Umstrittene Schulreform
Eltern lassen von Beust abblitzen

Gegen die geplanten Verlängerung der Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre hat sich in Hamburg breiter Widerstand formiert. Der Erste Bürgermeister der Hansestadt, von Beust, machte den Initiatoren eines Volksbegehrens ein Verhandlungsangebot. Doch die Eltern Kompromissangebote der schwarz-grünen Regierung weitgehend ab.
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HB HAMBURG. „Eine unserer zentralen Forderungen ist, dass die Kinder aller Hamburger die Möglichkeit erhalten, nach vier Jahren auf eine weiterführende Schule zu wechseln. Dabei bleibt es“, sagte der Vorsitzende der Eltern-Initiative, Walter Scheuerl, der „Bild“-Zeitung. Auch eine Verlängerung auf fünf statt sechs Jahre würde Scheuerl nicht annehmen.

Die Gegner einer von CDU und Grünen betriebenen Schulreform haben am Mittwoch genügend Unterschriften für einen Volksentscheid bei den Hamburger Behörden eingereicht. Mit 184 500 Signaturen konnten sie dreimal so viele Unterstützer gewinnen wie für die Zulassung der Abstimmung benötigt werden. Der Hamburger Erste Bürgermeister Ole von Beust hat der Initiative aufgrund ihres Erfolges ein Verhandlungsangebot gemacht. Falls es zu keiner Einigung kommt, sind die Bürger im Sommer 2010 zu einem Volksentscheid aufgerufen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel rief derweil dazu auf, den Streit um die richtige Schulform zu beenden. „Letztlich kommt es darauf an, ob das einzelne Kind eine gute Bildung und Betreuung bekommt. Die kann es auch in der Gesamtschule bekommen, die kann es in einem gegliederten Schulsystem kriegen“, sagte Merkel der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Merkel nannte die Bildungspolitik als Beispiel dafür, dass es in der Innenpolitik vor allem um pragmatische Lösungen, nicht um ideologische Konflikte gehe: „Der kategorische Kampf zum Beispiel, den wir wahrscheinlich jetzt hinter uns gelassen haben, ob dieser eine Schultyp oder ein anderer Schultyp nun mit Sicherheit der ist, der zur perfekten Bildung führt, und der andere in den sicheren Untergang, das ist vorbei.“

Sowohl im Saarland, in dem die CDU eine Koalition mit FDP und Grünen geschlossen hat, als auch im schwarz-grün regierten Hamburg haben die Christdemokraten beschlossen, dass Kinder künftig über das vierte Schuljahr hinaus gemeinsam lernen sollen.

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