Umstrittene Erdgasförderung
Kraft mit entschiedenem Nein zum Fracking

Die geplante gesetzliche Regelung des Gas-Frackings sorgt für reichlich Diskussionsstoff. Gefordert wird ein Verbot, Linke und Grüne warnen vor einer schleichenden Einführung der Förderung.
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BerlinWegen möglicher Risiken für das Trinkwasser fordert eine breite Protestfront ein Fracking-Verbot in Deutschland. „Solange ich in Nordrhein-Westfalen Ministerpräsidentin bin, wird es hier kein Fracking für die unkonventionelle Erdgasförderung geben“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Düsseldorf. „Wir brauchen ein Gesetz, das strenge Auflagen in Deutschland festschreibt“, appellierte Kraft an die Bundesregierung.

Falls möglich, will das Kabinett bis zum Sommer gesetzliche Regeln auf den Weg bringen - bisher gibt es keine richtigen Leitplanken für die Technologie.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kündigte in den „Ruhr Nachrichten“ sehr strikte Auflagen an. „Entsprechend den Vorgaben des Koalitionsvertrages soll das unkonventionelle Fracking, insbesondere Schiefergas, mit umwelttoxischen Stoffen verboten werden.“ Dies gelte auch für Forschungszwecke. „Wir können uns auch bei Probebohrungen keine Kompromisse zulasten des Trinkwasserschutzes leisten.“ Laut Hendricks ist Fracking nicht dazu geeignet, sich unabhängiger von russischem Gas zu machen. Ab 2015 sollen die Regeln gelten.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, mit Hendricks für eine Regelung zuständig, hatte zuvor betont, in Wasserschutzgebieten Fracking generell zu verbieten - damit würden 14 Prozent der Landesfläche ausscheiden. Unklar ist aber bisher, ob es zunächst Testprojekte geben wird beziehungsweise ob und wann eine Förderung auch in größerem Stil noch ermöglicht werden soll. Linke und Grüne fürchten eine schleichende Einführung, sie fordern ein generelles Verbot.

Bei der Fracking-Technologie wird Gestein in mehreren tausend Metern Tiefe unter Einsatz eines Gemisches aus Wasser, Sand und Chemikalien mit hohem hydraulischen Druck aufgebrochen, um das Gas zu fördern. In den USA führte das Verfahren zu einem Gas-Boom. Auch in Deutschland werden zum Beispiel in Schiefergestein Vorkommen vermutet - Studien zufolge könnte über zehn Jahre der Bedarf gedeckt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umstrittene Erdgasförderung: Kraft mit entschiedenem Nein zum Fracking"

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  • Studien zufolge könnte über zehn Jahre der Bedarf gedeckt werden.

    UND DANN????

    Zehn Jahre ist ein verschwindend kleiner Zeitraum und lohnt für so einen riesigen Aufwand nicht.
    Zum anderen weiß niemand was sich mit den Chemikalien für schädliche und giftige Verbindungen
    bilden können und sicher auch werden und welche Schäden damit angerichtet werden können und wann die Brühe wieder und in welcher Form an die Oberfläche gelangen wird.

    Darum Fracking total Verbieten auch probehalber.

  • *Studien zufolge könnte über zehn Jahre der Bedarf gedeckt werden.*

    Und für diese kurze Zeitspanne hat man dann die Umweltzerstörung/Probleme an der Backe, damit ein paar Gierige damit Profitmachen? Und wahrscheinlich auch noch aus Steuergeldern durch Subventionen finanziert? Klasse Idee^^

  • Zitat : Die geplante gesetzliche Regelung des Gas-Frackings sorgt für reichlich Diskussionsstoff.

    - Fracking gehört VERBOTEN !

    Basta !

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