Umstritten
Bundestag billigt Reform des Urhebervertragsrechts

Die Reform des Urhebervertragsrechts soll Kreativen den Rücken stärken, doch ihnen gehen die Maßnahmen nicht weit genug. Auf der anderen Seite wehren sich die Verleger vehement: Bürokratiekosten würden dadurch steigen.
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BerlinSchriftsteller, Filmemacher und Komponisten sollen für ihre kreative Leistung eine gerechtere Bezahlung bekommen. Dieses Ziel verfolgt die Reform des Urhebervertragsrechts, die der Bundestag am Donnerstagabend nach monatelangem Tauziehen verabschiedet hat.

Künftig können Autoren die Exklusivrechte an einem Buch nach zehn Jahren zurückfordern, wenn sie anderswo ein besseres Angebot bekommen. Neu eingeführt wird ein Klagerecht für Verbände, damit diese die Ansprüche von Urhebern vor Gericht besser durchsetzen können. Zudem gibt es einen neuen Auskunftsanspruch, mit dem die Künstler in Erfahrung bringen können, wie oft sich ihr Werk verkauft.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) lehnen das Auskunftsrecht jedoch vehement ab. „Dieser jährliche Auskunftsanspruch nutzt niemandem“, kritisierten die Verlegerverbände in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Er schafft erhebliche Bürokratiekosten, die zulasten der Redaktionsetats gehen werden.“

Viele Verleger waren schon im Vorfeld gegen die Gesetzesreform Sturm gelaufen, woraufhin die ursprünglichen Pläne von Justizminister Heiko Maas (SPD) noch einmal entschärft wurden. Zahlreichen Künstlern und Kreativen gehen die Verbesserungen nun nicht mehr weit genug. Maas versicherte jedoch, mit der Reform begegneten sich Urheber und Verleger künftig auf Augenhöhe: „Wir stärken die Position der Kreativen bei den Vertragsverhandlungen, ohne die Geschäftsmodelle der Verwerter zu gefährden.“

Seit 2002 gibt es in Deutschland ein Gesetz, das Künstlern und Urhebern einen Anspruch auf angemessene Vergütung einräumt. Nach Ansicht von Experten existieren jedoch zu viele Schlupflöcher, weshalb viele Kreative noch immer finanziell schlecht dastehen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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