„Gezerre und Geeiere muss ein Ende haben“
Endspurt im Kanzler-Poker

Das heutige Spitzengespräch soll den Durchbruch bringen. Führende CDU-Politiker gehen davon aus, dass die Kanzlerfrage spätestens bis Freitag geklärt ist. Unterdessen macht sich die FDP noch einmal für Jamaika stark.

HB BERLIN. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus zeigte sich vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums am Donnerstag zuversichtlich, dass die für den Abend geplante Spitzenrunde von Union und SPD eine Lösung im Streit um die Kanzlerfrage erreichen kann. "Dazu wird heute Abend und morgen Vormittag sicher das Abschließende besprechbar sein, und dann kann es zügig in die Verhandlungen gehen." Dies sieht auch Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) so. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach rechnet spätestens bis zum Wochenende mit Klarheit. Die CDU-Vorsitzende Merkel betonte jedoch: "Wir brauchen uns auch unter keinerlei Zeitdruck zu setzen."

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sagte, das "Gezerre und Geeiere" um Posten müsse ein Ende haben. Vorrangig sei nun, eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Dabei gelte: "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit." Wulffs saarländischer Kollege Peter Müller sagte, er erwarte schwierige Koalitionsverhandlungen mit der SPD.

Nach SPD-Einschätzung wird das Spitzengespräch von Union und SPD am Donnerstagabend hingegen noch keine abschließende Klärung bringen. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende, Familienministerin Renate Schmidt, sagte am Donnerstag am Rande einer Sitzung des Parteivorstands: "Ich gehe davon aus, dass die Spitzen ... sich jetzt in nicht nur einem Termin, sondern in mehreren Terminen, ich hoffe bis Sonntagabend, verständigt haben werden."

Am Abend wollten Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber sowie auf SPD-Seite Bundeskanzler Gerhard Schröder und Parteichef Franz Müntefering die Kanzlerfrage beraten und auch über den Zuschnitt und die Besetzung der Ministerien in einer großen Koalition sprechen. Auf diese Themen hatten sich beide Seiten bei ihrem dritten Sondierungsgespräch am Mittwoch verständigt. Die Klärung der Kanzlerfrage ist bislang das Haupthindernis für die Aufnahme formeller Koalitionsverhandlungen.

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