Umschwenken bei der Gasförderung

Bundesregierung will Fracking erlauben

Die „strengsten Regelungen die es jemals gab“ kündigt Umweltministerin Hendricks an – doch die umstrittene Fördermethode Fracking soll doch erlaubt werden. Die Regierung weicht den Gesetzentwurf auf.
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will das umstrittene Fracking unter strengen Auflagen nun doch erlauben. Quelle: dpa

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will das umstrittene Fracking unter strengen Auflagen nun doch erlauben.

(Foto: dpa)

BerlinGas soll in Deutschland künftig doch durch die umstrittene Förder-Methode Fracking gewonnen werden können. Auf Druck von Wirtschaftspolitikern der Koalition weicht die Bundesregierung ihre Pläne für ein Fracking-Verbot auf und will es unter Auflagen in Einzelfällen zulassen.

Nach erfolgreichen Probebohrungen und der Genehmigung eines Wissenschaftsgremiums könne in Ausnahmefällen kommerzielles Fracking erlaubt werden, wie am Donnerstag aus dem Gesetzentwurf des Umweltministeriums hervorging. „Wir legen damit die strengsten Regelungen im Bereich Fracking vor, die es jemals gab“, erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Es werde nur unter schärfsten Auflagen bei oberster Priorität für Umwelt und Trinkwasser möglich sein.

Der Entwurf ist aber in einem Kernpunkt gegenüber den Eckpunkten des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums aus dem Sommer abgeschwächt: Damals sollte Fracking, auch unkonventionelle Schiefergas-Förderung genannt, mit Ausnahme wissenschaftlicher Probebohrungen komplett bis 2021 verboten bleiben. Dieses Verbot sollte im Anschluss anhand der wissenschaftlichen Erkenntnisse überprüft werden.

Nun kann nach Probebohrungen und mit Genehmigung der Mehrheit eines sechsköpfigen Wissenschaftlergremiums Fracking eingesetzt werden, um Gas oder Öl zu fördern. Dies kann frühestens ab 2019 möglich sein, da bis dahin Erfahrungen mit den Probebohrungen gesammelt werden. Zudem sind Wasser- oder Naturschutzgebiete tabu.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die Bürgerbeteiligung einschließt, ist in jedem Fall nötig. Die Genehmigungsbehörden können Fracking zudem auch bei einem positiven Votum der Wissenschaftler verbieten.

In Kreisen des Umweltministeriums hieß es, man rechne auf viele Jahre hinaus nicht mit dem Einsatz in Deutschland. Fracking könne hierzulande zudem keinen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung leisten.

Kaum noch Bohrungen erlaubt
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66 Kommentare zu "Umschwenken bei der Gasförderung: Bundesregierung will Fracking erlauben"

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  • Egon Olsen: "Ich bin umgeben von Ignoranten, Dilettanten und Nichtskönnern."

  • Frau Dr. Hendricks ist eine der wenigen bodenständigen Politikerinnen, die auch noch ne Menge im Hirn haben. Und nebenbei bemerkt, sie pflegt Wort zu halten. Etwas was ich sehr an ihr schätze.
    Und all diejenigen, die jetzt hier gg. Fracking giften, können sich ja den blauen Umweltengel verleihen lassen und verzichten auf Gas und Öl zum heizen ihrer vier Wände. Den PC am besten gleich mit entsorgen, wenn ich mir die Halden an Elektromüll in Afrika anschaue. Wer hier glaubt, das E-Auto z.B. sei besonders umweltfreundlich ist ein Narr. Der sollte sich mal die Produktionsbedingungen der Rohstoffe fürs E-Auto genauer betrachten. Also, ich freue mich über diese Entscheidung, da man etwas unabhängiger von anderen Rohstofflieferanten wird, die nicht so ganz vertrauenswürdig sind.

  • Das EEG Gesetz sollte rückgängig gemacht werden. Der Atomausstieg ebenfalls. Ab und an darf auch Deutschland an eine wirtschaftliche Zukunft denken.

  • Bei Tankstellen, Ölleitungen bleib ich halt oberflächlich ;)! Was natürlich Ölunfälle etc angehen geb ich Ihnen recht, siehe Deep Water Horizon aufgrund von Tiefseebohrungen! Da steig ich dann auch tiefgründig mit ein!

  • Frackverräter

    Gift ins Wasser von morgen für das bisschen Gas

    Unsere Kinder verfluchen EUCH !!!!!!!!!

  • TTIP at mit Frackin nichts zu tun.
    Wie denn auch? Seit 1961 Wird Fracking in Deutschland angewendet und das TTIp abkoemmen ist noch nicht beschlossen.

    "Alles in allem ist allein der Gedanke, das eine Leitung mit schädlichen Chemikalien, in unserem Boden beschädigt werden könnte und dann diese austreten das Risiko nicht wert."
    Ja wie gesagt, dann halten sie sich lieber von Tankstellen fern.

  • Naja wenn sie das so sehen wollen, bitte.
    Dann müssen Sie auch einsehen, dass der Staat schon bald alles Fracken wird was gas und öl hergibt.

  • Und doch bestimmt Mutti ob irgend etwas abgeschaltet wird, womit das Thema klar ist. Der Staat sagt was los ist.

  • Herr Hans Maiser ist schon voll im TTIP angekommen. Man muss nicht mehr beweisen, das etwas nicht schädlich ist sondern man muss beweisen das es schädlich ist. Super Zukunft, ich übergeb mich gleich! Ah jetzt haben wir Schäden, jetzt können wirs verbieten... Alles in allem ist allein der Gedanke, das eine Leitung mit schädlichen Chemikalien, in unserem Boden beschädigt werden könnte und dann diese austreten das Risiko nicht wert.

    Meine bayerische Meinung: In den letzten Jahren hab ich eins festgestellt, zwar jetzt oberflächlich ohne Ende aber egal: Es kommt aus den USA also stufe ich das ganze grundsätzlich als schlecht ein, bis nicht von eindeutiger unabhängiger Quelle bewiesen ist, das keine Schäden entstehen. (Geht ganz schön schnell mit den Vorurteilen, hatte bisher zwar fast keine aber die USA hats geschafft, dass ich Vorurteile habe (des haben net mal die Salafisten geschafft).

  • Bleiben Sie doch beim Thema.
    Kernkraftwerke fallen nicht unter das Bergrecht. Dafür gibt es noch ganz andere Gesetze. Grundgesetz, Investitionsschutzabkommen etc.
    Vattelfall klag ja auch grade auf 5 Mrd. € Entschädigung durch den Atomausstieg. Na Dämmerts?
    Eon, RWE und EnBw überziehen den Staat auch mit klagen und werden vermutlich alle gewinnen.

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