiteren Sparmaßnahmen und Privatisierungen will die Regierung in Athen einen solchen Schritt aber vermeiden.

Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou erteilte einer Umschuldung der griechischen Milliarden-Schulden eine klare Absage: "Das Land muss umstrukturiert werden, nicht die Schulden", betonte er.

Weitere massive Anstrengungen sind nötig, weil 2012 das Hilfsprogramm von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) endet, das Griechenland mit 110 Milliarden Euro unterstützt. Außerdem hofft die griechische Regierung, so eine Umschuldung noch abwenden zu können, welche die Aufnahme neuer Kredite noch weiter verteuern könnte.

Die Spekulationen über die Notwendigkeit eines scharfen Schnitts bei den griechischen Schulden nehmen seit Tagen zu. Nach Informationen der "Zeit" wird in EU-Kreisen auf Arbeitsebene davon ausgegangen, dass 40 bis 50 Prozent der griechischen Verbindlichkeiten gestrichen werden müssen, damit das Land wieder auf die Füße kommt. Offiziell lehnt die EU eine Umschuldung ab.

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Kommentare zu " Umschuldung: Deutscher Minister befeuert Griechenland-Debatte"

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  • @lieber 3103

    Zitat:"2. Die Frage ist: Kann sich unsere Exportindustrie einen totalen Konsumverzicht (Wegbrechen dieser Märkte) von vielen südländischen Ländern leisten. Wie hoch ist hier der Exportrückgang - kann er anderweitig substituiert werden?"

    Ich produziere etwas und gebe Anderen mein Geld, damit sie es kaufen:-))) Toller Plan! Beim BWL/VWL-Studium geschlafen?

  • "Wenn Griechenlands Gläubiger Gespräche mit der griechischen Regierung als hilfreich erachteten für ein Restrukturierung der Schulden, dann würde Deutschland das unterstützten"

    Auf gut deutsch: Der Steuerzahler haftet für die Ausfälle der Gläubiger mit.

    Es war wohl kein Mensch so naiv zu glauben, Griechenland könne einen 110 Mrd. Hilfskredit neben seinen ohnehin riesigen Staatsschulden jemals stemmen. 110 Milliarden für Griechenland entsprechen einem Kredit in der Höhe der gesamten Staatsverschuldung von 1,9 Billionen Euro für Deutschland - Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft im Vergleich berücksichtigt.

    Nun gut, der Wähler wollte es ja nicht anders...

  • @Nichtwähler:

    Lesen Sie meinen gesamten Kommentar durch.

    meine Argumente sind nicht, dass ich eine grenzenlose Subventionierung der griechischen Volkswirtschaft oder der irischen oder portugisischen Volkswirtschaft befürworte, sondern die Folgen eines Hair-Cuts für den deutschen Staat vorher gerne wissen würde.

    Es ist auch keinem Deutschen geholfen, wenn der deutsche Staat 200 Mrd. € an Schulden von Griechenland, Irland u. Portugal zusammen nicht übernimmt und gleichzeitig die deutschen Staatsbanken (Landesbanken, HRE u. Commerzbank)vielleicht 500 Mrd.€ abschreiben müssen und Pleitegeht. Dies wäre auch kein sinnvoller Weg.

    Ich glaube es muss einen 3. Weg gehen - über Wachstum und gleichzeitiger Schuldenbegrenzung die Staatsschulden zu reduzieren. Wir müssen uns übrigens auf Inflationsraten zwischen 3 und 5 % in den nächsten Jahren einstellen.

    Es gibt sicherlich keine "einfache Lösung" für die "Über-schuldeten Staaten" in der EU bzw. in der Euro-Zone. Aber einfach zu sagen, wir streichen 50 % der Schulden und beteiligen daran überproportional private Gläubiger (wie Landesbanken) ist mglw. auch etwas kurz gedacht.

    Die einzige Abwehrstrategie für den kleinen Mann ist:

    a) Gold-u. Silberankauf oder
    b) Immobilien (aber nur in 1a und 1b Lage in Metropolen oder Zentren)

    Alternativ können Sie Ihr Vermögen jetzt "konsumieren", dann können Ihre Ersparnisse auch nicht durch die Inflation oder eine höhere Besteuerung wertlos werden.

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