Umstrittener RWE-Dea-Deal
FDP fordert Stopp deutsch-russischer Energiegeschäfte

Die Öl- und Gasfördertochter von RWE soll in russische Hände – ausgerechnet jetzt. Kritik an dem Deal ficht den Konzern nicht an. Doch in der Politik mehren sich, die einen Stopp des Verkaufs fordern.
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BerlinNiedersachsens früherer Umweltminister Stefan Birkner (FDP) hat die Bundesregierung aufgefordert, geplante deutsch-russische Energiegeschäfte zu stoppen. Die „kritische Abhängigkeit“ von russischem Gas habe angesichts der Ukraine-Krise der Forderung nach weiterer Diversifizierung im Hinblick auf die Lieferanten zu Recht Auftrieb gegeben. „Vor diesem Hintergrund wirkt der Verkauf der RWE-Tochter Dea an einen russischen Oligarchen kontraproduktiv“, sagte Birkner, der auch Vorsitzender der Niedersachsen-FDP ist, Handelsblatt Online. Die Abhängigkeit von Russland werde damit weiter erhöht.

Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „es ernst meint mit ihrer Ankündigung, die gesamte Energiepolitik auf den Prüfstand zu stellen, so muss sie hier den Anfang machen“, sagte Birkner weiter. Allerdings greife es zu kurz, nur den konkreten Einzelfall zu betrachten. „Vielmehr ist eine grundsätzliche strategische Neubewertung erforderlich“, betonte der FDP-Politiker. „Solange diese nicht erfolgt ist, sollte der Dea-Deal auf Eis gelegt werden.“

RWE hatte am Freitag den politisch umstrittenen Verkauf von Dea an die Investorengruppe LetterOne unter Führung eines russischen Milliardärs für 5,1 Milliarden Euro besiegelt. Die Bundesregierung hatte vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass sie durch den geplanten Verkauf der RWE-Öl- und Gasfördertochter keinerlei Einschränkungen der Versorgungssicherheit erwarte, sich aber eine Prüfung vorbehalte. Der RWE-Aufsichtsrat und Behörden in mehreren Ländern müssen noch zustimmen.

Wie die FDP fordert auch Grünen-Chefin Simone Peter von der Bundesregierung, den Deal zwischen RWE und LetterOne zu stoppen. „Der Verkauf der RWE-Tochter an russische Eigentümer geht gerade in die völlig falsche Richtung“, kritisierte sie in der „Welt am Sonntag“.

Nach „Spiegel“-Informationen einigten sich das Kanzleramt und das Wirtschaftsministerium darauf, gegen geplante deutsch-russische Projekte kein Veto einzulegen. Die Übernahme von Dea schätze die Regierung nach interner Prüfung als unproblematisch ein. Auch die Zusammenarbeit zwischen dem russischen Staatskonzern Gazprom und der BASF-Tochter Wintershall solle fortgesetzt werden.

RWE-Chef Peter Terium sprach mit Blick auf den Verkauf an LetterOne von einer sehr guten Lösung. Fridman erklärte als Vorsitzender von LetterOne: „Als verantwortungsvoller Investor wollen wir internationales Wachstum fördern und so die Leistungsfähigkeit von Dea stärken.“ Vorstand und Betriebsrat von RWE Dea begrüßten die Entwicklung nach Angaben von Vorstandschef Thomas Rappuhn ebenfalls.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Umstrittener RWE-Dea-Deal: FDP fordert Stopp deutsch-russischer Energiegeschäfte"

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  • @ Buntspecht


    Frack dich ! Aber so dass es aus der Nase läuft....!

  • Wind to gas?
    Klar für einen euro die kWh.

  • @ IM Notar.

    Ich kriege mich immernoch nciht ein vor Lachen mit den 1000 m³

    ICh seh sie vor meinem geistigen AUge wie sie in versifften Unterhemd vor dem Computer sitzen und denken. Oh Gott in den USA ist wieder 75 Grad. Die Globale Erwärmung schlägt zu... Wie war das mit den EInheiten?

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