Umweltminister Altmaier
„Energiewende könnte für mich Lebensaufgabe sein“

Es kommt nicht oft vor, dass ein Minister die Wirtschaft freudig stimmt. Peter Altmaier ist das gelungen – beim Captain's Dinner in Berlin. Vermutlich auch, weil der CDU-Politiker ein ganz besonderes Bekenntnis abgab.
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BerlinPeter Altmaier hat heute eigentlich keine Zeit. Im Bundestag stehen eine Reihe namentlicher Abstimmungen an. Da darf er eigentlich nicht fehlen. Doch für das Thema Energiewende macht der Umweltminister schon mal das Unmögliche möglich – und eilt in einer Abstimmungspause in die Landesvertretung der Hansestadt Hamburg. Beim Captain's Dinner der Kommunikationsagentur JDB Media soll der CDU-Politiker im Round-Table-Gespräch den anwesenden Wirtschaftskapitänen „seine“ Energiewende schmackhaft machen.

Dass das einer Sisyphus-Arbeit gleichkommt, weiß auch Altmaier. Doch für ambitionierte Aufgaben ist der Saarländer wie geschaffen – nicht etwa wegen seiner Helmut-Kohl-ähnlichen Körperfülle, sondern vielmehr wegen seiner rhetorischen Brillanz. Die hilft ihm bislang, nicht ganz so zu erscheinen, wie Sisyphos, der tragische Held der griechischen Mythologie, der immer wieder daran scheiterte, einen Marmorblock einen Berg hinaufzubringen. Das könnte Altmaier auch so gehen mit der Energiewende.

Aber Altmaier wäre nicht in die Politik gegangen, wenn er keine Lust am Bohren dicker Bretter hätte. „Politische Projekte brauchen ihre Zeit“, sagt er. Deshalb hält er es auch gar nicht für schlimm, dass er Anfang des Jahres vom politischen Gegner dafür verhauen wurde, dass er gesagt hatte, dass die Energiewende bis zu einer Billion Euro kosten könnte.

Wem die Zahl nutze, will der Moderator des Abends, Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock, von Altmaier wissen. Der Minister weicht aus, vermutlich auch, weil er damals selbst nicht vorrechnen konnte, wie diese Zahl zustande kommt. Das ist auch nicht sein Thema. Er reklamiert für sich vielmehr als „Fortschritt“, dass das Kostenargument seither in allen Diskursen präsent sei. Und er fügt hinzu, worauf es außerdem ankommt bei der Erreichung politischer Ziele. „Die Wahrheit sagen, ist die Voraussetzung zwischen Alternativen wählen zu können.“

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„Energiewende könnte für mich Lebensaufgabe sein“

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„Haarige Konflikte“

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„Ich empfehle uns, die Wahl zu gewinnen“

Kommentare zu " Umweltminister Altmaier: „Energiewende könnte für mich Lebensaufgabe sein“"

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  • @Antiillusionist
    Zweifelsfrei sollten Sie sinnvolle Google-Tips zum Klimawandel an die von mir angeführte Weltbank weitergeben.
    Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel könnte sich darüber freuen, schließlich sagte sie unlängst der Klimawandel kenne keine Ländergrenzen. Frau Merkel ist für eine UN-Organisation, «die Umwelt und Nachhaltigkeit stärker noch symbolisieren würde» vielleicht helfen neue Erkenntnisse via google dabei.

    Der fehlenden Speicherfähigkeit die Sie ansprechen steht

    1. der Netzausbau gegenüber. Da es äußerst selten sowohl in Süd-, Ost- West- und Norddeutschland immer die gleichen Wetter- und Windverhältnisse gibt, ist die natürliche Fluktuation mit einem Netzausbau erheblich eingedämmt.

    2. Unsere Flexibilität (statt an und aus). 2009 gab es ca. 100 Stunden lang aus Sonne und Wind soviel Strom, dass Geld dafür geboten wurde wenn einer Strom abnahm. Heute haben wir viel mehr erneuerbare Energien am Netz und das Problem ist nur noch 1/10 so groß.

    3. Die Nachfrage ins Marktgeschehen einbinden. Dabei geht es in erster Linie um große industrielle Verbraucher. Meine oder Ihre Waschmaschine juckt dabei nicht. Nehmen Sie nur die Kühlhäuser der 4 marktbeherschenden Lebensmittelhäuser mit der Zulieferindustrie. Wenn die ihre Kühlhäuser bei großen Angebot weiter runterkühlen und bei geringerem Angebot die Last zurücknehmen ist es das was ich meine.
    Das gleiche gilt für andere Betriebe auf der Wärmeseite.

    Die Kosten für die Verschiebung der Stromnachfrage gilt als gering. Erfahrung aus dem Osten der USA mit dem dort eingeführten Kapazitätsmarkt bestätigen das. Dort stellt der Kapazitätsmarkt mittlerweile den größten Teil der Auktionen dar und führte im Lieferjahr 2012/2013 zu einer Kostenersparnis für die Konsumenten von 1.Mrd. US-Dollar.

    Es zeigt sich wie entwicklungsfähig wir in allen Belangen sein können, wenn wir Standpunkte ändern und Entwicklungen zu lassen.

  • wiso widmet man sich nicht neuen quellen ?

    wo nun gerade erbracht ist das "dunkle materie" da ist....

    eventuell ist "freie energie" aus dem Raum ja keine SI FI...

    http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung-medizin/forschung-innovation/kosmisches-raetsel-forscher-finden-neue-hinweise-auf-dunkle-materie/8017768.html

    Kann es sein das schon Tesla und Schauberger sowas ahnten... ?

  • @ Denkmal

    Auf Ihren Hinweis auf die angebliche Erderwärmung gehe ich nicht ein. Jeder kann durch ein bisschen Googlen lernen, dass es seit 15 Jahren keine Erderwärmung gibt, obwohl die CO2-Konzentration in der Atmospäre weiter steigt. Der CO2-Schwindel ist also durch die Fakten widerlegt!

    Ich gehe nur auf Ihren letzten Satz ein, in dem Sie sich für "erneuerbare" Energieen aussprechen.

    Bitte nehmen Sie die folgenden Tatsachen zur Kenntnis:

    1. Der Wind weht nicht immer, und die Sonne scheint nicht immer.

    2. Im Stromnetz muss (!) in jedem Augenblick ein Gleichgewicht von Leistungsangebot und Leistungsnachfrage bestehen. Dabei müssen alle Stromeinspeiser in jedem Augenblick Phasensynchronität, Frequenzstabilitität und die passene Spannung garantieren. Das können Wind und Sonne - siehe 1 - niemals!

    3. Strom lässt sich nicht wirtschaftlich speichern. Es ist kein physikalischer Effekt bekannt, den man zur Stromspeicherung in industriellem Maßstab zu bezahlbaren Kosten nutzen könnte. Ob jemals ein solcher Effekt entdeckt werden wird, ob es ihn überhaupt gibt, weiß kein Mensch.

    Aus alledem folgt, dass das Setzen auf "erneuerbare" Energieen ein Wahnsinnskonzept ist. Es ist ein echter Schildbürgerstreich, der an der Realität scheitert.

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