Unicef
Unicef will zurück zum Glück

Unicef-Vorsitzender Jürgen Heraeus, seit April im Amt, hat gründlich aufgeräumt: Nach dem Führungsgerangel des letzten Jahres, einem Rückgang von Spenden und Fördermitgliedern sowie dem Vorwurf um verschwendete Spendengelder hat Heraues die Transparenz der Organisation erhöht. Trotz aller Erfolge – es bleibt viel zu tun.

KÖLN. So gelöst hat sich Jürgen Heraeus schon lange nicht mehr gezeigt. Er hat getanzt, er hat gelacht. Und er hat sich über einen Scheck von 86 000 Euro gefreut, den Dresdner-Bank-Vorstand Andreas Georgi ihm für die Kinderhilfsorganisation Unicef überreicht hat. „Unicef hat einen neuen Vorstand, einen neuen Vorsitzenden – und ich finde, der macht das auch ganz gut“, sagte Heraeus auf der Bühne.

Eigenlob ist sonst nicht Heraeus’ Ding. Doch er ist es, der Unicef als Vorsitzender wieder auf Kurs gebracht hat. Vor einem Jahr – bei der letzten Unicef-Gala – hatte die ehemalige Chefin Heide Simonis ihren ersten Auftritt nach Bekanntwerden der Turbulenzen in der Organisation. Entsprechend gedrückt war die Stimmung beim Fest. Das will Unicef nun vergessen machen. Und Heraeus verbreitet den dafür nötigen Optimismus: „Wir sind wieder da“, ruft er den Gästen auf der diesjährigen Unicef-Gala in Köln zu.

Genau ein Jahr ist es her, dass der ehemalige Geschäftsführer Dietrich Garlichs wegen des Vorwurfs um verschwendete Spendengelder in die Schlagzeilen geriet – und ins Visier der Staatsanwaltschaft. Garlichs und Simonis gaben nach einem zähen Führungsgerangel ihre Ämter auf. Der Vorwurf der Veruntreuung von Geldern ist inzwischen zwar ausgeräumt, doch der üble Beigeschmack blieb – und der Ärger über die hohen Zahlungen an einzelne Mitarbeiter.

„Das ist immer noch in den Köpfen der Menschen drin“, sagte Heraeus dem Handelsblatt. Mehr als 40 000 Fördermitglieder hat Unicef im Lauf des vergangenen Jahres verloren; die Spenden sind um ein Viertel zurückgegangen. Im Grunde hätte die Situation viel schneller gedreht werden können, sagt der neue Chef. „Aber die Organisation war nicht auf eine Krise vorbereitet.“

Viele traf es völlig überraschend – vor allem die 8 000 Ehrenamtlichen. „Wir sind zuerst gar nicht richtig informiert worden“, sagt Brigitte Herzmann, Leiterin der Arbeitsgruppe Düsseldorf. Entsprechend schlecht konnten sie auf die Kritik der Spender reagieren. „Auf dem Weihnachtsmarkt hat eine Frau im letzten Jahr an unserem Stand die Spendenüberweisung zerrissen“, erzählt eine Mitarbeiterin. „Das schockt.“

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