Deutschland
Umweltmanagement per Mausklick

Das Emissionsmanagement wird von vielen Unternehmen vernachlässigt – dabei wird es im Zuge mehrerer EU-Richtlinien und Verordnungen zum Umwelt-, Verbraucher- und Gesundheitsschutz zunehmend wichtig.

HB BERLIN. Es geht dabei neben dem Emissionshandel etwa um die Registrierung, Bewertung und Zulassung Tausender chemischer Inhaltsstoffe (REACH) oder die Begrenzung gefährlicher Substanzen durch die novellierte Gefahrstoffverordnung.

Nichteinhaltung von Vorschriften, umweltschädigende Betriebsunfälle oder Rückrufaktionen können beträchtliche Kosten, Umsatzverluste und Imageschäden zur Folge haben. Überdies ziehen Anspruchsgruppen Unternehmen zunehmend zur Verantwortung und fordern über Gesetze hinaus gehende „Corporate Social Responsibitility“.

Auf diese Herausforderungen sind Unternehmen meist nicht ausreichend vorbereitet. Laut einer Umfrage von PriceWaterhouseCoopers haben 44 Prozent der Unternehmen keinen Überblick über ihre Ausgaben für „Compliance“. Mehr als die Hälfte kennt deren Wertschöpfung nicht. Besonders deutsche Unternehmen scheinen erschreckend schlecht vorbereitet. Eine Europa-Studie von Mercury und der Economist Intelligence Unit belegt, dass europäische, aber vor allem deutsche IT-Verantwortliche die Auswirkungen von Corporate Governance „stark unterschätzen“. Das könne verhängnisvoll sein, auch für die Kreditvergabe, die vermehrt Transparenz und Kommunikationsfähigkeit verlange.

„Unternehmen müssen dem Thema Compliance höchste Aufmerksamkeit widmen“, meint Peter Prestele, Geschäftsführer bei Mercury, einem Top-Anbieter von IT-Optimierungen. Nur Unternehmen, die nach höchsten Corporate Governance- und Umweltstandards hinsichtlich selbst auferlegter Richtlinien sowie staatlicher Auflagen in dem jeweiligen Land geführt werden, könnten dauerhaft Vertrauen in der Öffentlichkeit und an den Aktienmärkten aufbauen. Dafür nötige Investitionen zahlten sich um ein Vielfaches aus.

Riesige Datenmengen, mehrere Standorte und unterschiedliche nati-onale Regelungen erschweren jedoch den umfassende Überblick, die Berichterstattung, die Risikominimierung sowie die Nutzung von Chancen zu Produkt- und Prozessinnovationen. Manuelle, auf Exel-Dateien basierende Verfahren sind komplex und kostspielig. Doch selbst Emissionsriesen wie RWE haben noch keine zentralisierte Datenerfassung.

Die Degussa AG hingegen nutzt seit zwei Jahren eine softwarebasier-te, konzernweit einheitliche Kon-troll- und Berichtslösung, die unter-nehmensweit Umwelt-, Gesundheits-, Sicherheits- und Qualitätsdaten zentral sammelt. Sämtliche entscheidungsrelevanten Daten werden permanent erfasst und gepflegt und sind mit wenigen Mausklicks abrufbar. „Das Verfahren ist schneller, präziser und hat unsere Kosten substanziell gesenkt“, resümiert der Verantwortliche Wolfgang Bergstein. Da Verbesserungsmöglichkeiten rascher sichtbar werden und schneller angegangen werden können, habe die Unfallhäufigkeit und -schwere abgenommen. Andere Software-Varianten ermöglichen lückenlose Berichte über die Inhaltsstoffe einzelner Produkte und beziehen dabei alle Zulieferer ein.

Großunternehmen könnten durch zentral geführte Datenverarbeitung bis zu 30 Prozent der Kosten für Umweltmanagement sparen, sagt Technidata-Chef Sven Denecken. Dies gelte aber nur für IT-Anfänger, relativieren Experten. Technidata ist der führende Anbieter im Segment und entwickelt entsprechende Lösungen auf Basis von Standard-Software von SAP. Das Unternehmen baute auch die Datenbank für die Deutsche Emissionshandelsstelle auf, bei der Käufer und Verkäufer von Verschmutzungsrechten Konten einrichten müssen.

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