Unfaire Handelsvorteile durch Euro?: Merkel kontert Trump-Vorwurf

Unfaire Handelsvorteile durch Euro?
Merkel kontert Trump-Vorwurf

Angela Merkel weist den Vorwurf der Trump-Regierung zurück, dass Deutschland durch den Euro unfaire Handelsvorteile ziehe. Im Gegenteil, Deutschland setze gerade auf eine Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat den Vorwurf aus der US-Regierung zurückgewiesen, dass sich Deutschland über den Euro unfaire Handelsvorteile verschaffe. „Deutschland ist ein Land, das immer dafür geworben hat, dass die Europäische Zentralbank eine unabhängige Politik macht, so wie das auch die Bundesbank gemacht hat, als es noch keinen Euro gab“, sagte Merkel am Dienstag bei einem Besuch in Stockholm.

„Deshalb werden wir auf das Verhalten der EZB auch keinen Einfluss nehmen. Deshalb kann ich auch an der Situation, wie sie ist, und will ich auch gar nichts ändern“, betonte die Kanzlerin.

Die neue US-Regierung hatte Deutschland vorgeworfen, sich auf Kosten der USA und seiner Euro-Partner mit Hilfe eines deutlich unterbewerteten Euro unfaire Handelsvorteile zu erschleichen. Merkel betonte, dass sich deutsche Unternehmen vielmehr bemühten, mit wettbewerbsfähigen Produkten und fairem Wettbewerb auf dem Weltmarkt zu bestehen.

Merkel lobte nach einem Gespräch mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven zudem, dass es den 27 EU-Staaten ohne Großbritannien bisher sehr gut gelungen sei, zusammenzuhalten. Es sei wichtig, dass dies während der Brexit-Verhandlungen so bleibe. Im März werde die EU zudem anlässlich des 60. Jahrestages der Römischen Verträge eine Perspektive vorlegen, wohin sich die Union entwickeln solle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Deutschland hat sich diese Währungsvorteile nicht erschlichen, sie sind aber objektiv vorhanden. Der Kurs des Euro ist durch die finanz- und wirtschaftspolitischen Probleme in den Südländern der EU gegenüber den anderen Staaten schwächer als er bei gleicher wirtschaftlicher Stärke in allen Euroländern wäre. Unsere Exportüberschüsse sind also nicht (nur) durch die Stärke unserer Industrie und die Qualität der Produkte begründet.

    Diese Zusammenhänge sind auch der Grund für das Zerfallen der EU. Frau Merkel wäre gut beraten, sich diese Dinge, die für eine Physikerin nicht auf den ersten Blick verständlich sind, von Fachleuten erklären zu lassen. Bisher hat sie alles aus der Richtung verteufelt und in die rechte Ecke geschoben.

    So hat sie neben den ungelösten Problemen in der EU auch noch dieses braune Monster AfD geschaffen. Frau Merkel sollte sich zur Ruhe setzen und ihre Aufgabe jemandem überlassen, der die Zusammenhänge versteht.

  • Es wird eng für Deutschland, denn die Vorwürfe sind richtg. Der IWF sagt das und der geliebte Obama hat es auch gesagt. Deutschland brauchte die starke Mark und z.B Italien die Lira. Der Euro-Laden paßt nicht zusammen und muß aufgelöst derden.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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