Umweltministerin Hendricks Studie belegt Zweifel an Diesel-Updates

Die Autoindustrie will Dieselfahrzeuge per Update nachrüsten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bestärkt hingegen die Forderung nach technischen Nachbesserungen, die über Softwarelösungen hinaus gehen.
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Neue Software allein sei nicht genug, um den Stickoxid-Ausstoß der Fahrzeuge ausreichend zu verringern, erklärte die Bundesumweltministerin. Quelle: AFP
Barbara Hendricks

Neue Software allein sei nicht genug, um den Stickoxid-Ausstoß der Fahrzeuge ausreichend zu verringern, erklärte die Bundesumweltministerin.

(Foto: AFP)

BerlinBundesumweltministerin Barbara Hendricks hat ihre Forderung von Nachbesserungen an Diesel-Motoren über Software-Updates hinaus mit einer Studie untermauert. Neue Steuerprogramme allein seien nicht genug, um den Stickoxid-Ausstoß der Fahrzeuge ausreichend zu verringern, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Berlin. Sie stützte sich dabei auf eine von ihr in Auftrag gegebene Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA).

Demnach reichen die beim „Diesel-Gipfel“ am 2. August beschlossenen Maßnahmen nicht aus, damit in den von einer erhöhten Stickoxid-Belastung betroffenen Städten der zulässige Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter eingehalten werden kann. Sie forderte stattdessen eine Nachrüstung der Fahrzeuge. Auch Kfz-Händler sprachen sich dafür aus, die Autos nachzubessern.

Welche Länder auf Elektro-Autos setzen
Deutschland
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Trotz Feinstaub-Alarm und drohenden Fahrverboten: Zu einer verbindlichen E-Autoquote konnte sich Deutschland bislang nicht durchringen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Millionen E-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen, ist wohl nicht mehr zu erreichen – trotz Subventionen beim Kauf, Steuererleichterungen bei der Kfz-Steuer, finanziellen Anreizen und sonstige Vergünstigungen. Bisher beträgt der Anteil an E-Autos 1,8 Prozent – in fast keinem Land ist er geringer.

Italien
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Kaum besser als in Deutschland sieht es in Italien aus: Von einer Ablehnung von Verbrennungsmotoren ist dort nichts zu spüren: Sogar der in anderen Ländern mittlerweile eher verschmähte Diesel konnte im vergangenen Jahr seinen Marktanteil ausbauen. Pläne für E-Auto-Quoten gibt es bisher nicht, doch Käufer dürfen sich beim Kauf über Subventionen und Steuervorteile freuen. Der Anteil an E-Autos liegt bei 2,2 Prozent.

Österreich
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Stau bei Salzburg: Auch im Nachbarland sind E-Autos noch eine Seltenheit. Bisher sind 2,6 Prozent der Autos auf Österreichs Straßen batteriebetrieben. Pläne, Verbrennungsmotoren zu verbieten, gibt es bislang nicht. Doch die österreichische Regierung stellt einige Vorteile für den E-Auto-Kauf in Aussicht: Es gibt nicht nur Subventionen beim Kauf und Steuererleichterung bei Kfz- und Mehrwertsteuer, sondern auch Anreize wie freies Parken und die Benutzung von Bus- und Taxispuren.

Spanien
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Auch in Spanien gibt es keine verbindlichen Regeln für die Zahl der Elektroautos. Immerhin – in Madrid parken E-Autos innerhalb der Ring-Autobahn-Gratis. Außerdem gibt es auch dort Subventionen und Steuervorteile für Fahrer von E-Autos. Immerhin haben 3,0 Prozent der Autos einen Elektromotor.

Großbritannien
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Die berühmten London-Taxis haben einen Verbrennungsmotor unter der Haube – ebenso wie die große Mehrheit der in Großbritannien zugelassenen Autos: Nur 3,3 Prozent fahren elektrisch. Immerhin sollen ab 2040 sollen dort keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden. Anreize wie Subventionen und Steuervorteile gibt es bereits.

Frankreich
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Rush Hour in Paris: In Frankreich steht seit Juli der Plan, dass ab 2040 keine Benziner oder Dieselautos mehr verkauft werden dürfen. Staatliche Unterstützungen für E-Autofahrer, unter anderem Subventionen beim Kauf und niedrigere Kfz-Steuern, gibt es bereits. Momentan beträgt der Anteil der E-Autos in Frankreich 3,9 Prozent.

Niederlande
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Obwohl es keine staatliche Unterstützung für E-Autos gibt, sind in den Niederlanden bereits neun Prozent der Autofahrer mit einem Elektroauto unterwegs. Damit liegt Deutschlands Nachbar deutlich über dem europäischen Durchschnitt: EU-weit beträgt der Anteil von E-Autos gerade einmal drei Prozent. Ab 2035 sollen zudem auch keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr in den Niederlanden zugelassen werden.

Die Studie habe ergeben, dass ein Software-Update für die betreffenden Diesel-Autos die Stickoxid-Belastung in den Städten um einen einstelligen Prozentsatz reduziere, sagte Hendricks. Das sei zu wenig. Auch die Umtauschprämie für den Wechsel auf umweltfreundlichere Autos werde nur zu einer Minderung von etwa zwei Prozent führen, wenn die älteren Diesel-Fahrzeuge gegen neue Diesel-Wagen mit der Euro-6-Norm ausgetauscht würden. Als Diesel-Alternative seien nur Fahrzeuge mit der Norm Euro-6d sinnvoll, sagte die Ministerin. Ansonsten empfehle sie den Kauf verbrauchsarmer Benziner, von Hybrid- oder Elektroautos.

Das UBA hatte die beim Diesel-Gipfel beschlossenen Maßnahmen für zwei Straßen hochgerechnet: Die Landshuter Allee in München mit einer durchschnittlichen Stickoxid-Belastung von 80 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und die Parcusstraße in Mainz mit 53 Mikrogramm. In München würde die Maßnahmen die Belastung auf 75 Mikrogramm senken, in Mainz auf 51 Mikrogramm.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), der Autohändler vertritt, kritisierte die Weigerung der Autoindustrie, Motoren kostenfrei mechanisch nachzurüsten. „Hardware-Lösungen sind zwar aufwendiger als die angekündigten Software-Updates, aber viel wirksamer“, sagte ZDA-Präsident Jürgen Karpinski dem „Handelsblatt“. Er wies darauf hin, dass auch Besitzer von Diesel-Autos mit neu programmierter Software von Fahrverboten sein könnten. „Das Grundvertrauen der Kunden lässt sich nur durch eine technische Nachrüstung zurückgewinnen“, sagte der Chef des VW-Händlerverbandes, Dirk Weddigen von Knapp.

  • rtr
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4 Kommentare zu "Umweltministerin Hendricks: Studie belegt Zweifel an Diesel-Updates"

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  • Was jammert da uns die Ministerin vor ???

    VW hat nicht erst seit 2010 ganze 20% der VW Aktien in der Hand !!!

    UND DANN WILL DER DEUTSCHER STAAT UNS ERZÄHLEN DASS DER DEUTSCHER STAAT KEINEN DURCHBLICK HATTE BEI SOVIELE EINGESETZTE MILLIARDEN VON EURO ???

    Der Deutscher Staat wußte auch von nichts ???

    DANN SOFORT BEI DER COMMERZBANK NACHSCHAUEN, was da der Deutscher Staat mit seine 25% Anteile alles bekannt und Unbekannt ist !!!

    SONST BRINGT DIE 25% Anteile der Aktien nichts an nutzen !!!

    :-)))

    DEUTSCHER STAAT KANN MAN NUR NOCH AUSLACHEN !!!
    Kein Wunder !!!

    Zu mir sagte man im Rathaus : " Wozu wollen Sie die Deutsche Staatsangehörigkeit , daß man Deutsche Papiere hat heißt nicht daß man deutscher ist ! "

    Das war 1985 !!!

    UND HEUTE 2017 WIE VIELE NICHT DEUTSCHE MIT NUR DEUTSCHER PASS SIND IN DER REGIERUNG IN BERLIN DABEI ???

    Die sind dabei ... ABER SCHLÄGT DERER IHRER HERZEN AUCH TATSÄCHLICH FÜR DIE DEUTSCHE NATION WENN ES EINES TAGES DARAUF ANKOMMT ??? :-)))

  • Wissen ist Macht, Nichtwissen macht auch nichts! Alter Spontispruch. Herr Bast hat den Finger in die Wunde gelegt. Man müßte halt nachvollziehbar und keine willkürlichen um nicht zu sagen nicht realisierbaren Grenzwerte festsetzten. Sitze ich an meinem Schreibtisch 9, 9, 10 oder mehr Stunden im Büro oder an der Straßenkreuzung/Bordsteinkante in Stuttgart oder Mainz? Frau Hendricks sie haben einen Eid geschworen, zum Wohle des deutschen Volkes. Wenn Sie sich dann zu einer Sache äußern sollte das den Sachverhalt wenigstens richtig und vollständig widergeben. Das Links-Grüne-Gesocks hat in Brüssel Grenzwerte durchgesetzt die jenseits jeder Realität sind. Ich jedenfalls weiß, welche Partei ich am 24.9.17 mit Sicherheit nicht wählen werden - die Sonderbare Partei Deutschlands. Oder hat man aus Paris, Rom, Mailand, Madrid u.a. Großstädten irgendetwas gehört wg. Nichteinhaltung von Grenzwerten. Nein. Die Franzosen, Italiener, Spanier und alle anderen EU-Staaten waren so intelligent, daß sie ihre Meßstationen dahin gebaut haben wo sie realistische Werte messen. In Deutschland stehen die dank dem links-grünen-gesocks an der Bordsteinkante. Wie realistisch.

  • Das Umweltministerium war seit vielen Jahren in grüner oder roter Hand. Und niemals hat sich ein Umweltminister die Mühe gemacht, Emissionen von Dieselfahrzeugen zu prüfen. Und jetzt plötzlich...
    Die Politik aller Farben sitzt mit den Autoherstellern im Boot. Da ist es angesagt BEHUTSAM nach Lösiungen zu suchen.
    Es geht schließlich um ca. 15% aller deutschen Arbeitsplätze.
    Also... BEHUTSAM... und das heißt auch leise und konstruktiv bitte.

  • Ach die Frau Henricks betreibt doch nur Wahlkampf und Mißbraucht dazu Ihr Amt..
    Wie kann Sie sowas sagen- das ist doch Kaffeesatzleserei.. und sonst nix.
    Was hat der liebe Thomas Oppermann gesagt auf die Frage. Wieso darf im Büro der Wert für Stickoxid bei 950mg liegen und auf der Strasse bei 40 mg... - Keine Antwort keine Ahnung -setzen sechs.. - Dann kommt eine fadenscheinige Erklärung vom Umweltbundesamt.. Ja weil man ja im Büro nur 8 Stunden am Tag 5 Tage die Woche diesem ausgeliefert ist..Dafür darf man dann icn dieser Zeit die 23 fache Dosis zu sich nehmen..- Also soviel Schwachsinn muss man sich einmal reinziehen.. - - Wenn man halt kein Thema im Wahlkampf hat dann macht man sich eines.. Da kann man nur hoffen das die SPD bei 19% landet...

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