Umstrittene Gasförderung
Merkel warnt vor Fracking-Chemikalien

Die Bundeskanzlerin wird das Thema Fracking nicht los. Angela Merkel mahnt zur Vorsicht bei der neuen Gasfördermethode. Ein klares Nein gibt es von ihr aber weiterhin nicht zu hören.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zurückhaltend über den Einsatz der Fracking-Technologie zur Gasförderung geäußert. „Wir müssen alles tun, damit wir Umweltrisiken nicht eingehen“, sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstagabend in einer telefonischen Frage-Antwort-Runde mit Parteimitgliedern. Die bei der Methode verwendeten Chemikalien seien sehr schädlich, weshalb man mit äußerster Vorsicht vorgehen müsse.

Das Ziel der Bundesregierung sei, mit einer gesetzlichen Neuregelung Fracking „zu beschränken und zu erschweren und viel umweltverträglicher zu machen gegenüber dem heutigen Rechtszustand“, betonte sie. Bisher gelte nur das Bergrecht, künftig solle es bei Genehmigungsverfahren auch Umweltverträglichkeitsprüfungen geben.

Die Koalition hatte sich beim Fracking auf einen Kompromiss geeinigt, der neben einer Umweltverträglichkeitsprüfung und dem Verbot in Wasserschutzgebieten auch generell ein Einvernehmen mit den Wasserbehörden für Bohrungen vorsieht. Rund um den Trinkwasserspeicher Bodensee soll die umstrittene Fördermethode ausgeschlossen werden. Auch der Umgang mit den Fracking-Flüssigkeiten wurde genauer geregelt. Der Bundesrat hat jedoch bereits angekündigt, das Gesetzesvorhaben abzulehnen.

Am Montag hatte CDU-Generalsekräter Hermann Gröhe eine rigidere Haltung als Kanzlerin Merkel geäußert. Fracking komme „bei den heutigen technischen Möglichkeiten nicht in Frage“, sagte Gröhe „sehr einig“, dass beim Fracking eine Umweltverträglichkeitsprüfung zwingend sei - und dass diese das geeignete Instrument sei, den Einsatz „gesundheitsgefährdender Chemikalien zum Zwecke der Gasgewinnung zu untersagen“.

Die Grünen im Bundestag legten am Montag einen Gesetzentwurf vor, der das Fracking grundsätzlich verbietet. Mit dem Entwurf wird das Bergbaugesetz ergänzt, das bislang die umstrittene Förderung aus schwer zugänglichen Gesteinsschichten regeln würde.

In Ländern wie den USA boomt die Ausbeutung bislang schwer zugänglicher Gas- und Ölvorkommen. Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht sogar von einem „Angebotsschock“ in den USA, der den weltweiten Energiemarkt völlig neu ordnen werde. An der Wirtschaftlichkeit einer Schiefergas-Förderung in Deutschland gibt es aber Zweifel.

Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dort eingeschlossenes Gas oder Öl freizusetzen. In den USA wird die Methode im großen Stil eingesetzt, was zu sinkenden Energiepreisen in Nordamerika geführt hat. Die Folgen für die Umwelt sind aber wenig erforscht. Die Technologie ist unter anderem deshalb umstritten, weil dabei Chemikalien eingesetzt werden, die auch das Trinkwasser verunreinigen könnten.

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Kommentare zu " Umstrittene Gasförderung: Merkel warnt vor Fracking-Chemikalien"

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  • @Vicario

    Dieselben Infrastrukturen (Bohrplätze, Zufahrtswege, Pipelines etc.) sind auch seit dem Beginn der Erdgasförderung in D in den 1950er Jahren gebaut worden. Und wen seitdem Gasfelder erschöpft waren, haben die Industrieunternehmen die Infrastruktur wieder rückgebaut. Da grasen heute wieder die Kühe.

    Der Bau und Rückbau von Straßen etc. für die Erdgasgewinnung muß doch nicht von den Gemeinden finanziert werden, die Kosten trägt selbstverständlich die Erdgasindustrie. Die betreffenden Gemeinden haben ganz im Gegenteil in großem Maße von den Steuerzahlungen der Erdgasindustrie profitiert.

    Außerdem ist es ein Irrtum, dass die Gasförderung nur 13 Jahre dauern würde. Wenn die BGR mitteilt, dass man mit deutschem Schiefergas den Gasverbrauch dieses Landes 13 Jahre decken könnte, heißt das doch nicht, daß im ersten Jahr die Förderung schupps auf 100% hochgefahren wird, und nach 13 Jahren schlagartig abbricht. Tatsächlich würde man vielleicht 30-40% des deutschen Gasverbrauchs über ungefähr 30 Jahre decken können.

    Bevor Sie hier über andere Leute wettern (" der hat gewaltig ein Rad ab oder keine Ahnung!"), sollten Sie sich lieber erst mal selbst informieren.


  • @Vicario

    Seit 1961 sind sowohl vertikale als auch horizontale Bohrungen in D gefrackt worden. Die Horizontalbohrtechnik ist noch relativ jung, vor 30, 40, 50 Jahren hat es noch gar keine Horizontalbohrungen gegeben. Also sind vertikale Bohrungen gefrackt worden. Und in allen Fällen wurden Chemikalien eingesetzt, die in wenigen Prozenten dem Wasser-Sand-Gemisch zugesetzt worden sind. In jüngerer Zeit hat der Chemikalieneinsatz eher abgenommen im Vergleich zu den frühen Fracs in den 60er und 70er Jahren.

  • @ Rene

    Zitat : Unter strengen Auflagen (wie bspw. Rücklagen der Unternehme zur Beseitigung von Schäden und für Renaturalisierung danach) befürworte ich das Schaffen von Arbeitsplätzen und die Erzeugung preiswerter Energie. Und nebenbei verdienen die Angestellten in der Energiebranche überdurchschnittlich

    - an dieses Märchen glauben aber auch nur Sie !
    Wenn die Industrie die Renaturalisierung bezahlen soll, wird das GAS aus den Frackingverfahren unbezahlbar !!!!!!

    Und vor der Renaturalisierung muss erst mal auch die Infrastruktur erschlossen werden, um alle 2 Km ( verfahrensbedingt ) ein Frackingloch zu bohren :
    - Strassenbau
    - Pipelinebau
    - Anlagenbau
    - Wasserversorgung und Entsorgung
    - Sandversorgung

    und damit verbundene Lärmbelästigung der Bevölkerung ertragen und Strassenschäden durch LKW-Fahrten ( in Unmengen ) zur Wasser, Sand-Versorgung & Entsorgung von den Gemeinden finanziert werden !
    Und das alles für 13 Jahre Gasversorgung und paar Arbeitsplätze ?
    Dafür unsere Wiesen und Felder in Industrielle Giftlandschaften verwandeln ?

    Wer das befürwortet, der hat gewaltig ein Rad ab oder keine Ahnung !

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