Umweltminister Peter Altmaier im Interview
„Die Energiepreise werden bezahlbar bleiben“

Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht die Energiewende als Chance, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Im Interview prognostiziert der Unionspolitiker, dass das Mammutprojekt neue Jobs bringen wird und erklärt, woran es bisher hapert und was er ändern will.
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BerlinHerr Altmaier, sind Sie der neue Superminister im Bundeskabinett?

Eine Antwort auf diese Frage verbietet mir schon die Bescheidenheit. Jedes Ministerium ist gleich wichtig oder unwichtig. Die Energiewende ist durch den Ministerwechsel von Norbert Röttgen zu mir stärker in den Fokus der Medien und damit auch der Öffentlichkeit gerückt. Die Menschen beschäftigen sich damit. Das ist gut, hat aber nicht nur oder in erster Linie mit dem zuständigen Minister zu tun.

Dennoch, Sie sollen den Industriestandort schützen, den Abbau von Arbeitsplätzen verhindern und für sozial gerechte Strompreise sorgen. Ist das alles für einen Minister überhaupt zu stemmen?

Jedenfalls stelle ich mich den Herausforderungen. Die Energiewende kann dann gelingen, wenn wir den künstlichen Gegensatz zwischen Wirtschaft und Umwelt endlich überwinden. Die industriellen Wertschöpfungsketten müssen in Deutschland bleiben. Das ist die Grundvoraussetzung für ein Gelingen der Energiewende. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass eine gute Umweltpolitik nur dann möglich ist, wenn die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich gewahrt bleibt. Aber auch die Wirtschaft muss sehen, dass es ohne eine vernünftige Umweltpolitik nicht geht. Dieses gegenseitige Verständnis will ich in den nächsten Jahren schaffen.

Gleichwohl wachsen die Sorgen der deutschen Industrie wegen einer möglichen Deindustrialisierung durch die Energiewende. Sind die Bedenken gerechtfertigt?

In den letzten Jahren hat es keine Deindustrialisierung in Deutschland gegeben. Deutschland hat den Anteil der industriellen Produktion an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung annähernd konstant halten können. Auch deshalb ist Deutschland wahrscheinlich so gut durch die Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren gekommen. In vielen anderen europäischen Ländern, beispielsweise in Italien und Frankreich, ist die Situation völlig anders.

Woran liegt das?

Grund für die schleichende Deindustrialisierung in diesen Ländern war nicht zu viel Umweltschutz, es wurde dort zu wenig für die Wettbewerbsfähigkeit getan. Es gibt den viel beschworenen Gegensatz von Wirtschaft und Ökologie in Deutschland nicht. Man kann durch kluge und entschiedene Setzung von Rahmenbedingungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Industriestandorts durch seinen Umbau zu einer ökologischen Wirtschaft erhalten und ausbauen.

Kommentare zu " Umweltminister Peter Altmaier im Interview: „Die Energiepreise werden bezahlbar bleiben“"

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  • Der Ordnung halber:
    Rot/grün hat 2001 den Atomausstieg mir der Industrie bis 2030 beschlossen.
    Zusammen mit der Industrie,nicht gegen,und den Stromversorgen,nicht gegen!Es wurden eindeutige Verträge mit der Industrie und den Stromversorgern abgeschlossen!Danach sollten die AKW nach und nach abgeschaltet werden,je nach Laufzeit.
    Das hat dann schwarz/gelb rückgängig gemacht!
    Und dann wurde wenige Monate später der Ausstieg aus dem
    Ausstieg beschlossen, gegen die Stromversorger und Betreiber der AKW.Jetzt hat man Schadenersatzprozesse am Hals,verstolpert dilletantisch den Prozess der Energiewende,ebenso wie viel Anderes!

  • Natürlich kann Deutschland aus einer internationalen Entwicklung, an der wir bisher als Exportland extrem gut verdient haben, ausscheiden. Dazu sollten wir zunächst aus Europa austreten bzw. mindestens aus der damit zusammenhängenden Rechtsordnung. Letzten Endes geht es in vielen Punkten nur um nationale Umsetzung europäischen Rechts.
    Als ersten realen Schritt zu dieser höheren Form der Wirtschaftlichkeit schlage ich vor, dass Siemens seinen rund 2,5 Milliarden Euro schweren Windpark-Auftrag in Großbritannien zurückgibt.
    Warum sollen auch die neuen getriebelosen Turbinen, die nur halb so viele Bauteile wie die Vorgängermodelle haben, entsprechend viel weniger Wartung brauchen, wie geplant fast zwei Millionen Menschen in GB mit Strom versorgen?
    Ebenso sollte Siemens-Energievorstand Michael Süß den Dänen alle weiteren Gespräche untersagen.
    Wir können ja das damit begründen, dass es uns ab morgen egal ist, ob die Energieausbeute im Meer um rund 40 Prozent höher liegt.
    Treten wir doch lieber die Pläne und unsere technischen Fähigkeiten, die andere zu kaufen wünschen in die Tonne.

    Wir werden bestimmt in Zukunft unsere Marktchancen als umwelttechnisches Entwicklungsland deutlich verbessern.

    Das klingt nicht nur für einen Maschinenbauer nach einer äußerst tragfähigen Zukunftsausrichtung, dass ist die ideale Ergänzung zur aktuellen Europa-Politik.

    Außerdem sollten wir per sofort die ca. 380.000 Stellen in den Bereichen der erneuerbaren Energien streichen und die Leute auf die Strasse setzen. Davon werden sich sicherlich die Guten mit Blaupausen in ein Paddelboot Richtung GB aufmachen.

  • das sind doch nur Beruhigungsmanöver und Nebenschauplätze :

    "Wir befinden uns am Rande zur globalen Transformation.
    Alles was wir jetzt noch brauchen
    ist die richtige Krise und die Menschen werden die
    Neue Weltordnung (Einweltregierung) annehmen."
    ---David Rockefeller 14.9.1994

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