Bundesumweltminister verspricht „Die Energiepreise werden bezahlbar bleiben“

Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht die Energiewende als Chance, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Im Interview prognostiziert der Unionspolitiker, dass das Mammutprojekt neue Jobs bringen wird und erklärt, woran es bisher hapert und was er ändern will.
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Bundesumweltminister Altmaier (CDU) im Handelsblatt-Interview. Quelle: Andreas Labes für Handelsblatt

Bundesumweltminister Altmaier (CDU) im Handelsblatt-Interview.

(Foto: Andreas Labes für Handelsblatt)

BerlinHerr Altmaier, sind Sie der neue Superminister im Bundeskabinett?

Eine Antwort auf diese Frage verbietet mir schon die Bescheidenheit. Jedes Ministerium ist gleich wichtig oder unwichtig. Die Energiewende ist durch den Ministerwechsel von Norbert Röttgen zu mir stärker in den Fokus der Medien und damit auch der Öffentlichkeit gerückt. Die Menschen beschäftigen sich damit. Das ist gut, hat aber nicht nur oder in erster Linie mit dem zuständigen Minister zu tun.

Dennoch, Sie sollen den Industriestandort schützen, den Abbau von Arbeitsplätzen verhindern und für sozial gerechte Strompreise sorgen. Ist das alles für einen Minister überhaupt zu stemmen?

Jedenfalls stelle ich mich den Herausforderungen. Die Energiewende kann dann gelingen, wenn wir den künstlichen Gegensatz zwischen Wirtschaft und Umwelt endlich überwinden. Die industriellen Wertschöpfungsketten müssen in Deutschland bleiben. Das ist die Grundvoraussetzung für ein Gelingen der Energiewende. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass eine gute Umweltpolitik nur dann möglich ist, wenn die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich gewahrt bleibt. Aber auch die Wirtschaft muss sehen, dass es ohne eine vernünftige Umweltpolitik nicht geht. Dieses gegenseitige Verständnis will ich in den nächsten Jahren schaffen.

Gleichwohl wachsen die Sorgen der deutschen Industrie wegen einer möglichen Deindustrialisierung durch die Energiewende. Sind die Bedenken gerechtfertigt?

In den letzten Jahren hat es keine Deindustrialisierung in Deutschland gegeben. Deutschland hat den Anteil der industriellen Produktion an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung annähernd konstant halten können. Auch deshalb ist Deutschland wahrscheinlich so gut durch die Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren gekommen. In vielen anderen europäischen Ländern, beispielsweise in Italien und Frankreich, ist die Situation völlig anders.

Woran liegt das?

Grund für die schleichende Deindustrialisierung in diesen Ländern war nicht zu viel Umweltschutz, es wurde dort zu wenig für die Wettbewerbsfähigkeit getan. Es gibt den viel beschworenen Gegensatz von Wirtschaft und Ökologie in Deutschland nicht. Man kann durch kluge und entschiedene Setzung von Rahmenbedingungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Industriestandorts durch seinen Umbau zu einer ökologischen Wirtschaft erhalten und ausbauen.

„Ich bin sensibel bei den Strompreisen“
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70 Kommentare zu "Umweltminister Peter Altmaier im Interview: „Die Energiepreise werden bezahlbar bleiben“"

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  • Der Ordnung halber:
    Rot/grün hat 2001 den Atomausstieg mir der Industrie bis 2030 beschlossen.
    Zusammen mit der Industrie,nicht gegen,und den Stromversorgen,nicht gegen!Es wurden eindeutige Verträge mit der Industrie und den Stromversorgern abgeschlossen!Danach sollten die AKW nach und nach abgeschaltet werden,je nach Laufzeit.
    Das hat dann schwarz/gelb rückgängig gemacht!
    Und dann wurde wenige Monate später der Ausstieg aus dem
    Ausstieg beschlossen, gegen die Stromversorger und Betreiber der AKW.Jetzt hat man Schadenersatzprozesse am Hals,verstolpert dilletantisch den Prozess der Energiewende,ebenso wie viel Anderes!

  • Natürlich kann Deutschland aus einer internationalen Entwicklung, an der wir bisher als Exportland extrem gut verdient haben, ausscheiden. Dazu sollten wir zunächst aus Europa austreten bzw. mindestens aus der damit zusammenhängenden Rechtsordnung. Letzten Endes geht es in vielen Punkten nur um nationale Umsetzung europäischen Rechts.
    Als ersten realen Schritt zu dieser höheren Form der Wirtschaftlichkeit schlage ich vor, dass Siemens seinen rund 2,5 Milliarden Euro schweren Windpark-Auftrag in Großbritannien zurückgibt.
    Warum sollen auch die neuen getriebelosen Turbinen, die nur halb so viele Bauteile wie die Vorgängermodelle haben, entsprechend viel weniger Wartung brauchen, wie geplant fast zwei Millionen Menschen in GB mit Strom versorgen?
    Ebenso sollte Siemens-Energievorstand Michael Süß den Dänen alle weiteren Gespräche untersagen.
    Wir können ja das damit begründen, dass es uns ab morgen egal ist, ob die Energieausbeute im Meer um rund 40 Prozent höher liegt.
    Treten wir doch lieber die Pläne und unsere technischen Fähigkeiten, die andere zu kaufen wünschen in die Tonne.

    Wir werden bestimmt in Zukunft unsere Marktchancen als umwelttechnisches Entwicklungsland deutlich verbessern.

    Das klingt nicht nur für einen Maschinenbauer nach einer äußerst tragfähigen Zukunftsausrichtung, dass ist die ideale Ergänzung zur aktuellen Europa-Politik.

    Außerdem sollten wir per sofort die ca. 380.000 Stellen in den Bereichen der erneuerbaren Energien streichen und die Leute auf die Strasse setzen. Davon werden sich sicherlich die Guten mit Blaupausen in ein Paddelboot Richtung GB aufmachen.

  • das sind doch nur Beruhigungsmanöver und Nebenschauplätze :

    "Wir befinden uns am Rande zur globalen Transformation.
    Alles was wir jetzt noch brauchen
    ist die richtige Krise und die Menschen werden die
    Neue Weltordnung (Einweltregierung) annehmen."
    ---David Rockefeller 14.9.1994

  • Die Grünen (Trittin u.Co) das Umweltbundesamt (der vom Herrn Trittin eingesetzte Ornithologe und Ökonom Jochen Flasbarth ) Waren sich nicht nicht zu schade immer wieder von :
    "Der Atomausstieg wird keine Arbeitsplätze kosten "
    zu reden !
    Oder von" Strom wird wegen der Energiewende nicht teurer"
    Heute wissen wir das nicht nur der Atomausstieg sehr sehr viele Arbeitsplätze kosten wird , sonder wir reden hier darüber ob der Normalbürger sich künftig noch einen Kühlschrank oder die Waschmaschine leisten kann .

    Warum sollten künftige "Visionen" die sie oder einige andere noch mit dem Atomausstieg verbinden , sich nicht auch in Luft auflösen ?

    Was Deutschland braucht,sind real umsetzbare Projekte die die Energieversorgung des Industrielandes Deutschland sichert , für "Visionen "sind irgendwelche Gurus zuständig !

  • Es ist verwunderlich wie sehr sich Leute aufregen und sich dem Treiben der Medien als Opfer hingeben.
    Rot-Grün hatte den Atomausstieg seiner Zeit beschlossen. Schwarz-Gelb hat daraufhin die Atomkraftverlängerung beschlossen und mit einer Brückentechnologie zur Energiewende begründet.
    Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat dazu Stellung genommen und erklärt, dass weder eine Verlängerung der Laufzeiten bei Atomkraftwerken noch der Bau neuer Kohlekraftwerke mit CCS-Technologie auf dem Weg der Energiewende notwendig sei.
    Die Politik hat reagiert und eine neue Direktorenstelle geschaffen, damit der Sachverständigenrat sich demnächst linientreu gibt und Fähnchen schwenkend Zustimmung zu politischen Entscheidungen heuchelt.
    Danach hatte schwarz-gelb auch mal Lust so zu regieren wie vormals rot-grün. Schien es doch günstig, aus dem Unfall in Japan politisches Kapital zu schlagen. Daraufhin gebar die Bundeskanzlerin den Begriff der Energiewende.
    Nun wissen die darum bemühten, dass die Energiewende schon mindestens 2 Jahrzehnte alt ist und nicht über Nacht die erneuerbaren Energien 20% der Stromversorgung eingenommen haben.
    Strom war noch nie so günstig wie derzeit an der Börse. Die davon profitierenden Großunternehmen werden bestimmt diese Quersubvention durch Parteispenden schützen, damit Politiker dafür Sorge tragen, dass die Mehrzahl der Menschen, kleine Unternehmen und der Mittelstand dafür bezahlt und damit diese Knechte nicht auch in den Genuss preiswerter Energien kommen.

    Das Abschalten weniger AKWs hat mit der seit über 20 Jahren sich verändernden Energielandschaft bestimmt nichts zu tun.

  • Vielleicht geht es nur mir so, aber so langsam weiss ich nicht mehr, ob ich die Argumentationskette, dass sich Nagasaki und Hiroshima nach dem Atombombenabwurf doch so toll entwickelt hätten, in Verbindung mit der Verharmlosung der Atomkatastrophen in Fukushima und nicht zu vergessen Tschernobyl noch ernst nehmen kann.

    Wäre das ernst gemeint, würde ich raten, das diejenigen ihr Erspartes in den radioaktiv gering belasteten, japanischen Grund und Boden investieren. Das müsste dann in ein paar Jahren so viel Wert sein, dass Sie sich um den Strompreis keine Sorgen mehr machen müssen.

    ---
    PS: Ich mag es weder auf der Straße überfahren zu werden, noch dass mir ein AKW um die Ohren fliegt und auch nicht, dass mir ein Windrad-Rotor auf den Kopf fällt ...

  • ...dann haben Sie keine Kinder, arbeiten viel bei Ihrem Arbeitgeber, machen den Urlaub nicht in Balkonien? Herzlichen Glückwunsch, dann haben Sie es wie die GRÜNEN geschafft der Realität zu entkommen.

    Sie sind vielleicht Single und Mama wäscht die Wäsche? Haben Sie sich schon einmal überlegt, dass man als Eltern mit einigen Kindern inzwischen eine gesalzene Stromkostenabrechnung bekommt?

    Aber Frau von der Leyen kümmmert sich ja jetzt darum, dass alleinerziehende Mütter zwangsweise Vorstände und Aufsichtsräte zu 10.000.000 € Jahregehalt werden und damit alle Alleinerziehenden ohne Probleme die Stromrechnungen bezahlen können. Frau von der Leyen, Sie betreiben die zukünftige Politik zur Besiedlung des Mondes. Ihre Probleme sind wirklich nicht unsere.

    Herr Altmeier, ich messe Sie mich an Ihrem sympathischen Auftreten. Ich messe Sie an dem Inhalt ihrer Aussagen und da habe ich hier nichts belastbares gelesen. Sie haben sich mit heißer Luft geäußert, mit der man bestenfalls eine Dampfturbine zur Stromerzeugung betreiben könnte.

    Ich erwarte eine solide Politik von der CDU. Wenn Sie bis zum Jahresende nicht konkret sagen, wie der Ökostrom in naher Zukunft akkumuliert wird, dann haben Sie mit uns Stammwählern ein Problem. Ich erwarte eine ganz eindeutige Machbarkeit zum Atomausstieg oder die AKWs bleiben eben angeschaltet.

    gez.
    Ein CDU-Wähler

    P.S. Hier sollten sich auch nicht alle Leser wegen des Atomausstiegs in die Wolle bekommen. Wer wollte diesen Atomausstieg nicht, wenn er wirklich bezahlbar und machbar wäre? Und bestimmt wollen alle eine ehrliche Antwort von der Politik, wie dieser machbar wäre. Diese Aufforderung geht auch an die Adresse der GRÜNEN, die sich bis jetzt ja nur darin gesonnt hat die Regierung zu beschimpfen.

  • @Gorn
    Wieviel Opfer hat Fukushima gefordert?
    Wieviel Opfer hat die Kernkraft in Deutschland gefordert?
    Die Endlagerfrage ist gelöst, warum akzeptiert man das in Deutschland nicht, sondern macht immer noch in Panik?
    Schäden sind nicht irreverstibel, sonst könten in Nagasaki und Hiroshima keine Menschen mehr leben.
    Warum setzt der Rest der Welt auf Kernkraft, sind wir schlauer als die anderen?

  • Quatsch!!!!!!!Mehr kann ich dazu gar nicht sagen,denn wenn jemand so argumentiert gehört entweder zu Lobby oder finanziell abhängig.Bitte nicht nur bis zum Nasenende denken,ok?

  • Im Grunde wollte ich genauso das schreiben,was Gorn geschrieben hat....Danke liebe/r Gorn :-)

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