Ungereimtheiten
Mannheimer BWL-Professor im Zwielicht

In Arbeiten des Mannheimer Ökonomen Ulrich L. sind gravierende Fehler aufgetreten. Zeitschriften ziehen Studien zurück. Die Privathochschule, an der L. habilitierte, ist über die Vorwürfe schockiert
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Einer der erfolgreichsten deutschen Betriebswirte muss sich unangenehmen Fragen stellen: Der Mannheimer Professor Ulrich L. ist in den Verdacht geraten, seine Publikationsliste mit unlauteren Mitteln aufgebläht zu haben. Einige Arbeiten enthalten offenbar zudem schwere inhaltliche Fehler und Ungereimtheiten. Fachzeitschriften haben seit Anfang Juni drei Arbeiten widerrufen. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte ein Wissenschaftler, der mit dem Vorgang vertraut ist.

L. selbst räumt Versäumnisse ein. Er habe die Universität Mannheim "schon vor Wochen umfassend über die unbeabsichtigten Fehler informiert", teilte er dem Handelsblatt mit. Er bedauere die Fehler, die nicht bewusst entstanden seien, und habe "ein großes Interesse daran, alle Aspekte zügig zu klären".

Der 33-jährige ist der Shootingstar der deutschen BWL. In den vergangenen acht Jahren hat er so viel publiziert wie kaum einer seiner Kollegen, zeigt das Handelsblatt-Ranking Betriebswirtschaftslehre. Der Verein der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre zeichnete ihn 2009 mit seinem Nachwuchspreis aus.

Jetzt stellt eine Gruppe von rund 20 Wissenschaftlern die Güte seiner Forschung grundlegend infrage. Nach Handelsblatt-Recherchen haben sie in den vergangenen sechs Monaten mehr als 50 seiner zahlreichen Arbeiten auf den Prüfstand gestellt. "In einer großen Anzahl von Papieren gibt es Ungereimtheiten", sagte ein Beteiligter. In den nächsten Wochen sei mit einer Reihe weiterer Widerrufe zu rechnen.

Ins Rollen kam die Untersuchung, weil Forscher den Verdacht hatten, L. veröffentliche identische Studie ohne Querverweise mehrfach, was gegen wissenschaftliche Ethikstandards verstößt.

Der Züricher Ökonom Bruno Frey war im vergangenen Jahr wegen ähnlicher Vorfälle von mehreren Fachzeitschriften öffentlich gerügt worden, seine Hochschule schickte ihn deswegen gegen seinen Willen in den Ruhestand.

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„Schwere Zweifel an der Validität und Robustheit“

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  • Ja genau!!! Und selbst wenn er keinen Artikel geschrieben hätte, er ist der Brillianteste!

  • @Vahrenkamp2011: Standardfehler, nicht Standardabweichung.

  • @Silberrock,

    lesen Sie bitte noch einmal nach, bevor Sie die Begründung des Research Policy widergeben. Dank:
    http://retractionwatch.wordpress.com/2012/07/17/three-papers-by-german-management-prof-retracted-for-duplication-statistical-issues/

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