"Unglaubwürdig"
Trittin warnt Grüne vor Kurswechsel

Bundesumweltminister Jürgen Trittin von den Grünen hat seine Partei davor gewarnt, im bevorstehenden Bundestagswahlkampf von den Positionen der gemeinsamen Regierungszeit mit der SPD abzurücken.

HB BERLIN. "Ich warne ausdrücklich davor, dass wir uns jetzt als Grüne von unserer eigenen Reformpolitik der letzten sieben Jahre distanzieren. Damit würden wir uns auf Jahre hinaus unglaubwürdig machen", sagte Trittin der Tageszeitung "Die Welt".

Die Entscheidung der SPD-Spitze für Neuwahlen ist nach Ansicht Trittins auch vor dem Hintergrund des Parteiaustritts Oskar Lafontaines und drohender Abspaltungen der SPD gefallen. Die Koalitionäre müssten sich jetzt klar darüber sein, daß Schröder nur mit Hilfe der Grünen erneut Kanzler werden könne. "Die einzige Machtalternative zu einer CDU-Kanzlerin heißt Rot-Grün", sagte Trittin.

Forderungen aus der eigenen Fraktion, im Wahlkampf eine Doppelspitze von Außenminister Joschka Fischer und Verbraucherministerin Renate Künast zu bilden, wies Trittin zurück. Fischer werde ein starkes Spitzenteam anführen, das mehrheitlich weiblich sei: „Um die feministische Agenda unserer Partei mache ich mir nun wirklich überhaupt keine Sorgen.“

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