Umstrittenes Schiefergas: Aufwind für die Fracking-Fans

Umstrittenes Schiefergas
Aufwind für die Fracking-Fans

Sind wir zu abhängig von Russlands Gas? Angesichts der Krim-Krise wird der Ruf nach alternativen Formen der Energiegewinnung lauter. Unionspolitiker und der BDI fordern, endlich die Förderung von Schiefergas anzugehen.
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BerlinIn der Union werden angesichts der Abhängigkeit von russischem Gas Forderungen nach einer Neuausrichtung der deutschen Energieversorgung laut. „Wir sollten alle Quellen nutzen, um unabhängiger von Russland zu werde – dazu zählt auch heimisches Schiefergas“, sagte Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs dem Handelsblatt (Montagsausgabe). Es könne nicht sein, dass viele andere Länder Fracking nutzten, aber „bei uns soll es noch nicht mal möglich sein, dass Schiefergaspotenzial zu erforschen“. Zugleich kritisierte Fuchs die strikte Ablehnung vieler Umweltinitiativen: „Ich habe manchmal den Eindruck, dass einige NGOs nach dem Atomausstieg ein neues Betätigungsfeld suchen.“

Zuvor hatte sich der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Peter Ramsauer (CSU), für die umstrittene Schiefergasförderung in Deutschland ausgesprochen. Um Versorgungssicherheit und Preisstabilität zu gewährleisten, müsse sich Deutschland „die Fracking-Option dringend offenhalten“, sagte der stellvertretende CSU-Chef der „Welt am Sonntag“. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jetzt auf Gasimporte aus Nordamerika setze, sei das „ein klares Ja zur Schiefergasförderung“. Dann aber stelle sich die Frage, „warum wir nicht gleich auf heimische Ressourcen setzen“, sagte Ramsauer. „Wenn Schiefergas Gift wäre, dürfte man es auch nicht aus anderen Ländern beziehen.“ Merkel hatte sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper dafür ausgesprochen, die gesamte Energiepolitik neu zu betrachten.

Bei der Fracking-Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Die Technologie ist unter anderem deshalb umstritten, weil durch die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verunreinigt werden könnte.

Ramsauer äußerte Sorge um die Gaslieferungen aus Russland, sollte sich die Krim-Krise verschärfen. Wenn dem Kreml mit Wirtschaftssanktionen gedroht werde, „kann man nicht ausschließen, dass Moskau sich beim Erdgas revanchiert“.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), sieht neben der deutschen Energiewende die Zusammenarbeit mit den USA als Chance, die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Der frühere Umweltminister forderte in der „WamS“, den Energiebezug „durch Flüssiggaslieferungen zu diversifizieren“. Die Schiefergasförderung habe die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten gestärkt.

„Schiefergas reduziert die Importabhängigkeit drastisch“

Auch der Industrieverband BDI forderte: „Wir sollten die aktuellen Spannungen zum Anlass nehmen, um darüber zu reden, wie wir die heimische Rohstoffgewinnung stärken können“. Studien hätten gezeigt, dass „die Förderung von Schiefergas die Importabhängigkeit von Deutschland drastisch reduzieren“ könnte, sagte der Leiter der Rohstoffabteilung, Matthias Wachter, dem Handelsblatt.

Gabriel sagte in der ARD, Schiefergas-Importe aus den USA seien keine Option, weil die Amerikaner den meisten Teil davon selber benötigten. In der Debatte mahnte Gabriel zu einem kühlen Kopf: „Die Russen haben, selbst in Zeiten des finstersten kalten Krieges, ihre Lieferverträge immer eingehalten.“ Sich ein wenig unabhängiger zu machen, dauere lange Zeit.

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„Dreckige Frackingmethoden“

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  • Unsicheres Fracking?
    Das BGR hat vor kurzem eine neue Studie veröfffentlicht.

    Zusammenfassung:

    Die Staatlichen Geologischen Dienste der Deutschen Bundesländer (SGD)
    und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben
    im Auftrag des Bund/Länder-Ausschusses Bodenforschung die
    geowissenschaftlichen Aussagen der drei „Fracking-Studien“
    (UBA-Gutachten, Studie NRW und Risikostudie-Fracking des
    ExxonMobil-Dialogprozesses) geprüft und sehen deutliche Schwächen bei
    der Darstellung und Beurteilung der geowissenschaftlichen Sachverhalte.
    Vor diesem Hintergrund sind die in den Studien geowissenschaftlich
    abgeleiteten Gefahren und Risiken sowie die in diesem Zusammenhang
    ausgesprochenen Empfehlungen insgesamt als nur eingeschränkt
    gerechtfertigt anzusehen. Die aufgezeigten geowissenschaftlichen
    Schwächen der Studien können zu einer undifferenzierten
    Betrachtungsweise und damit insgesamt zu einer generellen Überschätzung
    der Unsicherheiten in der Beurteilung von geowissenschaftlich begründbaren Gefahren und Risiken der Frac-Technologie führen.

    Die Studie kann man auf der Interneteiste des BGR bekommen.

    http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Downloads/SGD-Stellungnahme-Fracking-Studien.html;jsessionid=09F4C1988760A8F499AFEBEF1082A608.1_cid334?nn=1542226

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