UN-Generalsekretär in der Kritik: Deutschland verliert beim Ringen um leitenden UN-Posten

UN-Generalsekretär in der Kritik
Deutschland verliert beim Ringen um leitenden UN-Posten

Berlin ist bei UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit seiner Empfehlung gescheitert, einer Deutschen das Amt des Untergeneralsekretärs für Öffentlichkeitsarbeit anzuvertrauen.

HB NEW YORK. Ban hatte die letzten Posten seines neuen Kabinetts am Freitagabend bekannt geben lassen. Danach wird Angela Kane, die höchstrangige deutsche Beamtin am UN-Hauptsitz, nicht die Nachfolge des Inders Shashi Taroor antreten, wie am Samstag aus diplomatischen Kreisen bestätigt wurde. Taroors Posten geht an den Japaner Kiyotaka Akasaka. Japan trägt nach den USA den zweitgrößten Anteil der UN-Kosten, weit vor Deutschland an dritter Stelle.

Dafür bleibt Kane als Stellvertreterin des Untergeneralsekretärs für politische Angelegenheiten in ihrem bisherigen Amt. Für den höchsten politischen Posten bei den UN hat Ban den Amerikaner B. Lynn Pascoe (63) ausgewählt. Kane hatte schon unter Pascoes Vorgänger, dem Nigerianer Ibrahim Gambari, als Beigeordnete Generalsekretärin in der UN-Abteilung Politik gearbeitet. Die gebürtige Hamelerin war nicht vom Auswärtigen Amt an die Weltorganisation vermittelt worden, sondern hatte ihre Karriere als Fremdenführerin bei den Vereinten Nationen in New York begonnen.

Ban war wegen seiner schleppenden Kabinettsbildung in den letzten Wochen zusehends unter Druck geraten. In diplomatischen Kreisen wurde ihm vorgehalten, seine Personalentscheidungen impulsiv, unvorbereitet und unter dem Mantel der Verschwiegenheit zu treffen. Darüber hinaus habe er teils Diplomaten ohne ausreichend Erfahrung mit Aufgaben betraut, die viel Fachkenntnis erfordern. Ban selbst hatte gehofft, die UN-Vollversammlung mit der Wahl seiner engsten Mitarbeiter zeitlich unter Druck setzen zu können. Sein Plan, das Kabinett erst nach der Annahme seines Reformpakets durch die 192 UN-Mitgliedsstaaten in der Vollversammlung bekannt zu geben, wurde von etlichen Ländern als Erpressung ausgelegt und rundweg abgelehnt.

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