Umstrittener SPD-Posten
Schulz schlägt Nahles als Oppositionsführerin vor

Nach dem Wahl-Debakel und dem schlechtesten Ergebnis der Nachkriegszeit schlägt SPD-Parteichef Martin Schulz Arbeitsministerin Andrea Nahles als Fraktionschefin vor. Dass er sich damit durchsetzen kann, ist nicht sicher.
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BerlinSPD-Chef Martin Schulz hat die amtierende Arbeitsministerin Andrea Nahles als künftige Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion vorgeschlagen. Das sagte Schulz am Montag in einer Sitzung der Parteispitze in Berlin. Die versammelte SPD-Spitze habe ihre Zustimmung zu der Personalie signalisiert. An diesem Mittwoch könnte die neue, arg geschrumpfte SPD-Bundestagsfraktion über die Neubesetzung entscheiden.

Die SPD hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte sie nur 20,5 Prozent der Stimmen. Schulz hatte noch am Sonntagabend angekündigt, dass er die Partei trotz des Wahlfiaskos weiter führen, nicht aber an die Fraktionsspitze rücken will.

Nicht allen ist eine schnelle Neubesetzung der Fraktionsspitze recht. Der Vorsitzende des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, warnte vor vorschnellen Festlegungen und stellte sich damit indirekt gegen die Festlegung auf die Parteilinke Nahles als Nachfolgerin des bisherigen Fraktionschefs Thomas Oppermann. „Die neue SPD-Fraktion braucht jetzt Zeit, die notwendigen personellen Fragen in Ruhe zu diskutieren“, sagte Kahrs der „Rheinischen Post“ (Dienstag). „Vorschnelle Festlegungen über die Fraktionsführung helfen nicht weiter und daher lehnen wir diese ab.“

Auch der Schulz-Vertraute und Chef der nordrhein-westfälischen SPD-Abgeordneten, Achim Post, wandte sich gegen überstürzte Entscheidungen. „Ich bin gegen Vorentscheidungen, bevor der Fraktionsvorstand und die neue Fraktion sich das erste Mal nach der Wahl getroffen und über das Ergebnis diskutiert haben“, sagte Post der Deutschen Presse-Agentur.

Schulz hatte bereits am Sonntagabend klar gemacht, dass die SPD nun in die Opposition gehen solle. Am Montagmorgen schwor er die Partei auf die neue Rolle ein. „Unser Anspruch ist, eine starke Opposition zu sein, die die Zukunft des Landes aus dieser Rolle heraus gestaltet“, sagte er. „Diesen Auftrag werden wir annehmen.“ Die SPD werde der künftigen Regierung in konstruktiver Form entgegentreten.

„In der Demokratie ist vielleicht sogar die Opposition die entscheidendere Kraft als die Regierung“, sagte Schulz. „Weil es ist die Opposition, die der Regierung zeigt, was sie falsch macht.“ Die SPD sei für die neue Aufgabe gut aufgestellt und gehe geschlossen in die Auseinandersetzung.

Offen ist, wer künftig als Generalsekretär Schulz zur Seite steht. Hubertus Heil hatte für den Wahlkampfendspurt zum zweiten Mal den Posten kommissarisch bis zum Parteitag im Dezember übernommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umstrittener SPD-Posten: Schulz schlägt Nahles als Oppositionsführerin vor"

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  • Herr J.-Fr. Pella25.09.2017, 14:22 Uhr
    Mit Frau Nahles als Fraktionsführerin ist schon jetzt sicher gestellt, dass die SPD
    in 4 Jahren um 15-17% liegen wird.

    .......................

    ZU KURZE ANSICHTEN !!!

    WENN MARTIN SCHULZ DIE FÜHRUNG BEI DER SPD RÄUMT, wie es sich gehörte für einen der die SPD in der schlechteste Wahlergebnisse führte, dann könnte es jemanden aus der SPD übernehmen mit mehr Kompetenz als Herr Schulz, Herr Gabriel , Herr Oppermann oder Frau Nahles !!!

    AM BESTEN JEMANDEN AUS DER JUNGE SOZIALISTEN nach Oben endlich holen !!!

    =====> UND DANN IST DIE AFD WEG ===>>> GRÖSSTE BACKPFEIFE WENN DIE GROKO DANN WEITER BESTEHEN WÜRDE !!!

  • 5000 Millionen Europäer

    ................

    Ein null zuviel.

    500 Millionen Europäer !

    In Afrika eine Billion Menschen und man überlässt es an CHINA alleine ?

  • Herr Rudolf Riedl25.09.2017, 16:32 Uhr
    Ein Laberkopf schlägt einen anderem Laberkopf vor...........

    ___________________

    Mancher ist es nicht bewußt daß nichts sagen besser ist als das falsche zu sagen und hierzu gehören Frau Nahles, Herr Schulz und Herr Gabriel bei der SPD !!!
    ( In andere Parteien kann man auch jede menge finden. )

    Doch wie will man dann mit solche Akteure Deutschland und Europa sowie dem Rest der Welt behilflich sein wollen ?

    da kommen immer mehr neue und noch schlimmere Akteure auf der Theaterbühne und die 5000 Millionen Europäer verzweifeln am eigenen Untergang und am Untergang des europäischen Kontinents !

    Und dabei sind alle Akteure vollens bewußt daß wir uns in Zeiten von Kontinentalen Wettbewerbsverdrängungen befinden !!!

    Mit der AFD verdrängt sich Wirtschaftlich Deutschland vollens von selber durch eigene Isolation und dabei waren es nur 13& der Stimmen !

    13% haben aber ausgereicht da alle jetzt Willkürlich Kommentare abgeben ohne sich zu einigen und gemeinsam einen RE-START für ERFOLGE IN DEUTSCHLAND und EUROPA zu machen !

    ERSTE PRIORITÄT : Die Europäische Union muss aufgelöst werden da da dagegen die meiste Europäer nun sind. Noch mehr gegen die EU als gegen den EURO !!!

    Selbst die AFD ist nicht mehr gegen den Euro ! :-)))

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