Umweltzonen in Städten

Blaue Plakette für schadstoffarme Autos soll kommen

Rot, gelb, grün – und bald blau: Die Umweltminister wollen eine Plakette für besonders schadstoffarme Autos. Diesel-Fahrer dürfen sich freuen: Weil die Minister uneinig sind, bleibt der Kraftstoff billiger als Benzin.
Bisher gibt es die Plaketten nur in den Farben Rot, Gelb und Grün. Künftig soll eine blaue Umweltplakette besonders schadstoffarme Autos kennzeichnen. Quelle: dpa
Umweltzone

Bisher gibt es die Plaketten nur in den Farben Rot, Gelb und Grün. Künftig soll eine blaue Umweltplakette besonders schadstoffarme Autos kennzeichnen.

(Foto: dpa)

BerlinEine blaue Plakette soll künftig Autos mit geringem Schadstoff-Ausstoß kennzeichnen. In Stadtbezirken mit besonders schlechter Luft sollen nach dem Willen der Umweltminister schon bald nur noch Autos mit einer solchen blauen Plakette fahren dürfen. Er gehe davon aus, dass die entsprechende Verordnung noch in diesem Jahr wirksam werden könne, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im SPD-geführten Umweltministerium, nach einem Treffen mit den Umweltministern der Länder am Donnerstag in Berlin.

Die günstige Diesel-Steuer bleibt dagegen erst einmal. Die Minister konnten sich nicht darauf verständigen, den Kraftstoff teurer zu machen, wie einige von ihnen gefordert hatten.

Eine blaue Plakette, die den Ausstoß von Stickoxiden berücksichtigt, hatten Umweltverbände schon lange gefordert. Die neuen Umweltzonen, in denen nur die schadstoffärmsten Autos fahren dürfen, würden wohl kleiner ausfallen als die bisherigen Zonen für grüne Plaketten, sagte Flasbarth. „Das eine ist ein Symptomkurieren, wo es anders nicht geht.“ Die langfristige Strategie sei aber, emissionsarme Autos zu fördern. Die Umweltminister der Länder hatten sich angesichts des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei VW zu der Sonderkonferenz entschlossen.

Wo Lebenszeit im Stau verrinnt
Platz 10: Das Ruhrgebiet
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Inrix, Anbieter von Auto- und Verkehrsanalytik, hat untersucht, wo Deutsche und Europäer 2015 am meisten im Stau standen. Während sich die Lage mancherorts etwas entspannt nimmt die Zahl der im Stau vergeudeten Stunden in den Metropolregionen deutlich zu.

Eine faustdicke Überraschung gibt es gleich zum Start: Im Ruhrgebiet stehen Fahrer im Durchschnitt jährlich „nur“ 35 Stunden im Stau – satte 6,9 Stunden weniger als 2014. Allerdings liegen im Ruhrgebiet auch immer noch zwei der zehn schlimmsten Straßen Deutschlands: Der Übergang A46/B326 bis Sonnborner Kreuz (jährlich 34,28 Stunden Verlust) und die B224 von Essen/Gladbeck bis Essen-Karnap (26,84 Stunden).

Quelle: Inrix 2015 Traffic Scorecard

Platz 9: Saarbrücken
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In Saarbrücken verschwendeten Autofahrer 2015 rund 35 Stunden im Stau. Immerhin, 0,1 Stunden weniger, als noch 2014. Europaweit verzeichneten 70 Prozent der analysierten Länder 2015 einen Rückgang an Staus. Experten sehen das vor allem als ein Phänomen der schwächelnden Konjunktur in Europa.

Platz 8: Bonn
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Wer in Bonn 2015 mit dem Auto unterwegs war, der verlor 38 Stunden Lebenszeit an die Straße. Das waren immerhin 3,9 Stunden weniger als 2014.

Platz 7: Nürnberg
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In Nürnberg hat die Staudauer etwas zugenommen. 0,2 Stunden mehr verbrachte ein Autofahrer in Franken mit Däumchen drehen hinter dem Steuer, 39 Stunden insgesamt.

Platz 6: Hamburg
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In der Freien und Hansestadt Hamburg waren übers Jahr verteilt 45 Stunden Wartezeit angesagt. Immerhin: 3,1 Stunden weniger als im Vorjahr.

Platz 5: Düsseldorf
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In der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens war 2015 eine Wartezeit von 50 Stunden angesagt. Trotz Unwetter und Bahnstreik 3,2 Stunden weniger als 2014. Laut Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Verkehrsexperte an der Universität Duisburg-Essen, tragen „Verbesserungen an der Infrastruktur der Autobahnen langsam Früchte“. Es sei allerdings so, dass „viele Städte“ mittlerweile „ihre Straßenkapazität kaum erhöhen“ könnten.

Platz 4: München
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Eine dieser Städte die „an ihre natürlichen Grenzen“ stoßen ist München. Viele Pendler und ein florierender Arbeitsmarkt tun ihr übriges: In München stieg die im Stau verlorene Zeit 2015 um 4,5 Stunden an. Insgesamt gingen Autofahrern in der bayrischen Landeshauptstadt im Jahr 53 Stunden verloren.

Kommunen sollten nicht dazu verpflichtet werden, die neuen Umweltzonen einzurichten. Nach Angaben des Umweltministeriums braucht künftig kein Autofahrer zwei Plaketten – wer eine blaue habe, dürfe auch in Umweltzonen für grüne Plaketten hineinfahren. Die neuen Fahrbeschränkungen sollen für alle Autos gelten können, die nicht der Schadstoffnorm Euro 6 entsprechen.

Die Umweltministerkonferenz kann Beschlüsse nur einstimmig treffen. Eine Beschlussvorlage von fünf Ländern, Diesel über die Abschaffung der Steuervorteile teurer zu machen, scheiterte unter anderem am Widerstand der BWM- und Audi-Heimat Bayern. „Wir brauchen den Diesel für den Klimaschutz“, sagte die bayerische Staatsministerin Ulrike Scharf (CSU) in Berlin. „Diese Motoren stoßen deutlich weniger CO2 aus.“ Auch ihr Amtskollege aus dem Saarland, Reinhold Jost (SPD), stellte klar, dass er nichts von einer Steuererhöhung halte.

Die Beschlussvorlage hatte unter anderem der Umweltminister des VW-Landes Niedersachsens, der Grünen-Politiker Stefan Wenzel, mitgetragen. Allerdings hatte die rot-grüne Koalition in Hannover den Vorschlag nicht mitgetragen. Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass er eine Anhebung der Dieselsteuer ablehne.

  • dpa
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