Umstrittene Beratung
Rückendeckung für Röslers AfD-Ökonomen

Können Ökonomen gleichzeitig für die eurokritische AfD und die Bundesregierung beratend tätig sein? Nein, meinen die Grünen. Doch ihre Kritik zieht nicht. Andere Wissenschaftler springen ihren Kollegen bei.
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BerlinDass zwei wissenschaftliche Berater von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) offen mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) sympathisieren, ist bei den Grünen auf scharfe Kritik gestoßen. Auch der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, reagierte mit Kopfschütteln, dass der Berliner Wirtschaftsprofessor Charles B. Blankart und der Mannheimer Ökonom Roland Vaubel sowohl dem wissenschaftlichen Beirat beim Rösler-Ministerium als auch dem wissenschaftlichen Beirat der AfD angehören. Blankart als Unterstützer der Partei, Vaubel als Parteimitglied.

Das Bundeswirtschaftsministerium, aber auch der betreffende Beirat sehen nichts Anstößiges in der Doppeltätigkeit der beiden Wissenschaftler. „Die Aufforderung an ein Mitglied, wegen seiner politischen Tätigkeit auszutreten oder das Amt ruhen zu lassen, würde den Verdacht nahelegen, dass der Beirat gerade nicht unabhängig von der Regierung sei“, sagte der Vorsitzende des Beirats, der Kölner Staatsrechtler Armin Wambach, Handelsblatt Online. Für ihn steht zudem außer Frage, dass der Beirat „nicht Stellung im Bundestagswahlkampf“ beziehe. Die nächsten Gutachten würden erst nach der Wahl erscheinen.

Die Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Kerstin Andreae, hatte zuvor Rösler zum Handeln aufgefordert. Der wissenschaftliche Beirat solle den Wirtschaftsminister „unabhängig“ beraten. „Die Unabhängigkeit ist gefährdet, wenn Beiratsmitglieder gleichzeitig für eine Partei aktiv Wahlkampf machen, wie in diesem Fall Prof. Vaubel für die AfD“, sagte Andreae Handelsblatt Online. Für solche Fälle sei die Satzung des Beirats klar: Die betreffenden Mitglieder sollen ihre Mitgliedschaft ruhen lassen. Das habe Vaubel aber bisher versäumt. „Der Beirat des BMWi sollte deshalb schnellstmöglich selbst aktiv werden“, sagte die Grünen-Politikerin und fügte hinzu: „Ich sehe auch Wirtschaftsminister Rösler in der Pflicht, denn er beruft die Mitglieder und kann sie auch abberufen.“

Vaubel und Blankart treten im Namen der AfD offen dafür ein, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) abgewählt werden. Bei einer AfD-Wahlveranstaltung in Mannheim hatte Vaubel „großen Beifall“ für seine Bemerkung erhalten, dass Schäuble, der den Gang in die politische Union forciere, unbedingt verhindert werden müsse. Blankart warf Merkel vor, von der Alternativlosigkeit des Euro nicht abrücken zu wollen, weshalb eine Umkehr „erst unter einem neuen Kanzler oder einer neuen Kanzlerin möglich“ wäre.

IMK-Chef warf Horn warf seinen Kollegen undemokratisches Verhalten vor.  Vaubel sei schon in der Vergangenheit durch antidemokratische Äußerungen gegen ein allgemeines Wahlrecht aufgefallen. „Ich warne daher ausdrücklich davor, diese Partei zu wählen. Die AfD ist keine Bereicherung, sondern eine Gefahr für die Demokratie“, sagte Horn Handelsblatt Online.

Kommentare zu " Umstrittene Beratung: Rückendeckung für Röslers AfD-Ökonomen"

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  • @shad
    Ein weites Feld, das Sie ansprechen. Richtig ist,dass Philosophie in den meisten Fällen auf vorangegangenen Philosophien fußt, so Schopenhauer auf Kant und dessen Kritiken. Schopenhauer glaubte, er würde die Philosophie Kants vollenden, so kam er zu der merkwürdigen Auffassung das "Ding an sich" sei der "Wille", was einigermaßen seltsam anmutet.
    aber das nur am Rande.

    Auch der Buddhismus ist ein weites Feld und beschränkt sich keineswegs nur auf Ritual und Askese, zumindest nicht der Mahayana- Buddhismus, also das große Fahrzeug als Weiterentwicklung des älteren Hinayana, kleines Fahrzeug, der in der Tat asketische Ideale in den Vordergrund stellte.

    ZEN ist noch etwas anderes und im eigentlichen Sinn kein Buddhismus mehr, sondern reine Praxis, die zu einer Optimierung des "Ichs" führen kann und damit in dialektischer Schleife zu seiner "Überwindung" hin zu einem Bewußtsein tiefer Verbundenheit mit allem Sein, etwas das offenbar auch von den Humanisten und Transhumanisten angestrebt wird.
    Allerdings eine technizistische Ausrichtung wird nicht unbedigt angestrebt aber auch nicht abgelehnt, da ZEN "offen"
    ist und sich nicht in "Ablehnungen" oder "Bejahungen"
    verfängt und einschränken lässt.

    Gruß Falk

  • @Falk
    ich glaube Schopenhauer meint mit der Differenzierung von Vorstellungs-Realität und Realität eine Philosophiekritik anzudenken und weniger eine Erkenntnis von dem Unvermögen, zwischen Vorstellung über und der Realität an sich zu unterscheiden. Dieser Gedanke findet sich in Wittgesteins Sprachphilosophie, bzw Philosophiekritik wieder. Wenn Sie die Philosophie kausal rückbetrachten, sehen sie die Ursache einer Philosophie meist in den vorherigen Arbeiten. Transhumansiten, sind anderst als Buddhisten an konkreten Lösungen interesiert, während im Buddhismus alles auf Askese und Ritual aufgebaut wird. Solch einen Reduktionismus betrachte ich als "Wunschwelt" als "Vorstellungswelt", wenn Sie so wollen, neben der herausfordernden Realität.
    Gruß Shad

  • Ja,ja ich bin auch liberal wahrscheinlich sogar libertär
    Obwohl, na ja LOL

    Spaß beiseite, neben Güte scheint mir Humor in einem Außmaß unverzichtbar, um mit Widersprüchen umzugehen, vor allem in einer Lage in der man sich als Humanide just gerade am nicht mehr ganz frischen Anfang dieses Säkulums befindet.

    Zu den Transhumanen, ich habe mit Interesse zur Kenntnis genommen, das für einige Vertreter dieses interessanten Spezies Fr. Nietzsche so eine Art Vordenker zu sein scheint, als Überwinder des Allzumenschlichen hin zu einer Variante mit höheren Anspruchen an das humane Potential u.s.w.
    Nietzsche selber hatte den Anspruch der Philosoph des 21. Jahrhunderts zu werden, was in den Augen einiger Transhumanisten offensichtlich zutrifft.

    Mir sagt die Philosophie Arthur Schopenhauers mehr zu, obwohl als schlimmer Pessimist verrufen, Schopenhauer immerhin erkannt hat, dass wir zumindest ebensosehr in unseren "Vorstellungen" von Realität leben wie in der Realität selber. Oder manch Einer vielleicht nur in seinen Vorstellungen, wie einige Transhumane. LOL

    Als Buddhist, besser ZEN-Buddhist bin ich eh schon transhuman und das "oh Wunder" ganz ohne Implantate
    und holographisches Gehirn *g*

    Gruß Falk

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