„Ungeklärtes Privatleben“: Seehofer soll auf CSU-Vorsitz verzichten

„Ungeklärtes Privatleben“
Seehofer soll auf CSU-Vorsitz verzichten

Im Zweikampf um den CSU-Vorsitz wächst der Druck auf Parteivize Horst Seehofer, nicht zu kandidieren. Zwei Regionalpolitiker der CSU forderten den Agrarminister am Sonntag wegen seines Privatlebens offen zum Verzicht. Während die Kontrahenten Seehofer und Wirtschaftsminister Erwin Huber um Unterstützung ringen, fliegen einem anderen einfach so die Herzen zu.

HB MÜNCHEN. Der unterfränkische Bezirksvorsitzende Bernd Weiß und der Bayreuther Oberbürgermeister Michael Hohl begründeten ihre Haltung in der „Bild am Sonntag“ damit, andernfalls drohe Schaden für die CSU. „Horst Seehofer schadet der Partei mit seinem ungeklärten Privatleben“, sagte Weiß der Meldung zufolge.

Zugleich warf der Vorsitzende der CSU Unterfranken dem Bundesminister vor, er stilisiere sich zur „verfolgten Unschuldsfigur“. Weiß fügte hinzu: „Ich fordere Horst Seehofer auf, seine Kandidatur für den Parteivorsitz zurückzuziehen, um weiteren Schaden von der CSU fernzuhalten.“ Nach seinen Gesprächen mit der Basis spüre er eine deutliche Mehrheit für den anderen Kandidaten zum Parteivorsitz, den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber, wird der CSU-Bezirksvorsitzende weiter zitiert.

Ähnlich äußerte sich der Bayreuther Oberbürgermeister Hohl. Er sagte, die Berichterstattung über Seehofers Privatleben werde an der Basis intensiv diskutiert. Er habe den Eindruck, dass der Rückhalt für den Minister stark abgenommen habe. „Die Parteibasis wünscht sich, dass jetzt Ruhe einkehrt“, sagte Hohl weiter.

Der designierte bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein bekräftigte unterdessen seine Präferenz für Wirtschaftsminister Erwin Huber. Huber warb erneut für seine Kandidatur. Die CSU brauche jetzt ganz besonders eine Integrationsfigur an der Spitze: „Das traue ich mir zu.“

Beckstein wies im „Tagesspiegel“ Vorwürfe Seehofers zurück, ihn bei der Besetzung der CSU-Führungsspitze übergehen zu wollen: „Es wurde niemand übergangen.“ Der bayerische Innenminister warnte gleichzeitig vor einem Zerwürfnis der Partei mit einem der beiden Kandidaten. Nach der Entscheidung werde der Unterlegene in der Führungsebene weiterhin eine wichtige Rolle zu spielen haben. Huber habe schon als CSU-Generalsekretär eine enge Bindung zur Partei gehabt, was von enormer Bedeutung sei. Außerdem kenne und schätze er die Arbeit Hubers, sagte Beckstein.

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